Tagesarchiv für 24. Dezember 2018

RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2018

Montag, den 24. Dezember 2018
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2017 -> 24.12.2017

Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Kirche hatte Strom. Das ist ja schon mal sehr erfreulich.
Und erfreulich ist auch, dass es diesmal etwas Neues in der Schmachtenhagener Christvesper gab. Ein junger Mann, vermutlich auf dem Dorf, spielte auf der Geige das Ave Maria. Das klang sehr schön und war mal was ganz anderes. Vielleicht kann ja nächstes Mal dafür der Männerchor ein Lied weglassen.

An der Frequenz der Menschen, die die Lieder mitsingen, kann man auch erkennen, wie bekannt ein Lied ist. Während am Ende bei “O du Fröhliche” so ziemlich alle mitgesungen haben, musste selbst ich, der ja eigentlich immer tapfer mitsingt, bei “Fröhlich soll mein Herze springen” passen. Ich kannte das Lied nicht – nicht mal, als die Orgel die Melodie spielte. Vielleicht kann man für’s nächste Jahr mal was anderes aussuchen.

Ansonsten ist es immer wieder ein schöner Moment – man kommt aus der Kirche, es wird draußen langsam dunkel, und das Weihnachtsfest kann so richtig beginnen.

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RTelenovela

Jetzt auch noch Netflix

Montag, den 24. Dezember 2018
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Seit ich vor etwas mehr als einem Jahr das Internet auf dem Fernseher habe, hat sich mein Fernsehkonsum komplett verändert. Ich sehe seitdem kaum noch Live-Fernsehen, hole mir das meiste stattdessen aus den Mediatheken. Und dass ich auch Youtube auf dem Fernseher nutzen kann, ist gerade großartig. Denn dort findet man Musikclips ohne Ende, Dokus, alte Fernsehsendungen und natürlich die Werke der vielen modernen Youtuber.
Hinzu kam im Januar Amazon Prime mit Serien ohne Ende und Filmen.
Man kann sagen, ich habe noch nie so gut ferngesehen wie jetzt. Ich zappe kaum noch, weil ich ja sehe, was ich sehen möchte und nicht zufällig etwas ein- und dann wieder wegschalte.

Und jetzt auch noch Netflix. Ich kann mir nun einen Account mit einem Freund teilen, und seitdem weiß ich noch stärker, in welcher Gefahr das herkömmliche Fernsehen wirklich ist.
Denn das Angebot von Netflix ist gigantisch. Nicht zwingend im Sinne von “immer toll”, aber tatsächlich von der Größe des Angebotes her. Die Zahl der Serien ist riesig, ebenso die der Filme. Es gibt Kinoproduktionen, aber Netflix produziert auch viel selbst. Schafft man alles gar nicht.
Dass viele Leute da kaum noch in die Mediatheken anderer Sender und Anbieter schauen, wundert mich nicht mehr.
Ich habe mich gerade mal eine Stunde eingeloggt und mir eine Liste der Serien und Filme angelegt, die ich mir gern ansehen möchte. Die war nach dieser Stunde schon so lang, dass sie gar nicht abzuarbeiten ist.
Irgendwie überfordert das einen auch, dass das Angebot nun so groß ist, dass man das gar nicht schaffen kann. Andererseits fällt der Satz: “Es kommt ja wieder gar nichts” nie wieder, denn ich muss nur in meine Listen auf Youtube, Amazon oder Netflix schauen.

Schöne neue Fernsehwelt. Und, ja, Fernsehen: Ich bezeichne auch, was ich übers Internet sehe, als Fernsehen. Denn ob ich eine Serie im ZDF oder bei Netflix sehe, ist ja kein Unterschied.

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RTZapper

Katrin Weber

Montag, den 24. Dezember 2018
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SA 22.12.2018 | 22.50 Uhr | mdr-Fernsehen

So ratlos hat man Gregor Gysi vermutlich noch nie gesehen. Mit großen Augen verfolgte er das Geschehen, und ich hätte sehr viel Geld dafür gezahlt, um lesen zu können, was in ihm vorgeht. Er saß in einer mdr-Show, und die Moderatorin sang und tanzte vor ihm, lud ihr Bein auf dem Tresen ab, wo sie Gysis Bier erst mal auf dessen Hose schüttete. Und auch sonst hörte Katrin Weber lieber Katrin Weber reden und weniger Gregor Gysi.

Das Konzept ist simpel. Eine temperamentvolle Moderatorin lädt in eine kleine Bar, sie befragt Gäste, und Musik gibt’s auch.
Funktioniert sei Jahren und heißt “Inas Nacht”. Das Konzept der kleinen NDR-Show aus Hamburg ist erprobt, erfolgreich und längst Kult. Da ist es klar, wenn andere versuchen, dieses Konzept zu kopieren. Dass sie es nicht schaffen, es zu übertreffen, sollte allerdings immer klar sein.

Ein solcher Versuch ist “Katrin Weber”. Was ein bisschen klingt wie der Titel einer Ärztin-Ratgebersendung, ist eine Unterhaltungsshow im Leipziger Academixer-Keller. Am Sonnabendabend lief die erste Folge im mdr-Fernsehen.
Sie redet gern, sie plappert mit ihren Gästen und weil sie weiß, dass sie viel redet, betont sie immer wieder mal, dass sie ja total gespannt sei, ob denn ihre Gäste auch zu Wort kämen.
Das kann man nur hoffen, denn ansonsten bräuchte Katrin Weber zu “Katrin Weber” ja keine Gäste einladen. Sie ist übrigens die Stimme des Ostens, wie der mdr betont. Was erstaunlich ist, wenn ich als Ossi von Katrin Weber und ihrer Stimme noch nie was gehört habe.

Im Fall von Gregor Gysi, der der allererste Gast war, musste man als Zuschauer aber in der Tat Angst haben, dass er wieder raus geht, ohne irgendwas erzählt zu haben. Katrin Weber erzählte dagegen DDR-Witze, die sie aber eigentlich von ihren Zetteln ablas, was irgendwie unspontan wirkte. Plötzlich musste sie auch noch irgendwas zu sagen, wo man fragen musste: wozu?
Wo Ina Müller zwar auch Temperament hat und vorlaut ist, so drängt sie sich an sich doch nicht so in den Vordergrund wie Katrin Weber. Wo Ina eher was über die Gäste wissen will, liest Katrin Weber lieber Witze ab oder erzählt von sich.
Dann doch lieber das Kneipen-Original aus Hamburg.

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RT im Kino

Mary Poppins’ Rückkehr

Montag, den 24. Dezember 2018

Mehr als 50 Jahre nach dem ersten Teil besannen sich die Verantwortlichen bei Disney, Mary Poppins wieder auf die große Leinwand zu holen. Zum Weihnachtsfest soll die Magie dieses Filmes die Zuschauer wieder ins Kino locken.

London in den 30ern. Michael (Ben Whishaw) steckt in großen Schwierigkeiten. Sein Haus soll von der Bank gepfändet werden, und er kann das nötige Geld nicht aufbringen. Ist bald alles vorbei? Müssen er und seine drei Kinder Annabel (Pixie Davies), John (Nathanael Saleh) und George (Joel Dawson) sich bald eine neue Bleibe suchen?
Als er mit ihnen im Park einen Drachen steigen lässt, erlebt er eine Überraschung: Mary Poppins (Emily Blunt) schwebt von oben ein. Michael kennt sie, denn vor vielen Jahren war sie auch sein Kindermädchen, und auch damals schwebte sie wie aus dem Nichts bei der Familie ein.
Mary übernimmt auch gleich die Erziehung und Betreuung der Kinder – und ganz nebenbei hilft sie auch, die Familie aus der misslichen Situation zu befreien.

“Mary Poppins’ Rückkehr” schließt indirekt an den ganz alten Film an. Denn der erwachsene Michael ist keineswegs überrascht über Marys Fähigkeiten, er und seine Schwester Jane (Emily Mortimer) wurden schon damals von ihr betreut.
Mit Emily Blunt ist eine durchaus passende Darstellerin für Mary Poppins gefunden worden. Sie erscheint hart, aber immer wieder blitzt ihr weicher Kern durch.
Dennoch ist dieser Film von Rob Marshall vor allem eines: langweilig. Die überlange Geschichte zieht sich wie ein Käse. Immer wieder wird sie von Songs unterbrochen, die aber einfach nicht ins Ohr gehen wollen, stattdessen sind sie hoffnungslos mit schnell aufgesagtem Text durchsetzt – manchmal mit hohem Nervfaktor.
Dass dieses Märchen nicht logisch sein muss, ist klar. Als es aber darum geht, die Uhr von Big Ben zurückzudrehen, weil sie es sonst nicht mehr rechtzeitig zur Bank schaffen, wäre es vermutlich sinnvoller gewesen, gleich zur Bank zu rennen, anstatt sich ewig mit der Uhr zu befassen. Ansonsten wirken einige der eigentlich fantasievollen Momente eher albern.
Kaum vorstellbar, dass auch daraus ein Klassiker wird.

Mary Poppins’ Rückkehr
USA 2018, Regie: Rob Marshall
Disney, 131 Minuten, ab 0
3/10

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