Tagesarchiv für 20. Februar 2019

aRTikel

Bäume brauchen Pflege

Mittwoch, den 20. Februar 2019
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Derzeit finden Arbeiten an der Landesstraße zwischen Orion und der Kreisgrenze statt – Stürme, Regen und Trockenheit setzen den Gewächsen zu

MAZ Oberhavel, 20.2.2019

Staffelde.
Die beiden schweren Stürme 2017, der Regensommer 2017, der trockene, sehr lange Sommer 2018: Das alles setzt den Straßenbäumen ordentlich zu. „Allein die Stürme haben ganze Arbeit geleistet“, sagt Marcel Steinke. „Die Witterungsverhältnisse machen uns und den Bäumen sehr zu schaffen.“ Der Kremmener ist Streckenwart Grün im Landesbetrieb Straßenwesen. Sein Büro hat er in Nassenheide, aber ansonsten ist er im ganzen Landkreis unterwegs. Er betreut und beobachtet etwa 24.000 Bäume auf 268 Kilometern – an vier Bundesstraßen und 16 Landesstraßen.

Gestern war er auf der Landesstraße 162 zwischen Orion und der Flatower Kreuzung unterwegs. Auf Staffelder Gemarkung befassten sich zwei Mitarbeiter der Firma Zühlke-Baumpflege aus Ostprignitz-Ruppin mit dem Beschnitt der dort stehenden Bäume. „Wir haben hier eine Menge Windbruch“, sagte Roger Horst gestern. Sein Urteil ist besorgniserregend: „Den Bäumen geht es gar nicht gut.“ Oft seien Fäulungen zu entdecken. „Wir haben hier an der Strecke ordentlich zu tun, eigentlich viel zu viel.“ Wenn Fledermäuse im Baum entdeckt werden, dann darf dort erst mal gar nichts unternommen werden.

In der Regel werden die Bäume an den Bundes- und Landesstraßen zweimal im Jahr kontrolliert. „Wir führen ein Kataster“, sagt Marcel Steinke. Jeder Baum hat dafür eine Nummer bekommen. Vermerkt sind außerdem die technischen Daten, die Höhe, das Alter, wo genau er steht und welche Beschädigungen er aufweist.
Der Landesbetrieb alleine kann die momentan laufenden Pflegearbeiten allein nicht bewältigen, deshalb sind sie ausgeschrieben worden. Ein zweites Team ist momentan auf der Landesstraße 17 im Bereich Marwitz unterwegs. „Wir haben eine Prioritätenliste“, erklärt Marcel Steinke. Bundesstraßen mit besonders viel Verkehr stehen ganz oben. „Grundsätzlich ist es aber so, dass wir jede Straße gleich behandeln.“

Zwischen Orion und der Flatower Kreuzung finden momentan vor allem Kronenpflegemaßnahmen statt, Totholz wird entfernt. Alles, was abgestorben ist, muss weg. Auch Äste, die sich kreuzen, können gefährlich werden. In den kommenden Tagen wird sich das Zweiterteam mit der Hubleiter weiter in Richtung Kreisgrenze nach Linum vorarbeiten. Dann geht es auf die Landesstraße 16 in Richtung Flatow und ins Dorf hinein. „Im Ort selbst ist es ganz wichtig, dass, wenn die Leute sehen, dass die Pflegeteams kommen, die Autos nicht dort stehen gelassen werden.“ Das würde die Arbeit an den Bäumen unnötig erschweren. Gerade in den Orten werden die Baumpfleger angesprochen, wenn Bäume bedrohlich wackeln würden. „Klar, wir können nicht hellsehen, aber wir gucken uns jeden Baum ganz genau an. Und wir leben auch davon, dass uns die Leute informieren.“ Das können sie beispielsweise über das Maerker-Portal im Internet oder auch direkt in der Straßenmeisterei.

Nach besonders schweren Stürmen gibt es zusätzliche Kontrollen. Als im Herbst 2017 auf der Strecke zwischen Groß-Ziethen und Schwante fast zwei Dutzend dicke Straßenbäume umgefallen sind, sei das traurig gewesen. „Das waren alte Eichen, aber an der Straße hatten sie kaum Chancen, Nährstoffe zu ziehen. Sie hatten nur noch Feinwurzeln.“

Die Bäume an der Strecke zwischen Orion und der Kreisgrenze seien im Schnitt zwischen 60 und 80 Jahre alt. Das sei schon durchaus alt. Oftmals sei das Holz ziemlich spröde. Marcel Steinke zeigt auf einen der Bäume. „Hier fehlt schon die Krone, und der Pilz hat das Holz geschwächt.“ Gefällt werden müsse der Baum noch nicht, aber beschnitten, so dass die Verkehrssicherheit weiter gegeben sei. Das alles müsse dann ins Kataster eingetragen werden.

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RT im Kino

Green Book

Mittwoch, den 20. Februar 2019

Tony Lip (Viggo Mortensen) braucht Geld. Sein Türsteher-Job ist erst mal hinfällig, denn der Club, für den er arbeitete, muss mehrere Monate lang saniert werden.
Er bewirbt sich um eine Stelle bei einem gewissen Doktor Shirley. Worum es da genau geht, weiß er noch nicht. Als er ihn erstmals trifft, ist er jedoch skeptisch. Doktor Shirley (Mahershala Ali) ist kein Arzt, und er ist Schwarz. Wir schreiben das Jahr 1962, und da sprach man noch davon, dass er ein Neger sei. Selbst Don Shirley selbst sagt das von sich. Er braucht jemanden, der ihn zwei Monate lang durch die US-Südstaaten fährt. Shirley ist ein begabter Pianist und wird Konzerte geben.
Schließlich bekommt Tony den Job. Tony, der Italoamerikaner, eine Großfresse, der bisher mit Schwarzen nie wirklich zu tun hatte. Aber sie machen sich auf den Weg – und beide müssen sie irgendwie miteinander klar kommen. Und beide müssen sie voneinander lernen.

“Green Book” ist der Reiseführer für Schwarze, den Tony in die Hand bekommt, und so heißt auch der wunderbare Film von Peter Farrelly, der auf wahre Geschehnisse beruht.
Der Film zeigt, wie die Amis Anfang der 60er-Jahre tickten. Wie Schwarze immer noch diskriminiert worden sind. Selbst Shirley, der großartige Pianist, muss sich dem Rassismus stellen, er erlebt ihn hautnah. Und auch Tony muss feststellen, wie es sich anfühlt, wenn ihm und seinem neuen Boss Rassismus und Missgunst entgegenschlägt.
Die beiden Hauptdarsteller ergänzen sich auf tolle Weise. Da ist der verschlossene Musiker, der durch Tony irgendwie gezwungen wird, sich zu öffnen – in vielerlei Hinsicht. Aber auch Viggo Mortensen als Tony spielt hervorragend den kauzigen Typen, der in eine ganz andere Welt schnuppert.
Ein Film, der spannend ist, wütend macht und andererseits oft für ein Lächeln sorgt.

Green Book
USA 2018, Regie: Peter Farrelly
Universal, 131 Minuten, ab 6
8/10

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RTZapper

Acapulco H.E.A.T

Mittwoch, den 20. Februar 2019
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DI 19.02.2019 | 16.00 Uhr | tm3

Ja, du liest richtig: tm3.
tm3 gibt es wieder, es aber ist nicht das tm3, das als Frauensender startete und später als Spielesender in 9live aufging.
Hinter dem “neuen” tm3 verbirgt sich das ehemalige Family.TV, der kleine Rumpelsender, der vor einigen Jahren durch wunderliche Live-Sendungen aufgefallen ist. Und durch Einschaltquoten-Angaben, die völlig utopisch und wenig bis nicht glaubhaft waren. Und durch ein Programm, für das Family.TV wohl hier und da gar keine Ausstrahlungsrechte hatte. So lief dort angeblich mal “Grand Budapest Hotel”, und lange hat der Senderbetreiber behauptet, die Rechte daran gehabt zu haben. War wohl doch nicht so. Immer wieder ist zu lesen, dass Leute in Sendungen eingeladen werden, und die dann erzählen, wie furchtbar das alles gewesen sei – von der Kohle mal abgesehen.
Warum im Januar Family.TV dann in tm3 umbenannt wurde, ist nicht so ganz klar. Immerhin hatte das “alte” tm3 ja nicht das beste Image, und selbst zu Frauensender-Zeiten war das Interesse gering.
Die Marke tm3 war aber wohl zu haben.

So richtig viel Programm hat tm3 allerdings nicht zu bieten. Die Serie “Acapulco H.E.A.T.” läuft auf diversen Sendeplätzen. Dazu noch zwei, drei Serien, die jeweils im Spätprogramm laufen, außerdem Teleshopping, ein sonnenklar.TV-Sendefenster, ein paar Reisedokus – das war’s im Großen und Ganzen.
Damit werden sogar zwei Sender bestückt, denn tm3 plus gibt es auch noch.

Unklar ist, wie lange noch. Denn das Verwaltungsgericht Stuttgart hat in dieser Woche beschlossen, dass tm3 seinen Sendebetrieb einstellen muss. Die Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg hatte das zuvor auch schon so entschieden. Der Betreiber legt Widerspruch ein, und tm3 sendet weiter vor sich hin.
Die Frage ist nur: für wen eigentlich?

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