Tagesarchiv für 5. Februar 2019

RT liest

Carrie Mac: 100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren

Dienstag, den 5. Februar 2019

Wenn sich Maeve in schwierigen Situationen befindet, dann ahnt sie Schlimmes. Sie leidet an Ängsten und Panikattacken, und immer denkt sie, dass das Schlimmste passiert, was passieren kann. Im Kopf hat sie dann schon die Nachrufe für sich und die anderen.
Aber es läuft auch gar nicht. Da ihre Mutter eine längere Reise vor hat, muss sie weg vom Land in die Stadt – zu ihrem Vater mit seiner neuen Frau. Widerwillig freist sie dort hin, und tatsächlich muss sie bald feststellen, dass auch dort das Familienleben schwierig ist. Einst musste ihr Vater weg, weil er sein Alkoholproblem nicht im Griff hatte. Nun scheint es, als ob alles wieder von vorn losgeht.
Aber da gibt es auch Salix. Mit ihr hat Maeve Momente des Glücks. Aber sind ihr die auf Dauer vergönnt?

Carrie Mac erzählt über “100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren”. Interessanterweise sind es im englischen Original nur “10 Things I can see from here”. Grundsätzlich habe ich als Leser von diesem Titel ein bisschen was anderes erwartet. Entweder eine Aufteilung in 100 kurzen Kapiteln und irgendwas anderes, das auf diese ja sehr konkrete Zahl schließen lässt. Leider handelt es sich aber doch nur um irgendeinen Titel. Das ist ein bisschen schade.
Die Geschichte selbst nimmt in der zweiten Hälfte durchaus Fahrt auf. Nachdem alles ein wenig länger braucht, um in Gang zu kommen, wird Maeves Story richtig spannend, weil sie mit den vielen Katastrophen in ihrem Leben klarkommen muss.

Carrie Mac: 100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren
Rowohlt Rotfuchs, 346 Seiten
7/10

Hits: 225

RT im Kino

Creed II – Rocky’s Legacy

Dienstag, den 5. Februar 2019

(1) -> 17.1.2016

Adonis Johnson (Michael B. Jordan) ist immer noch Box-Weltmeister im Schwergewicht – aber nun steht er vor seinem schwersten Kampf.
30 Jahre zuvor hatte der sowjetische Boxer Ivan Drago (Dolph Lundgren) Adonis’ Vater Apollo Creed im Ring getötet. Nun soll dessen Sohn, Viktor Drago (Florian Munteanu), gegen Adonis boxen.
Adonis’ Trainer Rocky (Sylvester Stallone) weigert sich jedoch, ihn für diesen Kampf fit zu machen. Er hält ihn für Wahnsinn. Und tatsächlich: Drago macht Creed im Ring brutal fertig. Nur eine Disqualifizierung sorgt dafür, dass Creed weiter Weltmeister ist.
Aber Adonis ist am Ende – kaputt, niedergeschlagen, im wahrsten Sinne des Wortes. Rocky reist ihm nach. Die Frage ist: Kann Adonis es noch mal mit Drago aufnehmen? Ist das sinnvoll? Immerhin ist er gerade Vater geworden…

“Creed II – Rocky’s Legacy” setzt nicht nur die Geschichte von Adonis Creed fort, sondern auch die Rocky-Legende. Denn Creed kümmert sich gewissermaßen um Rocky Erbe, das eng mit seiner eigenen Familie verwoben ist. Das ist von den Drehbuchautoren sehr gut geschrieben worden und sorgt in gewisser Hinsicht dafür, dass man die Fortsetzung von zwei Filmreihen in einem Film zu sehen bekommt.
Die Mischung aus Drama, Spannung und Box-Action macht “Creed II” aus, wobei das persönliche Schicksal der Creed-Familie zeitweise sehr im Mittelpunkt steht. Das Boxtraining tritt da manchmal etwas zu sehr in den Hintergrund.
Auch wirkt der Kampf USA vs. Russland/Sowjetunion einerseits wie aus der Zeit gefallen, weil da 70er- und 80er-Jahre-Stereotype wiederbelebt werden. Andererseits werden zwischen den beiden Ländern ja gerade wieder die “Mauern” errichtet.
Auf jeden Fall punktet “Creed II” einmal mehr mit hervorragenden Box-Sequenzen.
Nicht so gelungen ist leider die Neubesetzung von Stallones Synchronstimme. Das war wegen Krankheit notwendig geworden. Jürgen Prochnow spricht Stallone sehr kratzig, nuschelig und undeutlich. Das ist leider recht nervig.

Creed II – Rocky’s Legacy
USA 2018, Regie: Steven Caple Jr.
Warner, 130 Minuten, ab 12
7/10

Hits: 151