Tagesarchiv für 4. Januar 2019

RT im Kino

Die Frau des Nobelpreisträgers

Freitag, den 4. Januar 2019

Der Nobelpreis für Literatur! Als Joe Castlemann (Jonathan Pryce) und seine Frau Joan (Glenn Close) am frühen Morgen die Nachricht per Telefon bekommen, sind sie außer sich vor Freude.
Sie reisen nach Stockholm, um an der großen Feier teilzunehmen. Mit dabei ist auch Sohn David (Max Irons), der ebenfalls Schriftsteller werden will. Das Urteil seines Vaters zu seinem neuesten Text ist ihm sehr wichtig, aber der vertröstet ihn immer wieder. David ist zunhemend genervt.
Auch in Stockholm ist der Journalist Nathaniel Bone (Christian Slater). Er will eine Biografie über Joe Castleman schreiben. Der lehnt das ab, und auch Joan versucht ihm das auszureden.
Vielleicht weil Nathaniel ahnt oder gar weiß, dass die Rolle von Joan in Joes Leben nicht nur die der sorgenden Ehefrau ist? Wartet David vergeblich auf einen Rat seines Vaters, weil der vielleicht gar keine Ahnung hat vom Schreiben?

“Die Frau des Nobelpreisträgers” erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Zunächst geht es um ein altes Ehepaar, das schon viel durchgemacht hat. Und nun die Lorbeeren erntet. Aber nach und nach wird klar., dass sich hinter der Fassade die Dinge ganz anders abgespielt haben.
Regisseur Björn Runge hat in Wirklichkeit einen Film geschaffen, in dem es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau geht. Und welche Auswirkungen es haben konnte, weil es diese Gleichberechtigung in den 60ern noch im entferntesten nicht gab.
Glenn Close spielt die Frau, die immer in der zweiten Stand stand, ergreifend gut. Bis zuletzt versucht sie, eine Fassade aufrecht zu erhalten, obwohl sie längst bröckelt. Eine Frau, die glücklich zu sein scheint, aber in Wirklichkeit verbittert und traurig ist. Aber auch Jonathan Pryce liefert eine tolle Leistung ab – als erfolgreicher Autor, der nicht wahrhaben will, dass sein Ruhm mal enden könnte.

Die Frau des Nobelpreisträgers
USA 2017, Regie: Björn Runge
Fox, 101 Minuten, ab 6
8/10

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ORA aktuell

Mehr Geld und Personal für Oranienburger Bombensuche

Freitag, den 4. Januar 2019

Das Land Brandenburg will mehr Geld für die Bombensuche ausgeben. Schwerpunkt ist Oranienburg. Das sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Oranienburger Schloss.

2019 und 2020 sollen es je 2 Millionen Euro mehr sein – 15,5 Millionen 2019 und 16,6 Millionen 2020. Es sollen zudem 13 neue Stellen Kampfmittelbeseitigungsdienst geschaffen werden. Diese sollen ausschließlich in und für Oranienburg arbeiten.

Allein in Oranienburg werden noch 270 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden vermutet.

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RTZapper

Ilka Bessin: Ick bin Ilka

Freitag, den 4. Januar 2019
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DI 01.01.2019 | Netflix

2019 erlebt das erste Comeback. Ilka Bessin ist zurück auf der Comedybühne. Und wenn du jetzt fragst: “Ilka wer?”, dann ist die Frage zumindest teilweise berechtigt.
Bis vor zwei Jahren trat Ilka Bessin als Cindy aus Marzahn auf. Bis sie den Schlussstrich zog und den quietschbunten Pulli für immer auszog. Im vergangenen Jahr tauchte sie dann regelmäßig unter ihrem richtigen Namen auf. Für “stern TV” kümmerte sie sich um arme Mitbürger, auch für ein anderes RTL-Format war sie zu diesem Thema unterwegs.
Wie man hörte, schrieb sie aber parallel schon länger an einem neuen Comedyprogramm, mit dem sie touren möchte. Doch es blieb lange still darum.

Zu Neujahr startete auf Netflix eine neue Reihe mit 47 Comedians aus 13 Ländern – alle haben sie 30 Minuten für ihre Stand-up-Comedy. Darunter ist auch Ilka Bessin. “Ick bin Ilka” heißt das Programm, das sie beim Streamingdienstanbieter vorstellt.

Bis auf den Namen und die Kostümierung hat sich allerdings weniger geändert, als man hätte denken können. Cindy war vulgär, Ilka ist es auch. Ilka macht sich über sich und ihre Figur lustig, sie redet über Sex und lustige Begebenheiten in ihrem Leben – und natürlich motzt sie auch mal das Publikum an.
Das kann man blöd finden, man kann aber auch sagen: Ilka Bessin hat sich damit von Cindy aus Marzahn emanzipiert. Denn wenn auch die Themen verschieden waren – da stand eben Ilka auf der Bühne – und nicht die schrille Cindy. Im Grunde ist das das Beste, was Ilka Bessin passieren konnte. Wenn sie auch damit Erfolg hat, um so besser.

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RTelenovela

Wie aufregend: die Thesentür!

Freitag, den 4. Januar 2019
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1517 war es, als Martin Luther seine 95 Thesen zum Zustand der evangelischen Kirche an das Tor der Schlosskirche in Wittenberg anschlug.
2017 wurde deshalb dort groß das 500. Jubiläum dieses Ereignisses gefeiert, und mit ein bisschen Verspätung haben wir uns die Stadt nun auch angesehen. Natürlich wollten wir auch auf den Spuren Martin Luthers wandeln.

Und tatsächlich spielt Luther in Wittenberg eine große Rolle – auch in vielen Läden, in denen man Tassen mit dem Bild Luthers kaufen kann. Wobei ich sagen muss, dass Luther nun nicht gerade der Typ ist, den man ständig auf seiner Kaffeetasse sehen möchte.

Auf unserem Spaziergang durch die Wittenberger Altstadt, die übrigens sehr schön ist, gelangten wir zunächst an die Stadtkirche. Dort hat Luther oft geprädigt. Rein sind wir leider nicht gekommen – dafür war es zu spät, die Kirche war schon geschlossen.

Weiter zur Schlosskirche. Dort befindet sich das Tor der Tore. Immer wieder stellen sich Touristen davor und lassen sich mit der Tür im Hintergrund fotografieren. In diesem Tor sind auch die 95 Luther-Thesen eingraviert. Natürlich machte auch ich Fotos. Allerdings scheinen die Wittenberger durchaus bescheiden zu sein. Denn dieser wohl wirklich historische Ort kommt erstaunlich unscheinbar daher. Davor steht zwar ein kleines Schild, wer aber eher unaufmerksam durch die Stadt läuft, wird gar nicht ahnen, welch wichtige Stätte das ist.

Angeschlossen an die Kirche ist ein Museum, in dem man viel über die Zeit der Reformation um 1517 erfahren kann. In die Kirche kommt man nur über den Museumseingang. Eine Treppe runter führt dann in die Kirche.
Ich mag Kirchen ja sowieso, aber die Schlosskirche in Wittenberg strahlt noch mal echte Historie aus, zumal sie relativ prächtig ist. Während man also andächtig in der Kirchenbank sitzt, denkt man kurz darüber nach, wie das dort wohl alles vor 501 Jahren ausgesehen haben könnte…

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