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Sehen und gesehen werden

René Przygoda ist neuer Revierpolizist in Oberkrämer – er lernt noch jeden Tag neu dazu

MAZ Oberhavel, 6.3.2019

Eichstädt.
Er hat vor, länger zu bleiben. „Man wechselt ungern nach kurzer Zeit, und es soll sich ja ein gewisses Vertrauen einstellen“, sagt René Przygoda. Der 40-Jährige aus Gransee ist der neue Revierpolizist für Oberkrämer. Er unterstützt Ralf Neumann, der ebenfalls weiter für den Ort zuständig ist. „Wir teilen uns die Gemeinde auf“, sagt René Przygoda. Er ist für den Bereich nördlich der Autobahn zuständig, aber natürlich werden sich die beiden auch oft vertreten. Ihr Büro befindet sich im Gemeindehaus in Eichstädt.
Seit Jahresbeginn ist er im Dienst. „Ich lerne noch jeden Tag Neues dazu“, sagt er. „Aber mit Ralf Neumann habe ich einen erfahrenen Kollegen an meiner Seite.“ Das helfe ihm sehr. In der Gemeindeverwaltung habe er sich schon vorgestellt, bei den Schulen und auch bei den Bärenklauer Sicherheitspartnern. „Auch der eine oder andere Betrieb hat mich schon erleben dürfen“, sagt er mit einem Lächeln. So habe er in der Vehlefanzer Tankstelle schon seine Visitenkarte abgegeben.

„Oberkrämer ist davon gezeichnet, dass sich hier sehr viel verändert“, sagt er. „Der dörfliche Charakter scheint ein wenig auseinanderzugehen. Es gibt hier viel Zuzug.“ Ihm gegenüber seien die Leute aber sehr offen. „Mein Eindruck ist eigentlich sehr gut. Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Gemeinde, auch mit den Betrieben hier im Ort. Ich habe jedenfalls noch nicht erlebt, dass mir jemand nicht wohlgesonnen gegenübertrat.“ Oberkrämer ist ihm vorher nicht völlig fremd gewesen. Auch vorher schon machte er hin und wieder Streifenfahrten dortlang. „Als klar war, dass ich nach Oberkrämer komme, habe ich mich gefreut.“

1995 begann er seine Ausbildung. „Ich habe in meiner Familie mehrere Polizisten, daher konnte ich mich dafür begeistern.“ Hinzu kam, dass die Arbeitsmarktsituation in den 90ern noch schwieriger war als heute. „Da hatte es natürlich Vorzüge, Beamter zu sein.“ Nach seiner Lehre begann er 1998 in Oranienburg im Wach- und Wechseldienst. 2011 wechselte er nach Neuruppin, übernahm dort im Direktionsbüro Stabsaufgaben. „Nach sieben Jahren wollte ich dann aber was anderes machen.“ Er wollte auch wieder mehr raus, und diese Möglichkeit hatte sich für ihn aufgetan. „Und ich bin froh, dass es geklappt hat.“

Etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit arbeitet er im Büro, schätzt er. „Alles, was man an Aufgaben bekommt, muss ja danach auch verschriftlicht werden.“ Ansonsten ist es aber sein Ziel, gesehen zu werden, für die Bewohner von Oberkrämer da zu sein. „Bisher hatte ich die eher typischen Ermittlungen“, erzählt er. „Dazu gehören auch Teilermittlungen für die Kripo.“ Momentan gehe es auch oft um die Thematik, dass Kinder von Fremden angesprochen würden. „Da ist es auch wichtig, sich als Polizist zu zeigen und beruhigend einzuwirken. Wir versuchen alles, um das Thema aufzuklären.“ Auch in Oberkrämer habe es solche Fälle bereits gegeben, Ende des vergangenen Jahres in Eichstädt und später einmal in Schwante. Im Großen und Ganzen sei es in Oberkrämer aber relativ ruhig. „Durch die Autobahnnähe müssen wir aber natürlich die Augen offen halten.“ Im ländlichen Bereich sei es einfacher als Revierpolizist. „Hier weiß man es eher zu schätzen, was er alles macht. In der Stadt ist das schon anonymer.“

Die Sprechstunden im Eichstädter Gemeindehaus sind immer am Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr. „Ich sage aber auch ganz klar: Wenn der Streifenwagen auf dem Parkplatz neben dem Haus steht, kann jeder zu uns reinkommen.“ Die Sprechstunde werde von den Leuten angenommen, allerdings sei das nicht vergleichbar mit den Revierposten in stärker besiedelten Orten oder in den Städten. Dass sich das Büro aber in Eichstädt befindet, findet er gut. „Der Ort ist in Oberkrämer relativ zentral gelegen, und hier im Ort sind ja auch die Ansprechpartner aus der Gemeindeverwaltung.“
Das Büro der Revierpolizei in Eichstädt ist erreichbar unter 03304/2 06 59 74.

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