Tagesarchiv für 2. Januar 2019

RTZapper

Dinner for Cohn

Mittwoch, den 2. Januar 2019
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MO 31.12.2018 | 22.20 Uhr | zdf neo

Das “Dinner for one” läuft seit Jahrzehnten zu Silvester auf diversen Sendern rauf und runter. Dieselbe Prozedur wie jedes Jahr.
Aber halt: Silvester 2018 war etwas anders: Auf zdf neo lief das “Dinner for Cohn”. William Cohn hatte lauter Gäste zum Dinner versammelt: Angela Merkel, Dieter Bohlen, Klaus Kinski und Udo Lindenberg. Aber, und das dürfte wenig überraschen: Alle haben abgesagt.

Nun musste Cohns Butler alle Gäste spielen. Dabei stolperte er allerdings nicht über das Tigerfell, sondern erschrak sich, wenn das “Mainzelmännchenfell” laut “Gutnabnd” schrie.

Ob es nun besonders sinnvoll ist, die TV-Premiere von “Dinner for Cohn” am späten Silverabend zu zeigen, wenn alle Leute feiern, sei mal dahingestellt. Die Wiederholung lief am sehr frühen Neujahrsmorgen – ein paar Leute haben ihn da vielleicht noch verkatert nach der Party gesehen. Aber immerhin war der Sketch schon vorher in der Mediathek abrufbar. Ob zdf neo das Ding nun jedes Jahr wiederholt, werden wir erst noch sehen.

Immerhin gingen Cohn und sein Butler am Ende nicht weg, um zu, nun ja… Stattdessen bestellt William Cohn am Ende ein Kokstaxi – natürlich auf ZDF-Kosten. Lustig!

-> Der Sketch in der ZDF-Mediathek.

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RTZapper

Silvestershow mit Jörg Pilawa

Mittwoch, den 2. Januar 2019
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MO 31.12.2018 | 20.15 Uhr | ORF2

In Eurovisionsshows scheinen Frauen auch 2018/19 nur Platzhalter zu sein. Sie haben schön im Bild rumzustehen, sie haben zu lächeln, und sie sollen möglichst wenig sagen.
Zu Silvester übertrug ORF2 (plus Das Erste und SRF) live aus Linz in Österreich die “Silvestershow mit Jörg Pilawa”. Und wie im vergangenen Jahr auch mit Francine Jordi. Doch für die Moderatorin war im Sendungstitel keinen Platz.

In Zeiten der #metoo- und Gleichberechtigungsdebatte ist das mehr als erstaunlich. Denn Francine Jordi scheint in der Show nicht nur nicht namentlich vertreten zu sein, sondern sie scheint auch nicht wirklich was zu sagen zu haben. Sie hat offenbar die Rolle als Beiwerk zu besetzen. Wenn Jörg Pilawa redet, hat Frau Jordi ruhig zu sein.
Als es um 23.59 Uhr darum ging, den Countdown anzusagen, konnte sie anfangs einen bedeutungslosen Satz sagen, bevor er dann zu einer langen Rede abhob und nicht mehr aufhörte. Als er dann den Countdown zählte, stimmte sie immerhin mit ein.

Auch in anderen Moderationen war Frau Jordi entweder nicht dabei, oder sie hatte die Aufgabe zu lächeln und den großen Jörg Pilawa anzusehen. Und ein bisschen anzuhimmeln. Immerhin hat ja Pilawa eine Show, in der sein Name auch vorkommt.

Wenn es auch 2019 wieder eine Silvershow geben sollte, sollte Francine Jordi dringend ihren Vertrag neu verhandeln. Entweder wird im Sendungstitel der Name Pilawa schlicht gestrichen, denn die Nennung nur eines Moderators ist schlicht unverschämt, oder sie sollte auf diese Show-Männerdomäne einfach mal verzichten. Das Problem: Der Pilawa würde Jordis Fehlen vielleicht nicht mal merken.

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VIVA – Rest in Peace

Mittwoch, den 2. Januar 2019
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MO 31.12.2018 | 14.00 Uhr | VIVA

Das war’s für VIVA. Mit der x-ten Wiederholung der Abschiedsshow “VIVA forver” endete Silvester die 25 Jahre lange Geschichte des ersten deutschen Musiksenders. Ab jetzt sendet auf dem Kanal 24 Stunden lang Comedy Central gut abgehangene lustige Serien in Dauerschleife.
So ätzend das auch ist – VIVA haben wir heute nicht mehr gebraucht, auch wenn die Macher selbst dran schuld sind.

Als es 1993 los ging, da war VIVA noch sehr dilettantisch. Das war aber genauso gewollt. Die Leute, die dort moderieren, waren welche von uns.
VIVA war was Besonderes, denn VIVA sendete endlich deutsche Musik. Die sah man 1993 auf dem noch englischen MTV sehr selten. Wenn da mal Die toten Hosen liefen, da war das schon eine Sensation.

Blöd nur: Ich konnte VIVA erst gar nicht sehen. Ich kannte VIVA nur von premiere. Dort liefen jeden Tag in “Zapping” ausgewählte Ausschnitte mit lustigen Pannen oder Begebenheiten – und da war VIVA oft dabei.
VIVA sendete damals nur im Kabel und auf Eutelsat. Damals hatten die meisten Leute mit Satellitenschüssel aber Astra-Empfang – auch wir. Aber 1997 konnte ich mich zu Hause irgendwie durchsetzen, dass ich einen Umschalter brauchte, um auf den anderen Satelliten wechseln zu können. Dazu brauchten wir auch ein neues Empfangsteil. Aber ich konnte endlich VIVA sehen.

Doch der Kult verblasste. Spätestens als MTV und Viacom den Sender übernahmen. Nach und nach wurde VIVA zurückgefahren, irgendwann musste sich VIVA die Sendezeit mit anderen Viacom-Sendern teilen. Am Ende gab es Clips nur noch zwischen 2 und 14 Uhr – quasi unter dem Radar.
Andererseits: Videoclips sehe ich heute nur noch auf Youtube. Ich brauche keine Musiksender mehr, die mir irgendwie Clips vorsetzen. Auf Youtube fahnde ich selbst regelmäßig nach neuen Clips und entscheide selbst, welche in meine Playlist kommen. Ein echter Luxus, den mir weder VIVA, noch MTV oder auch Deluxe Music bieten konnten und können.

VIVA hätte nur eine Chance gehabt, wenn es weiterhin spannende Personality-Shows gegeben hätte – und eine stärkere Einbindung des Internets in Youtube-Art. Aber dafür war der Zug längst abgefahren.

Und deshalb: Danke, VIVA! Es war schön. Aber die Medienwelt hat sich weiterentwickelt, und da ist VIVA in dieser Form nicht mehr notwendig.

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RTelenovela

So schön war Wittenberg noch nie!

Mittwoch, den 2. Januar 2019
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Selbstbewusst sind sie ja, in Wittenberg. 2017 rückte die Stadt in den Fokus, weil 500 Jahre Reformation gefeiert wurden. Vermutlich ist dafür in der Stadt noch einiges aufgehübscht worden.
Wer nach Wittenberg reinfährt, der wird dann auch ein Schild erblicken: “So schön war Wittenberg noch nie!” steht darauf. Und man wundert sich: Denn es steht an einer Stelle, an der sich auf der linken Seite der Straße ein Industriegebiet befindet. Schön ist da wirklich was ganz anderes. Aber sicherlich ist die Innenstadt gemeint, denn auch auf den nächsten Kilometern nach dem Schild wird es nicht besser.
Dann kommt man auf eine Umgehungsstraße und zur Bahnstrecke, die auf merkwürdige Weise, über diverse Brücken, Abbiegungen und Kurven überwunden werden kann. Ohne Navi geht das gar nicht.

Unsere Wohnung ist in Ordnung, sie hat Strom, Betten, eine Küche, Bad und W-Lan. Aber vermutlich war diese Ferienwohnung früher eher die zweite Etage einer anderen Wohnung. Denn das Bad befindet sich zwischen Wohnungstür und Treppenhaus. Vom Bad aus geht es in die 2. Etage, in der sich weitere Schlafzimmer befindet. Ist das Bad besetzt, kommen die Leute von oben also nicht raus. Vergisst jemand nach dem Klogang die Tür aufzuschließen, sind die Leute oben eingeschlossen. Interessant, dass so was genehmigt wird – aber preiswert ist es.

Zehn Minuten laufen wir, dann sind wir in der Wittenberger Altstadt. Bis zum Sonntag gab es dort sogar noch den Weihnachtsmarkt. Und da ist Wittenberg dann aber wirklich schön. Und vermutlich so schön wie nie.

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