Tagesarchiv für 21. Dezember 2018

RTZapper

Unsere Geschichte: Der Flugzeugabsturz von 1986 und die Stasi

Freitag, den 21. Dezember 2018
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MO 17.12.2018 | 22.00 Uhr | NDR

Es sind noch längst nicht alle Geschichten über die DDR erzählt. Über diesen Staat, seine Überwachungsmethoden und die Art, mit Katastrophen umzugehen.
Davon erzählte am Montagabend “Unsere Geschichte” im NDR. Aufgerollt wurde ein Flugzeugabsturz im Dezember 1986 in Bohnsdorf bei Schönefeld.
Die Katastrophe fand zwar den Weg in die “Aktuelle Kamera”, aber dennoch passte so ein Unglück ganz und gar nicht zum Selbstverständnis des sozialistischen Staates.

In der NDR-Doku ist das sehr anschaulich und berührend dargestellt worden. Plötzlich standen die Menschen im Fokus der Stasi, die in Schwerin mit ihnen zu tun hatten. In Schwerin wurde fast eine komplette Schulklasse ausgelöscht.
Anteilnahme? Kannte die Stasi nicht. Trauer in der Schule? Nicht gestattet. Stattdessen: weitermachen.
Trauerfeier? Ja, aber ohne die trauernden Schüler. Weil das Westfernsehen da war und Emotionen nicht gewollt waren, wurden einfach Jugendlicher anderer Schulen dazugeholt. Fast wären die Trauernden nicht mal auf den Friedhof gekommen. Angehörige wurden bespitzelt, weil man drängende Nachfragen befürchtete.

Auch an solchen Filmen zeigt sich, was für ein Staat die DDR war. Einer in dem eher Misstrauen gegenüber den eigenen Leuten herrschte. Wo nur die perfekte Außenwirkung zählte und nicht das, was in den Menschen vorging.
Gut, dass es die Doku gibt.

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RT liest

Alice Camden: Der Geschmack von Honigmuffins

Freitag, den 21. Dezember 2018

Unfassbar: Julians Leben ändert sich dramatisch. Ein Unbekannter hat hat ein Video verbreitet, das ihn beim Sex mit einem anderen zeigt. Explizite Szenen – sie singen an alle Menschen, die sich in Julians Adressverzeichnis im Telefon befinden.
Was für ein Schock! Und das, wo er doch gerade auf dem besten Weg ist, Lehrer zu werden. Was soll aus ihm werden? Wer will noch mit ihm zu tun haben?
Es ist ein Kollege aus dem Café, in dem er arbeitet, der ihn vorübergehend aufnimmt. Rock, der eigentlich Peter heißt, ist ehemaliger Häftling, und es scheint, als ob er einige Geheimnisse hat. Julian aber merkt, dass er diesen Rock sehr faszinierend findet – und nicht nur das. Aber eigentlich hat er ja noch ganz andere Probleme…

Der Roman “Der Geschmack von Honigmuffins” von Alice Camden beginnt irreführend – aber das merkt man erst im Laufe des Lesens. Denn das Cover zeigt zwei Männer in Brauntönen, voll den Kitsch. Die beiden haben allerdings nichts mit denen zu tun, von denen man im Buch liest. Es ging nur um die Optik, und das ist schade, ärgerlich und auch ein bisschen feige.
Die Geschichte selbst liest sich gut weg, sie hat Spannungsmomente, man trifft auf spannende und liebenswerte Figuren. Allerdings fehlt dem Roman irgendeine zweite Ebene. Die Geschichte wird erzählt, ohne dass man mal die Perspektive wechselt. Da fehlt ein bisschen der Pfiff. Auch sprachlich lässt der Roman manchmal zu wünschen übrig, bestimmte Floskeln kommen immer wieder vor. So heißt es immer wieder, dass jemand hart schluckt. Passiert etwas, schluckt jemand. Da rollt man irgendwann mit den Augen.
Auch driftet die Story manchmal etwas zu sehr ins Kitschige ab, hier und da tritt sie auch mal auf der Stelle. Auch wird eigentlich die ganze Geschichte um das Sexvideo viel zu schnell vernachlässigt. Dass es praktisch gar keine Reaktionen darauf gibt, ist unrealistisch.
So ist “Der Geschmack von Honigmuffins” dann aber doch genau das, was das Cover verspricht: eine Liebesschnulze. Muss man mögen.

Alice Camden: Der Geschmack von Honigmuffins
Amazon, 387 Seiten
5/10

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RTelenovela

Snapchat ist nichts für mich

Freitag, den 21. Dezember 2018
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Ich hatte kurz mal einen Snapchat-Account.
Grundsätzlich bin ich ja immer neugierig, was es heutzutage für Möglichkeiten im Internet gibt, zu kommunizieren, sich zu zeigen und Geschichten zu erzählt.
Facebook, WhatsApp, Instagram, der Blog, Youtube. Da bin ich schon recht vielfältig unterwegs. Man hört aber immer wieder, dass gerade die Jugendlichen sich bei Snapchat rumtreiben.
Ähnlich wie bei der Instsstory oder dem WhatsApp-Status lädt man Bilder hoch, die aber nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden.

Ich wollte mir das ansehen und meldete mich an. Tatsächlich wurden mir auch zügig ein paar Leute angezeigt, die ich auch auf anderen Plattformen verfolge.
Ansonsten aber: Bahnhof.
Wie findet man bestimmte Leute? Wie kann ich nach bestimmten Dingen suchen? Stattdessen wurden mir nur irgendwelche Storys angezeigt, die vermutlich eh öffentlich sind.

Kurzum: Ich komme mit Snapchat nicht zurecht, und so ließ mein Interesse auch sehr schnell nach. Zumal die dort gezeigten Storys nicht wirklich interessant waren. Und was ich eventuell spannend finden könnte, fand ich nicht.
Also meldete ich mich wieder ab – was ich aber auch erst nach langem Suchen konnte. Das Kapitel Snapchat ist für mich erst mal erledigt.

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RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Wenn’s denn sein muss – frohes Fest!

Freitag, den 21. Dezember 2018
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MO 17.12.2018 | Berlin, Komödie im Schillertheater

19. April 2019. An diesem Tag werden wir sehen, was wir beklatscht haben. Und worüber wir gelacht haben. Was uns gewundert hat. Oder kalt gelassen hat. Und warum wir stehende Ovationen gegeben haben.
Wir haben das alles schon gemacht, wissen aber nicht warum. Und das darf man durchaus wenigstens mal merkwürdig finden.

Montagabend in der Komödie im Schillertheater in Berlin. Eigentlich war der Jahresrückblick von “Kalkofes Mattscheibe” angekündigt. Motto: “Wenn’s denn sein muss – frohes Fest!”
Wir gehen dort seit mehreren Jahren hin, es ist schon Tradition, und eine durchaus schöne. Denn dort gibt es erste Ausschnitte aus “Fresse 2018”, und wir können uns schon mal darüber beömmeln.

Diesmal aber mussten wir eine halbe Stunde warten, obwohl Oliver Kalkofe pünktlich auf die Bühne kam. Er erzählte davon, dass im kommenden Jahr “Kalkofes Mattscheibe” das 25. Jubiläum feiern wird. Dazu wird es auf Tele 5 eine große Show geben. Und dazu werden wir gebraucht.
Ein paar Kameraleute waren da, und ein Team im Hintergrund sagte, was wir zu tun hatten. Oliver Kalkofe erzählte uns, dass die Mitschnitte für etwas gebraucht werden, wovon wir jetzt noch nicht so genau wissen sollen, worum es sich handelt.

Und schon ging es los. Begeistert klatschen. Lange. Etwas kürzer. Ganz kurz. Ein bisschen wenige applaudiert. Und noch weniger. Und dann fast gar nicht. Erstaunen. Verwundern. Ekel. Gleichgültig schauen. All das musste das Publikum machen. Wer nicht wollte, hatte schon im Vorfeld im Foyer die Gelegenheit, Bescheid zu sagen.
Vermutlich haben alle mitgemacht, und grundsätzlich funktioniert ja so das Fernsehen. Merkwürdig war hier nur, dass wir ja in einer ganz anderen Veranstaltung saßen und wir nicht mal im Ansatz erfahren haben, wo wir denn da reingeschnitten werden – oder wofür das Ganze eigentlich überhaupt ist. Wen wir denn da lustig finden werden oder doof.
So richtig sieriös ist das nicht, aber vermutlich wird am Ende alles gar nicht so schlimm.

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