Tagesarchiv für 14. Dezember 2018

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2000 schnelle Stoßwellen

Freitag, den 14. Dezember 2018
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In der Kremmener Physiotherapie-Praxis behandelt Jonas Wolf seine Patienten mit einem speziellen Gerät – Heilung von chronischen Muskelstörungen möglich

MAZ Oberhavel, 14.12.2018

Kremmen.
2000 Stöße innerhalb von wenigen Minuten. Direkt auf die Haut, direkt in den Körper. Anfangs nicht zwingend angenehm – aber es soll helfen.

„Als Physiotherapeut will man ja immer das Bestmögliche rausholen bei einer Behandlung“, sagt Jonas Wolf. Er arbeitet in der Praxis von Beate Pleger in Kremmen. „Bei chronischen Sehnenreizungen kommt man aber an seine Grenzen.“ Allerdings kann Jonas Wolf seit einigen Wochen mit einem Gerät arbeiten, das es in der Region nur sehr selten in einer Physiotherapie-Praxis gibt. „Wir arbeiten mit der radialen Stoßwelle“, erzählt er.

Eine Stoßwelle sendet kurze Schallimpulse von sehr hoher Energie, sie wirkt immer von außen in den Körper ein“, erklärt er. Zum Beispiel beim so genannten Tennisarm. Jonas Wolf fühlt die erkrankten Muskel. Dann nimmt er das Gerät, schaltet es ein und setzt es direkt an die Stelle, die weh tut. Nach etwa 300 Stößen, die von dem Gerät ausgehen, setzt er kurz ab und legt es an einer danebenliegenden Stelle wieder auf. Bis am Ende 2000 solcher Stöße erreicht werden – auf dem Display wird der Countdown runter gezählt.
„Der Schall dringt ein“, erklärt Jonas Wolf. Dadurch soll der Stoffwechsel verbessert werden, es soll eine Mikrozirkulation auf Zellebene angeregt werden. Oder salopp gesagt: Der Körper bekomme gesagt, dass er das Problem in den Griff kriegen müsse, es werde ein Reiz auf die Struktur ausgeübt, der Körper fange dadurch an, verstärkt zu arbeiten. Die ganze Prozedur dauert nur wenige Minuten – muss aber im Abstand von ein paar Tagen mehrfach wiederholt werden, bis es zur Heilung kommt. Das Ganze hat allerdings einen Haken: Die Krankenkassen bezahlen die Behandlung nicht. „Da wollen sie nicht ran“, sagt Jonas Wolf. Die Patienten müssen selbst in die Tasche greifen.

Heidrun Kattner aus Flatow gehört zu seinen Kundinnen. Die Lehrerin lässt sich in der Praxis ihren Fersensporn mit der radialen Stoßwelle behandeln. „Es ist am Anfang ein sehr unangenehmes Gefühl gewesen, dass muss man schon sagen“, erzählt sie. Aber inzwischen hatte sie fünf Behandlungseinheiten, und sie spüre, dass es inzwischen nicht mehr so schlimm sei und ein Erfolg in Sichtweite sei. „Häufig sind das Patienten mit langen Leidensgeschichten“, sagt Jonas Wolf. „Der Leidensdruck ist da groß.“ Wichtig sei, dass der Patient ganz am Ende wieder schmerzfrei sei.
Heidrun Kattner hatte das Fersensporn-Problem bereits am anderen Fuß, und es war eine langwierige Angelegenheit. „Diesmal wollte ich nicht ewig warten, und dann ist es mir das Geld auch wert“, erzählte sie.

Seit zwölf Jahren ist Jonas Wolf Physiotherapeut, seit zehn Jahren arbeitet er in der Kremmener Praxis, in der insgesamt 20 Leute beschäftigt sind. Die Größe der Firma habe die Anschaffung des Gerätes möglich gemacht, sagt er. Ob sich die Kosten amortisieren, sei nicht klar. Zumal ja längst nicht alle Patienten mit der Stoßwelle behandelt würden. Heidrun Kattner jedenfalls ist zufrieden. „Beim ersten Mal habe ich gesagt, da gehe ich nie wieder hin. Aber es ist definitiv so, dass es von Mal zu Mal besser wird“, erzählt sie.

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ORA aktuell

Oranienburger Büchertreff schließt zum Jahresende

Freitag, den 14. Dezember 2018
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Zu Silvester öffnet der “Büchertreff” auf dem Bötzower Platz in Oranienburg zum letzten Mal. Entsprechende Schilder am Geschäft weisen darauf hin. Bernhard und Marianne Miethe wollen in den Ruhestand gehen. Seit Dezember 1990 betrieben sie ihr Geschäft, seit 1994 am heutigen Ort.

Ab 2019 gibt es dort einen Händler für Outdoorbedarf. Der wird auch die Postagentur weiterführen, die es in diesem Geschäft gibt.

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RT liest

Kevin Brooks: Born scared

Freitag, den 14. Dezember 2018

Angst. Überall. Elliots Leben besteht nur daraus: aus Ängsten. Der Junge verlässt nicht mal das Haus, weil überall Gefahren lauern könnten. Wenn er seine Medikamente nicht hätte, dann würde die Sache mit der Angst vermutlich gar nicht mehr funktionieren. Ohne die Pillen geht es nicht.
Aber dann ist Weihnachten, und die Pillen sind alle. Das heißt, eigentlich sind sie nicht alle, sondern in der Apotheke hat man die Medikamente verwechselt.
Seine Mutter macht sich auf den Weg – kommt aber nicht wieder. Elliot gerät in Panik. Was soll er nun tun? Etwa raus gehen? Eigentlich bleibt ihm nichts anderes übrig…

In “Born scared” geht es um einen Jugendlichen in einer Ausnahmesituation. Wie geht Elliot mit seiner Angst vor allem und alles um? Kevin Brooks gelingt es ziemlich gut, in den Kopf des Jungen einzudringen, dem Leser näher zu bringen, was da in ihm vorgeht.
Das ist kurzweilig und liest sich schnell weg.
Schade ist aber, dass die Geschichte im zweiten Teil ziemlich absurd und übertrieben ist. Da gibt es dann Verfolgungsjagden, die völlig vom eigentlichen Thema ablenken. Damit hat Brooks der Story keinen Gefallen getan. Das Ende ist zudem enttäuschend mau.

Kevin Brooks: Born scared
dtv, 235 Seiten
6/10

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RTelenovela

Weihnachtsmärkte: Geht hin!

Freitag, den 14. Dezember 2018
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Müssen wir uns jetzt wirklich die Frage stellen, ob wir denn ohne Angst auf den Oranienburger Weihnachtsmarkt gehen können?
Nach dem schlimmen Zwischenfall in Straßburg wird erneut über die Sicherheit solcher Veranstaltungen geredet.
Aber, nein! Wir sollten uns jetzt nicht und niemals verrückt machen lassen. Geht hin! Habt Spaß!

Schon nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz, den ich um nur wenige Minuten „verpasst“ habe, schrieb ich an dieser Stelle, dass Angst und Panikmache jetzt das völlig Falsche seien.
Und das gilt, auch zwei Jahre danach, immer noch.
Nie und nirgendwo können wir Dinge wirklich verhindern. Im Straßenverkehr nicht, in der Bahn nicht, im Flugzeug nicht. Bleiben wir aber deshalb voller Angst zu Hause? Bleibt besonnen, besucht am Wochenende die Weihnachtsmärkte in Oranienburg, Schwante, Berlin, Dresden oder wo du willst. Lasst euch nichts einreden!

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