Monatsarchiv für Januar 2019

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Abschied auf Raten

Donnerstag, den 31. Januar 2019
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Reinhard Augustin hat am Freitag nach 42 Jahren seinen offiziell letzten Tag als Lehrer in Kremmen – einmal in der Woche wird er trotzdem noch unterrichten

MAZ Oberhavel, 31.1.2019

Kremmen.
Wenn Reinhard Augustin im Schulhaus die Treppen hoch läuft, dann sieht das sehr dynamisch aus. „Die machen das extra, dass ich ganz oben unterrichten muss“, sagt er scherzhaft und lacht. Er ist 62, aber das merkt man ihm nicht an. Dass er am morgigen Freitag seinen letzten Tag an der Kremmener Goethe-Grundschule hat, ist da kaum zu glauben.

„Ich bin Lehrer seit 1977“, erzählt er. „Ich bin das geworden, weil ich gerne mit Kindern gearbeitet habe.“ Sein gesamtes Berufsleben verbrachte er in der Region. Nachdem er seinen Zehnte-Klasse-Abschluss hatte, studierte er vier Jahre lang am Institut für Lehrerbildung in Potsdam. „Deutsch und Mathematik waren Pflicht, außerdem noch Werken.“ Am Ende des Studiengangs ist er gefragt worden, wo er denn hin möchte. „Ich hatte keinen Wunsch.“ Als Vertreter des damaligen Kreises Oranienburg zum Auswahltermin kamen, war er dabei. Heimerzieher wollte er aber nicht werden. „Haben Sie keine Lehrerstelle?“, fragte er. Es gab eine – in Flatow und Staffelde. „Da bin ich bis 2000 geblieben.“
Er hat seine Lehrerstelle in dem Dorf geliebt, sagt er. „Wir waren ein kleines Kollegium, familiär, stressfrei, wir hatten keine Klingel.“ Wenn er Heimatkunde unterrichtete, „brauchten wir nur raus, um uns Getreidearten anzusehen.“ Kamen er und die Kinder am Maisfeld vorbei, „haben wir uns welche abgebrochen und gegessen. Ich bin überall mit den Kindern rein, und das war schön.“

2000 wechselte er nach Kremmen, die Schule in Flatow gab es nicht mehr. „Das war schon ungewohnt, der Ablauf hier war ein bisschen anders.“ Aber er hat sich eingewöhnt. „Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge.“ Einerseits könne er jetzt alles aufarbeiten, was er bislang nicht geschafft hat. Es bleibt wieder mehr Zeit zum Lesen, für Musicals und zum Reisen. Kuba und Vietnam stehen noch auf seiner Liste. Und er muss nicht mehr jeden Tag die 55 Kilometer vom Prenzlauer Berg nach Kremmen.
Andererseits: „Es fällt mir schwer, nicht mehr als Lehrer tätig zu sein. Ich weiß nicht, wie viele Schüler ich unterrichtet habe, aber ich werde das vermissen. Und mein Kollegium, das wie eine zweite Familie für mich geworden ist.“

„Mit Herrn Augustin verlässt ein wahres Urgestein unsere Schule“, sagt Annette Borchert, die Leiterin der Goethe-Grundschule. „Er stand über 40 Jahre vor der Klasse und war während dieser Zeit Lehrer mit Leib und Seele. Er gilt als ein strenger Lehrer mit speziellem Witz und Humor, wofür ihn viele Schüler lieben, für andere stellte er auch eine Herausforderung dar.“ Im Kollegium sei er oft der einzige Mann gewesen, „und es war Ehrensache für ihn seine Damen zum Frauentag jährlich mit einer anderen Überraschung zu erfreuen.“ Sie erinnert sich, dass es am 11. 11. immer Pfannkuchen gab sowie immer liebevoll gestaltete Geburtstagstische. Er habe die Pausen im Lehrerzimmer mit Späßen aufgelockert. „Er ist ein zuverlässiger Kollege, der immer bereit war zu helfen.“

Ganz weg sein wird Reinhard Augustin nicht. Ursprünglich hat er ein Sabaticaljahr geplant. „Das ist ein Freistellungsjahr“, sagt er. Mehrere Jahre lang bekam er weniger Gehalt, um dieses freie Jahr anzusparen. Dass es nun am Ende seiner Laufbahn liegt, war so nicht zwingend geplant. „Viele gehen dann länger ins Ausland.“ Das wird er erst mal nicht. Denn einmal pro Woche wird er weiter nach Kremmen kommen. Donnerstags unterrichtet er Englisch als Begegnungssprache. „Wir mussten im Schulamt nachfragen, ob das überhaupt geht.“
Wahrscheinlich im Februar 2020 geht Reinhard Augustin dann endgültig in Pension. Allerdings habe er „bereits angekündigt, dass er jeder Zeit bereit ist, und wenn Not an Mann ist zu unterstützen“, weiß Schulleiterin Annette Borchert. „Ich glaube nicht, dass sie Nein sagt“, meint der 62-Jährige und lächelt. „Da habe ich ja auch wieder neue Kräfte.“ Bis er 65 werde, könne er auf jeden Fall noch ein bisschen was tun.

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Meine Feuerwehr: Die Familie hält zusammen

Donnerstag, den 31. Januar 2019
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Die Feuerwehr in Eichstädt besteht aus zehn Leuten – sie verlassen sich blind aufeinander

MAZ Oberhavel, 31.1.2019

Eichstädt.
Im Eichstädter Depot hinter dem Gemeindehaus stehen Feuerwehr und Rettungswagen immer direkt nebeneinander. Beide Einrichtungen teilen sich die kleine Wache. „Ja, es ist ein bisschen eng“, sagt Ortswehrführer Nico Hamel. „Aber wir haben uns ganz gut damit arrangiert.“ Die Retter haben immerhin einen eigenen Aufenthaltsraum.

Im vergangenen Jahr konnten die Eichstädter ein Jubiläum begehen. Den 90. Geburtstag feierte die Feuerwehr mit einem großen Fest auf dem Dorfanger zur Landpartie im Juni. Zehn Aktive, darunter drei Frauen, gehören der Wehr an. „Unsere Frauenquote ist schon nicht schlecht“, sagt Nico Hamel und lächelt.

Auch wenn sie nur zu zehnt sind – bei großen Einsätzen gibt es schon mal Transportprobleme. „Unser Auto ist recht klein.“ Die Eichstädter haben neben dem Schlauchtransportanhänger ein Tragkraftspritzenfahrzeug aus dem Jahr 2004. „Da kommen aber nur sechs Leute mit.“ Der Rest müsse dann sehen, dass sie bei den anderen Feuerwehren mitkommen. „Zum Beispiel, wenn die Vehlefanzer auch Bötzow fahren, komme die ja bei uns durch, und irgendwo kriegen wir immer alle unter.“

Die Tagesbereitschaft in Eichstädt sei glücklicherweise kein Problem. Drei der Aktiven arbeiten im Ort, Wehrführer Nico Hamel ist auf dem Bauhof beschäftigt. Die Eichstädter sind vorrangig für den eigenen Ort zuständig, bei größeren Einsätzen in den Nachbardörfern oder auf der Autobahn müssen sie aber auch los.

Im Jahr 2018 hatten die Eichstädter 45 Einsätze. „Für unsere Verhältnisse ist das ordentlich. Aber 2017 waren es noch mehr, durch den Starkregen und die Stürme“, so Nico Hamel. Den Löwenanteil bilden technische Hilfeleistungen bei Unfällen oder Türnotöffnungen. Besonders war der erste Weihnachtstag 2018: Erst gab es einen Schuppenbrand in Sommerswalde, und am Abend stand am Schwantener Kreisverkehr ein Auto in Flammen. „Mit einer der emotionalsten Einsätze war Heiligabend 2017, da hatten wir einen Toten auf der Autobahn.“

Nico Hamel ist seit 1997 Mitglied der Feuerwehr, seit 2001 ist der 40-Jährige bereits Ortswehrführer. „Das war damals eine ganze Truppe, die neu eingestiegen war.“ Um die Jahrtausendwende gab es einen Umschwung – die Alten gingen, die Jungen kamen. Allerdings habe die Wache in Eichstädt um das Jahr 2000 auch vor dem Aus gestanden. Doch das konnte abgewendet werden. Anfangs befand sich die Feuerwehr in einem Haus nahe des Dorfteiches. Danach hatte sie verschiedene Standorte bei der damaligen LPG im Dorf. Ende der 90er-Jahre bezog sie eine ehemalige Scheune. „Die haben wir damals in Eigenregie umgebaut, und seitdem sind wir hier.“ Nico Hamel sagt, das sei ein guter Standort. „Der Vorteil ist: Die Wache liegt in Eichstädt recht zentral.“
Zu den besten Zeiten bestand die Ortswehr auch schon aus 16 Leuten. „Da ist ein Kommen und Gehen“, sagt der Eichstädter Feuerwehrchef. „Das Problem ist, dass es keine Wohnungen in der Gegend gibt. Die jungen Kameraden werden älter und wollen dann weg von den Eltern, finden hier aber nichts.“

Jeden Dienstag um 18 Uhr treffen sich die Mitglieder der Wehr im Depot. „Die Ausbildungen machen wir mit den Vehlefanzern zusammen“, sagt Nico Hamel. Für ihn und seine Leute sei es eine Überzeugung, zu helfen. „Wir können uns blind aufeinander verlassen, und das schweißt auch doll zusammen.“ Es sei wie eine zweite Familie. „Einfach auch mal nur hier zu sitzen und zu reden. Man kann Probleme ansprechen, und die Kameraden sind da, packen auch mal mit an.“

So geht es auch seiner Frau Jeannine Hamel. Die 36-Jährige ist Jugendwartin und seit 1999 Mitglied bei der Eichstädter Wehr. Mit den Neun- bis 15-Jährigen trifft sie sich in der Regel mittwochs um 18 Uhr. „Wir bereiten uns da auf den aktiven Dienst vor“, erzählt sie. Gerätekunde, Dienstvorschriften – aber auch Spaß und Spiel. „Wir wollen locker und spielerisch an die Sache rangehen.“

Manchmal kommt es aber auch vor, dass Einsätze an die Nieren gehen. Bei schweren Unfällen beispielsweise. „Es verlässt keiner die Wache, ohne dass wir darüber gesprochen haben“, sagt Nico Hamel. Auch ein Notfallseelsorger könne dann dazukommen. Eher junge Kameraden bleiben bei schweren Unfällen auch mal im Hintergrund. „Unser Leitspruch ist: Was der Feuerwehrmann nicht unbedingt sehen muss, muss er nicht verarbeiten.“ Keiner werde irgendwo hingeschubst. Auch das gehöre zur Kameradschaft.

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Krise beim Kulturverein: Dem Erntefest droht das Aus

Mittwoch, den 30. Januar 2019
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Volker Röthig will nicht mehr für den Vorsitz der Bärenklauer Arge Baer kandidieren – und die Nachfolge ist vollkommen offen

MAZ Oranienburg, 30.1.2019

Bärenklau.
Der Bärenklauer Kulturverein Arge Baer steht vor dem Aus. Am Donnerstag, 7. Februar, findet in der Alten Remonteschule eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Dort soll eigentlich ein neuer Vorstand gewählt werden. Doch ob es dazu kommt, ist derzeit sehr fraglich.
Der Vereinsvorsitzende Volker Röthig sagte gestern: „Mal sehen, ob sich da jemand meldet.“ Denn es scheint klar zu sein, dass er selbst für den Vorsitz nicht mehr kandidieren möchte. Und wenn das so sein sollte, könnte es sein, dass weitere Vorstandsmitglieder ebenfalls zurücktreten. Gewählt werden soll eigentlich der Vorsitzende, der Stellvertreter, Kassenwart, Schriftführer und Beisitzer.

Von einem Aus des Kulturvereins könnte auch das Erntefest betroffen sein, das immer im September in Bärenklau stattfindet und von den Leuten der Arge Baer hauptsächlich organisiert wird. „Das größte Manko ist, dass ein harter Kern beim Auf- und Abbau des Festes hilft.“ Aber die wenigen Helfer aus dem Verein stünden „allein auf weiter Flur“ da. „Und das kriegen wir nicht mehr hin“, so Volker Röthig gestern. „Ich mache das jetzt 20 Jahre, ich habe nun andere Prioritäten.“ Es habe ihm immer Spaß gemacht. „Wir hatten schöne Zeiten, anfangs haben viele mitgeholfen.“ Das sei nun kaum noch der Fall, stattdessen werde viel gemeckert. „Man warf uns vor, dass wir immer dasselbe beim Erntefest machen. Aber für uns ist das in der Organisation natürlich einfacher“, erzählt der Bärenklauer. „Aber ich sage auch jedem: Kommt zu uns. Jeder kann sich doch einbringen.“ Viele Leute hätten mit sich selbst zu tun, kritisiert der Vereinschef. Erschwerend hinzu käme bei der Organisation, dass der „Dorfkrug” dann neue Pächter habe, die Zusammenarbeit müsste komplett neu aufgebaut werden – falls sie seitens der neuen Restaurantbetreiber gewünscht sei.

Bislang sind für das Erntefest seitens des Vereins noch keine Verträge mit Künstlern unterschrieben worden. Alles hängt von der Sitzung am 7. Februar ab. Betroffen von der Krise wäre auch die Landpartie im Juni an der Villa Kork. Die Arge Baer sorgt dort bislang immer für das Catering. Das Osterfeuer und den damaligen Weihnachtsmarkt hatte der Kulturverein wegen Überlastung der Organisatoren schon vor einigen Jahren abgesagt.

Volker Röthig will den Verein nicht komplett verlassen, er will aber zum eher passiven Mitglied werden. Falls sich aber für den Vorstand und den Vorsitz niemand findet, dann ist die Zukunft der Arge Baer vollkommen unklar. Und vor allem die Zukunft des Erntefestes im September.

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In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien

Mittwoch, den 30. Januar 2019
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MO 28.01.2019 | 21.15 Uhr | RTL II

Vor drei Wochen noch hätte ich mich gefragt, wieso RTL II eine Sendung zeigt, in der ein Currywurstmann Leute beim Auswandern in die USA unterstützt.
Nun war aber Currywurstmann Chris Töpperwien im RTL-Dschungelcamp, und es ist ganz sicher ein Zufall, dass ausgerechnet jetzt bei RTL II die Dokureihe mit ihm startet.

Die Reihe heißt “In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien” und lief am Montagabend. Da ist zum Beispiel die 25-Jährige, die in Los Angeles unbedingt Schauspielerin werden will. In Deutschland hat sie es nicht geschafft, und wohl fühlt sie sich da auch nicht. Nun also in die USA. Oder das Paar, das eine Idee rund um ein Boot hat, ein Saunaschiff auf dem Wasser. In 90 Tagen müssen sie Erfolg haben- auch wegen des Aufenthaltsvisums.

Im Grunde ist an der Sendung kaum etwas auszusetzen. Nur: Sie ist so null interessant. Nach Töpperwiens Vorstellung im RTL-Dschungel möchte man den Currywurstmann eigentlich erst mal länger nicht sehen, und dass ausgerechnet er anderen Leuten Erfolgstipps geben will, ist mindestens bemerkenswert. Nur leider finde ich es auch nicht interessant, zu beobachten, wie andere in den USA irgendwas machen wollen. Ob ich nun erfahre, ob eine hier erfolglose Schauspielerin drüben Erfolg hat, oder ob RTL II einen Sendeausfall (für immer?) hat, ist ziemlich wurscht.

Und das sind ja eigentlich der Tod des Fernsehens: Sendungen, die einfach nur schrecklich uninteressant und egal sind.

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RTelenovela

Ich bin gegen Tempo 130, weil… einfach deshalb

Mittwoch, den 30. Januar 2019
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Deutschland ist wohl das einzige Land der Welt, auf der es auf der Autobahn kein Tempolimit gibt. Ist die Strecke freigegeben, gibt es zwar die Richtgeschwindigkeit Tempo 130, aber man darf so schnell fahren, wie man will.
Und ich fahre gern schnell. Wenn ich unterwegs nach Rügen bin, dann ist es schön, auf der A20 Tempo zu machen. Man ist einfach schneller unterwegs. Oder wenn es nach Südwesten geht und die A4 in Thüringen frei ist.

Nun wird überlegt, ob man in Deutschland ein Tempo-130-Limit einführen soll. Wegen dem Umweltschutz und wegen der Sicherheit. Die Regierung, CSU-Verkehrsminister Scheuer sagt, er werde da nicht mitmachen, weil… ja, weil. Ja, warum eigentlich?
Weil es unpopulär ist. Weil viele seiner Wähler das doof finden.

Wenn Leute argumentieren, warum sie gegen Tempo 130 sind (und dann ja eigentlich eher Tempo 140, wenn wir ehrlich sind), dann reden sie immer von Freiheit. Sie wollen in ihrer Freiheit und in ihren Entscheidungen nicht beschnitten werden.
Ist das aber ein Argument?
Möchten die Leute in Wirklichkeit auch gern mit 160 über Landstraßen donnern? Oder warum gibt es da kein Problem, die Freiheit einzuschränken?
Hört man überhaupt mal ein vernünftiges Argument gegen ein Tempolimit? Geht es stattdessen nicht immer um Gefühle? Um eine Emotion? Um etwas anderes geht es nicht wirklich. Und wenn man gegen etwas ist, nur weil es nie anders war, ist das ja eher schwach.

Wie war das eigentlich, als in Deutschland die Gurtpflicht eingeführt worden ist? Wurde da nicht auch von “Freiheitsberaubung” gesprochen? Und ist das Fahren mit Gurt denn nicht sicherer?
Wie gesagt, wie liebe es, schnell zu fahren. Aber natürlich ist es gefährlicher, 200 zu fahren als 130 oder 140. Zieht vor mir jemand nach links, ist’s schwierig. Verliere ich die Kontrolle über das Lenkrad, auch.

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ein Tempolimit fände ich schade (Gefühl!). Aber andererseits fehlen eben aber auch die Argumente, warum man es nicht einführen sollte.

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Oberkrämer und Velten: Briefe landen in falscher Straße

Dienstag, den 29. Januar 2019
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Die beiden Orte haben mit 16727 dieselbe Postleitzahl – eigentlich dürfte deshalb dort kein Weg zweimal gleich benannt sein – aber 28 Doppelungen

MAZ Oberhavel, 29.1.2019

Oberkrämer/Velten.
Immer mal wieder bekommt Gabriele Scharm Post, die gar nicht für sie bestimmt ist. Die Briefe sollen eigentlich in den Veltener Buchenweg, landen aber in Schwante, wo es diese Straße auch gibt. Das Problem: Oberkrämer und Velten haben mit 16727 dieselbe Postleitzahl. Deshalb komme es zu Verwechslungen. „Wir haben jetzt schon einige Male verkehrte Post gehabt. Das zieht sich schon mehrere Jahre hin“, sagt Gabriele Scharm. Allein im Dezember zweimal, und sie sei nicht allein mit dem Problem der verirrten Post. „Wir geben die Briefe dann dem Postmann am nächsten Tag wieder mit.“

Aber warum haben eigentlich Velten und Oberkrämer dieselbe Postleitzahl? „Bei der Vergabe der Postleitzahlen ist zu berücksichtigen, dass der zur Verfügung stehende Zahlenvorrat begrenzt ist“, sagt Post-Pressesprecher Matthias Persson. „Aus diesem Grund kann nicht jeder Gemeinde eine individuelle Postleitzahl zugewiesen sein. Leider führt dies hin und wieder zu mehrfach vorkommenden Straßennamen.“ Die Post rate dazu, dies zu vermeiden. „Eindeutige Adressen sind nicht nur für eine pünktliche und korrekte Zustellung erforderlich, sondern auch für die Aufgabenerfüllung von Polizei und Rettungsdiensten oft sogar (lebens-) wichtig. Auch für Navigationsgeräte sind eindeutige Adresszuordnungen entscheidend.“

Wie Ivonne Pelz, die Pressesprecherin in der Veltener Stadtverwaltung, gestern sagte, gebe es in den beiden Orten 28 Doppelungen bei den Straßennamen. „Die letzte stammt aus dem Jahr 2008.“ Da habe man das Problem noch nicht im Blick gehabt. Die Straßenfindungskommission – der Vertreter von Stadtverwaltung und Fraktion des Stadtparlamentes angehören – tage bei Bedarf, also wenn Straßennamen zu finden seien. In solchen Fällen lasse sich die Kommission auch aus Oberkrämer eine Liste schicken mit dem aktuellen Stand der dort vergebenen Straßennamen. Das bedeutet, dass zumindest in Zukunft bei Neubenennungen keine Doppelungen mehr auftreten sollten.

Gabriele Scharm sagte, dass sie wegen dieses Problems auch schon vor einiger Zeit die Verwaltung in Oberkrämer angesprochen habe. Silvia Draeger, in Oberkrämer für die Bauleitplanung zuständig, war gestern dazu nichts bekannt. Von Seiten der Gemeinde gebe es keine Abstimmung mit Velten.

Dass die 28 Doppellungen in den beiden Orten nach und nach bearbeitet werden, das sei momentan allerdings nicht geplant, sagt Veltens Stadtsprecherin Ivonne Pelz. „Von unserer Seite haben wir da nichts geplant.“

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ZDF-Sport extra: Handball-WM 2019 – Spiel um Platz 3

Montag, den 28. Januar 2019
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SO 27.01.2019 | 14.10 Uhr | ZDF

Handball ist ein unfassbarer Sport. In allerletzter Sekunde, genau mit der Schlusssirene erst, da entschied sich am Sonntagnachmittag, welche Mannschaft bei der Handball-WM 2019 auf dem 3. Platz landete. Das ZDF übertrug einen spannenden Handballkrimi.

Es sind noch 30 Sekunden zu spielen. Zwischen Deutschland und Frankreich steht es 25:25 – unentschieden. Die Deutschen haben es in der Hand, genauer gesagt: Sie haben den Ball und laufen auf das Tot der Franzosen zu. Aber es klappt nicht, kein Tor. Keine Führung. Stattdessen bekommen die anderen den Ball, Sturm auf das Tor, und der Ball fliegt ins Netz.

Ein Sport, bei dem es in der letzten halben Minute noch vollkommen unklar ist, wer am Ende gewinnt und wo sich innerhalb von Sekunden zweimal das Blatt komplett wendet – das kann nur ein toller, sehenswerter Sport sein.
Das deutsche Handball-Wintermärchen 2019 endete leider doch nur mit Platz 4. Es hat trotzdem Spaß gemacht, auch wenn wir am Ende geflucht haben.

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