Tagesarchiv für 11. Januar 2019

aRTikel

Sein Berufswunsch: Lehrer

Freitag, den 11. Januar 2019
Tags: , ,

Tobias Bathe (11) aus Staffelde ist Schülersprecher an der Kremmener Goethe-Grundschule – im August will er aufs Gymnasium

Kremmen.
Als er Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst getroffen hat – das fand er aufregend. „Es war toll, mal eine Person aus der Politik in Brandenburg zu treffen“, sagt Tobias Bathe. Der Elfjährige aus Staffelde ist seit 2017 der Schülersprecher an der Goethe-Grundschule in Kremmen.
Britta Ernst traf er, als die Ministerin Fördermittel für die Kremmener Schule übergeben hatte. „Es war ein schönes Gefühl, dass ich derjenige war, der ihr alles erzählen durfte.“ Als Schülersprecher erklärte er ihr, wofür die Fördermittel ausgegeben werden.

„Meine hauptsächliche Aufgabe ist es, Kontakt zu den Klassensprechern zu haben und auch die Klassensprecher-Sitzungen einzuberufen“, erzählt er. Außerdem bespricht er sich regelmäßig mit der Schulsozialarbeiterin. „Wenn was ansteht, dann frage ich sie nach ihrer Meinung – und sie mich.“ Auch mit den Lehrern bespricht er sich bei wichtigen Themen, die die Schule und die Kinder betreffen. Das klingt nach viel Verantwortung. „Ach, das ist schon in Ordnung“, sagt Tobias nach kurzem Überlegen. „Wenn man ein eingespieltes Team hat, dann geht das eigentlich ganz leicht.“ Und überhaupt – seine Schule findet er „eigentlich richtig gut“, wie er sagt. „Die Lehrer sind nett, und ich finde es toll, dass wir eine Schulsozialarbeiterin haben und immer zu ihr gehen können.“

Wenn man ihn nach seinen Lieblingsfächern fragt, überlegt er eine Weile. „Eigentlich mag ich alles, es kommt auf den Stoff an. Mathematik, Geografie, Geschichte, Naturwissenschaften, Sport. Wobei das aber nicht heißt, dass ich Sport kann“, ergänzt er und schmunzelt dann. Sport haben die Grundschüler seit einiger Zeit auch in der großen Stadtparkhalle, die kleine Halle ist seit dem vergangenen Jahr gesperrt. „Manchmal ist es da ziemlich voll, aber das funktioniert ganz gut.“

Seine Zeit an der Goethe-Grundschule läuft bald ab. Ab August will er auf das Gymnasium – am liebsten nach Velten. „Freunde von mir wollen da auch hin, und mein Bauchgefühl sagt mir, dass das eine sympathische Schule ist.“ Dass er die Kremmener bald verlässt, findet er schade. „Aber man ist auch aufgeregt, wie es auf der neuen Schule weitergeht.“
Sein momentaner Berufswunsch: Lehrer. „Weil ich Sachen gern erkläre und weil ich den Beruf vielseitig und interessant finde.“ Er kann sich vorstellen, sich dann auch auf dem Gymnasium schulisch zu engagieren. „Wobei man nicht immer eine hohe Stellung haben muss, um sich zu engagieren. Das können ja auch mal kleine Dinge sein.“

Ansonsten lernt Tobias Bathe Gitarre zu spielen. „Aber eigentlich nur so für mich“, sagt er und lächelt.

Hits: 162

RTZapper

Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss

Freitag, den 11. Januar 2019
Tags: , ,

MI 09.01.2019 | 22.00 Uhr | SWR-Fernsehen

Als “Holocaust” 1979 erstmals im deutschen Fernsehen lief, da löste der US-Vierteiler einen Gefühlserdrutsch aus. Vorher waren die Verbrechen im Dritten Reich und die organisierte Tötung der Juden kaum ein Thema in der Bundesrepublik. Dann kam “Holocaust”, und die Skepsis vorher war groß: Kann eine eher soapige Darstellung der Geschichte für Aufklärung sorgen? Müssen das nicht Dokus und Diskussionssendungen leisten?
In der ARD war die Skepsis so groß, dass man sich nicht dazu durchringen konnte, den Vierteiler im Ersten Programm ausstrahlte. Stattdessen liefen die Filme in den zusammengeschlossenen Dritten.
Das Echo war riesig. Die Leute waren berührt, entsetzt und beschämt. Sie litten mit, sie trauerten mit. “Holocaust” sorgte dafür, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht nur in Deutschland eine andere wurde.

Ich habe “Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss” irgendwann Anfang der 90er gesehen, ich war ein Teenager. Aus der Oranienburger Bibliothek lieh ich mir die Videokassetten aus.
Bald war ich gebannt. Es war spannend zu sehen, was mit den Menschen in diesem Vierteiler passiert, und in Teil 4, wenn das Ende naht und die Familie quasi ausgelöscht wird… Ich habe an einigen Stellen sehr geweint. Es hat mich extrem getroffen, was dort geschah. Ich konnte diesen Wahnsinn – der ja in diesem Fall fiktiv ist, aber ja auch in Wirklichkeit stattfand – nicht fassen.

2019. NDR, WDR und SWR wiederholen “Holocaust” zum 40. Austrahlungsjubiläum. Der SWR ist am Mittwochabend eingestiegen. Leider haben die Dritten dafür nur Sendeplätze am späteren Abend.
Denn auch nach 40 Jahren sind diese Filme wichtig. Um zu zeigen, was war. Aber auch um zu zeigen, was nie mehr passieren darf. Und das in Zeiten, in der die Rechtsextremen wieder in die Mitte der Gesellschaft rutschen, in der Andersdenkende schleichend wieder diskriminiert und mundtot gemacht werden sollen. Denn so hat es damals auch angefangen, bevor der eigentliche Wahnsinn begann.

Hits: 291

RT liest

Robert Menasse: Die Hauptstadt

Freitag, den 11. Januar 2019

Deutscher Buchpreis!
Was sagen eigentlich solche Preise aus? Dass die Juroren das Thema eines Buches gut fanden? Weil sie es irgendwie wichtig fanden? Gut geschrieben? Aufregend? Interessant?
Oder sind solche Preise auch nur reiner Proporz?
Wenn man “Die Hauptstadt” von Robert Menasse liest, dann stellen sich einem diese Fragen.

“Die Hauptstadt” ist in diesem Fall Brüssel, das Zentrum Europas. Der Leser lernt in diesem Roman mehrere Leute kennen, die in Brüssel arbeiten und leben.
Da geht es um eine Beamtin, die sich um das Ansehen der EU-Kommission kümmern soll. Ihr Referent soll um entsprechende Idee kümmern – und bringt das ehemalige KZ Auschwitz ins Spiel. Ein Kommissar muss seine Ermittlungen offenbar einstellen, weil alle Akten verschwunden sind – vermutlich aus Gründen.

In “Die Hauptstadt” geht es um den Machtapparat EU, um absurden Entscheidungen und Streitigkeiten. Darum, wie sich die Mitgliedstaaten bei bestimmten Themen aufführen – und überhaupt wie bestimmte Strukturen in Brüssel funktionieren.
Für dieses Werk gab es den Buchpreis, und der hatte natürlich eine große Werbewirkung. Schon der Klappentext klingt preiswürdig – da ist von einem großen europäischen Roman die Rede, vom weiten Bogen zwischen den Nationen und von kleinlicher Bürokratie.
All das kommt im Buch durchaus vor, und dadurch dass Menasse in seinem Roman immer wieder die Schauplätze wechselt, liest sich das alles einerseits relativ flüssig. Andererseits ist’s dann doch sehr zäh.
Zwar gibt es im Roman immer wieder Momente, wo man staunt, sich ärgert und sich wundert über das, was da in Brüssel fabriziert wird. Aber leider hat der Roman auch lange Phasen, in denen man sich durchquälen muss, weil sie eher nicht so spannend sind. Wenn im Roman etwas weniger sinniert worden wäre, hätte man sich auch einige Seiten sparen können. Hätte dem Buch gut getan.

Robert Menasse: Die Hauptstadt
Suhrkamp, 459 Seiten
5/10

Hits: 194

RTelenovela

Bei Willy Millowitsch gibt’s den Salat nur noch abgepackt

Freitag, den 11. Januar 2019
Tags: ,

Finde eigentlich nur ich, dass der Gründer von Kentucky Fried Chicken (KFC), Harland D. Sanders, auf dem Firmenlogo aussieht wie der Kölner Theatermann Willy Millowitsch?

Ich bin großer Fan von KFC. Das Hühnchen ist bekömmlicher als anderes Fastfood, von den Crispys könnte ich Dutzende futtern.
Ich frage mich allerdings, warum Fastfood-Ketten ihre Produkte und dessen Herstellung so “optimieren”, dass sie leider immer schlechter werden. Da wird das Fleisch in Warmhalteboxen warm gehalten und ist nicht mehr so frisch wie früher. So haben bei Burger King die Burger vollkommen den Grillgeschmack verloren.

Ein Highlight bei KFC ist auch der Coleslaw Salat. Das heißt: Er war es. Zumindest in Berlin gibt es jetzt abgepackten Salat und einem industriell gefertigten Becher. Vorher lag der Krautsalat in einem Trog, und er wurde erst bei der Bestellung in den Becher gefüllt. Der Geschmack ist – obwohl die Verkäufer das natürlich behaupten (müssen) – viel schlechter als vorher.
Fastfood-Läden haben immer mehr mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Darum ist es umso merkwürdiger, dass sie ihre wenigen guten Produkte durch Optimierungs- und Sparwahn so verhunzen, dass sie einfach nicht mehr so gut sind wie sie sein könnten.

Hits: 184

RTZapper

Brennpunkt: Der Alpenraum versinkt im Schnee

Freitag, den 11. Januar 2019
Tags: ,

MI 09.01.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Martin Breitkopf gibt alles für seinen Job. Er ist Reporter für den Bayerischen Rundfunk und muss momentan aus dem Schnee-Krisengebiet in den Alpen berichten. Es ist so schlimm, dass es am Mittwochabend im Ersten einen “Brennpunkt” gab: Denn der Alpenraum versinkt im Schnee – und Martin Breitkopf nahm diesen Sende-Untertitel für die Sondersendung wörtlich und stellte sich in eben jeden tiefen Schnee.

So stand er bei der Schalte da, blickte in die Kamera, und der Schnee stand ihm hüfthoch. Der Mann engagiert, und das ist gut so. Blöd nur, dass die Kamera so stand, dass man sehr gut sehen konnte, dass er direkt neben einem geräumten Weg stand und er extra für seine Schalte zum Ersten in den Schnee geklettert ist.
So sah sein Engagement dann doch eher lächerlich aus, er hätte auch genau so ganz komfortabel auf der Straße stehen können – was natürlich nicht so dramatisch ausgesehen hätte.

Apropos Dramatik: Wenn der “Brennpunkt” ins Programm kommt, muss etwas Dramatisches passiert sein. Am Mittwochabend war der erste Schneechaos-Beitrag die Anlieferung eines Kioskes im, ähm, Krisengebiet. Endlich gibt’s wieder Klopapier, und die Leute sind auch ganz zufrieden. Vielleicht hätte man zu Beginn einen Beitrag zeigen sollen, in dem nicht alle total happy sind.

Hits: 180