Tagesarchiv für 11. Februar 2019

RTelenovela

Arme Greta! Armseliger Paul!

Montag, den 11. Februar 2019
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Paul Ziemiak ist ein erwachsener Mann. So sieht er jedenfalls aus. Greta Thunberg eine 16-jährige Schülerin, die für den Umweltschutz kämpft. Und die sich zum geplanten deutschen Kohleausstieg in 19 (!) Jahren äußert. Dass das ja absurd sei.
Das kann man finden, wie man will.
Paul Ziemiak findet das: doof.
“Oh, man”, schreibt er auf Twitter genervt. “Kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie. Arme Greta.”
Dazu kann man nur sagen: armseliger Paul Ziemiak.

Wenn also eine Jugendliche sich zum Umweltschutz äußert, dann ist das Ideologie? Nichts anderes? Und dann ist das arm?
Ziemiak ziegt ziemlich eindrucksvoll, wie weit weg teilweise die Politik von der Jugend ist. Diese Greta ist ja kein doofes Kind, sie hat sich sehr mit der Thematik befasst und legt den Finger sehr tief in die Wunden.
Das kann man und muss man tun, und wir können doch froh sein, dass die Jugend langsam aufwacht und uns Älteren den Marsch bläst.
Das gefällt uns natürlich nicht, weil wir es ja auch bequem haben. Umweltschutz ist anstrengend, es ist ungemütlich, und ich betreibe viel, viel zu wenig Umweltschutz. Und natürlich hat es Folgen, wenn wir Dinge ändern.

Nicht umsonst gibt es ja Milliarden Euro für den geplanten Kohleausstieg. Wobei ich mich dann schon frage, warum wir dann damit bis 2038 warten. Das könnte dann doch genauso gut schneller gehen. Oder wollen wir in Brandenburg noch weitere Dörfer wegbuddeln?

Aber vor allem als Erwachsener, als Politiker so zu tun, als sei diese Greta einfach nur ein doofes Kind, weil sie eben noch jugendlich ist und eine Krankheit hat (die damit letztlich aber nichts zu tun hat), das erscheint mir ärmlich. Und deshalb widert mich so eine Aussage von Ziemiak auch ziemlich an. Weil da ein Profi so tut, als sei er über alles erhaben. Dieses “Arme Greta” ist an Arroganz nicht zu übertreffen.
Er könnte sagen: Lass uns treffen, dann können wir unsere Ansichten ausloten. Oder: Bedenke dies oder jenes. Aber sie so abzutun als doofe Göre, geht gar nicht.

Ich finde es gut, dass mehr und mehr Jugendliche aufbegehren. Bemerkenswert ist dabei nämlich nicht, dass es um eine Ideologie oder Partei geht, sondern schlicht um deren Zukunft, um deren Leben. Das kann man ruhig mal ernst nehmen und nicht abtun mit Schulschwänzerei, wie es inzwischen einige Politiker oder Facebook-Besserwisser bemängeln. Wenn sie bei 50 Grad im Jahr 2080 schwitzen, dann nutzt ihnen Bildung auch nichts mehr.
Egal, was bei dieser Greta gerade im Hintergrund passiert und völlug unabhängig davon, wer sich jetzt an sie dranhängt und von ihr profitieren will: Sie selbst, dieses Mädchen betreibt keine Ideologie. Sie will ihre Umwelt schützen. Sie will leben. Sie will gut leben, auch in 60 Jahren noch. Wenn das also Ideologie ist…

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RTZapper

Sportschau live: Biathlon-Weltcup der Herren

Montag, den 11. Februar 2019
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FR 08.02.2019 | 20.15 Uhr | one

Der ARD sind Einschaltquoten ja total egal.
Außer, wenn sie schlecht sind. Dann sind sie den Verantwortlichen plötzlich nicht mehr ganz so egal.
Am Freitag ist das eindrucksvoll bewiesen worden.

Beim Biathlon-Weltcup in Kanada herrschen extrem schwierige Wetterverhältnisse. Es ist bitterkalt, und wenn die Temperaturen unter -20 Grad fallen, können die Wettbewerbe nicht ausgetragen werden. Und deshalb kommt es immer wieder zu kurzfristigen Verschiebungen.

Am Donnerstag wurde ein Herren-Start von 18 Uhr unserer Zeit auf 20.30 Uhr verschoben. Was natürlich auch das ganze Programm im Ersten vollkommen durcheinander brachte. Statt des Usedom-Krimis lief also zur Primetime Biathlon live.
Eigentlich könnte man sich ja freuen, denn Biathlon hat in Deutschland immer sehr gute Einschaltquoten – wenn denn die Zuschauer wissen, dass es stattfindet. War in diesem Fall natürlich schwierig. Die Folge: Nur etwa 3 Millionen Menschen schauten zu. Den Krimi hätten sicherlich viel mehr Leute gesehen.

Am Freitag dasselbe Spiel. Ein Wettbewerb ist wieder in die Primetime verlegt worden, und die Programmänderung im Ersten stand bereits im Videotext. Was auch hieß, dass die Premiere der neuen Reihe “Toni, männlich, Hebamme” verschoben werden musste.
Doch als die Quoten vom Vortag bekannt wurden, hat man bei der ARD offensichtlich einen Rückzieher gemacht. Man ging davon aus, dass die Hebammen-Reihe – die ja auch stark beworben wurde – mehr Zuschauer erreichen würde als der Biathlon. Und so ist die Programmänderung rückgängig gemacht worden.

Stattdessen ging die “Sportschau live” mit dem Biathlon-Weltcup am Freitagabend um 20.15 Uhr nur beim kleinen ARD-Sender one auf Sendung. Dort fanden immerhin fast eine Million Leute die Übertragung. Denn natürlich hat man auch nirgendwo darauf hingewiesen, dass man Biathlon dorthin abgeschoben hatte. Darüber konnte sich wiederum Eurosport 1 freuen – der Sender zeigte den Biathlon-Weltcup ebenfalls und hatte doppelt so viele Zuschauer wie sonst.

Fast 5 Millionen Leute sahen sich den Start der Toni-Serie am Freitagabend an. Die Verantwortlichen werden aufgeatmet haben.

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RTelenovela

Krankes Wiederhören mit Blocksbergs

Montag, den 11. Februar 2019
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Wenn man krank zu Hause ist, dann hat man plötzlich viel Zeit. Und natürlich leidet man auch ein wenig und schläft viel. Aber leider nicht durch.
Sehr viel früher als sonst wachte ich am Morgen auf. Es war aber klar, dass ich irgendwie noch weiterdösen möchte und im Idealfall auch schlafen will. Wie macht man das am besten? Mit Kinderhörspielen!

Ich war als Kind Fan von Bibi Blocksberg. Die Kassetten ließ ich mir immer von West-Verwandten mitbringen – oder wenn Familienteile mal drüben waren.
Heute ist das alles anders. Kassetten sind out. CDs inzwischen auch. Jetzt wird gestreamt. Auch auf Youtube gibt es immer ganze Folgen zu hören. Sogar ganz offiziell auf einer Bibi-Blocksberg-Seite.
Ich suchte mir also eine Folge aus, startete sie und legte mich wieder hin. Es dauerte nicht allzu lange, und ich war weg. Zwischendurch wurde ich wieder wach, hörte weiter zu – inzwischen begann eine weitere Folge – und ich war wieder weg.
So ging das drei Stunden.

Am nächsten Tag ging es weiter mit Benjamin Blümchen. Allerdings fand ich den als Kind schon ein bisschen doof, und so wählte ich auch hier eine der Crossover-Folgen mit Bibi Blocksberg.
Und am dritten Tag ging es mit DDR-Hörspielen weiter. Das Feenmärchen “Riquet und Mirabelle” kann ich auch heute noch auswendig, und “Burattino” habe ich vermutlich vor 30 Jahren das letzte Mal gehört.

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