Tagesarchiv für 13. November 2018

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Jean-Paul Didierlaurent: Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky

Dienstag, den 13. November 2018

Er kümmert sich um die Toten. Sie kümmert sich um die Lebenden. Und als ein Lebender sterben will, da kreuzen sich ihre Wege.
Ambroise Lanier, fast 30, ist Leichenpräparator. Er sagt, er macht das nicht nur für die Toten. Sondern für die Angehörigen, die nicht der hässlichen Fratze des Todes in die Augen gucken sollen. Es geht um Würde.
Manelle Flandin arbeitet bei einem Pflegedienst, ist Seniorenhelferin. Sie kümmert sich um sie, damit sie ihre Eigenständigkeit behalten. Ihr Lieblingssenior ist Samuel Dinsky. Er ist 82 und sterbenskrank.
Samuel fasst einen Beschluss: Er will sterben, in der Schweiz. Und Manelle soll ihn begleiten. Die lehnt das empört ab.
Ambroise ist es, der von seinem Bestattungsunternehmen den Auftrag bekommt, einen 82-Jährigen in die Schweiz zu fahren. Den wahren Grund jedoch, weiß Ambroise nicht.

Es ist “Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky”, der Ambroise und Manelle zusammenführt. Jean-Paul Didierlaurent hat einen fantastischen Roman geschrieben.
Der französische Autor von Menschen, die sich um andere kümmern. In einer sehr liebevollen Art schildert er, wie Manelle mit den alten Leuten umgeht. Mit ihren Macken und Schrullen. Und er erzählt von Ambroise und davon, wie er sich um seine Präparationsarbeit vorbereitet und was dabei alles zu tun ist.
Das sind spannende und gleichzeitig entspannende Momente. Aber die erste Hälfte ist letztlich nur die Vorgeschichte für den Road Trip in der zweiten Hälfte. So traurig und so heiter, und überraschend auch. Einfach wunderbar.

Jean-Paul Didierlaurent: Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky
dtv premium, 256 Seiten
10/10

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RTelenovela

Rügen 2018 (21): Großbaustelle B96

Dienstag, den 13. November 2018
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(20) -> 12.11.2018

Über die B96 von und nach Rügen fahre ich nur, wenn die Rügenfähre zwischen Stahlbrode und Glewitz außer Betrieb ist – also zwischen November und Ostern. Die scheint übrigens wieder beliebter zu sein, es heißt, die Fahrgastzahlen seien wieder gestiegen.

Wer aber zwischen Bergen und Samtens auf der B96 unterwegs ist, kann sehen, was sich dort gerade tut. Neben der alten Trasse ist schon die neue zu sehen. Hinter Samtens wird irgendwann der Verkehr weiter dreispurig bis zum neuen Bergener Kreuz geführt. Dort sind schon mehrere neuen Brücken zu sehen. Es scheint, als ob die B196 von Bergen kommend über die B96 geführt wird und man dann kreuzungsfrei auf die Schnellstraße gelangt.

Momentan ist dort überall langsam angesagt. Ehrlicherweise auch, weil man als Autofahrer ständig rüber guckt, was sich denn da drüben alles tut.
Dass ich es seltsam finde, dass die neue B96 nur dreispurig ist, hatte ich ja schon erwähnt. Dennoch wird man die Strecke zwischen Bergen und der Rügenbrücke künftig wohl in gut zehn Minuten schaffen – jedenfalls bei wenig Verkehr. Wenn viel los ist, dann gibt es auch weiterhin an den diversen Spureinengungen Probleme geben.
Dennoch tut es sehr weh, wenn man sieht, wie viele Bäume allein zwischen Samtens und Bergen abgeholzt werden mussten, um diese neue Trasse zu errichten.

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