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Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt

SA 03.11.2018 | 20.15 Uhr | rbb

Skandal in West-Berlin! Die Schrippen werden teurer! Im Grunde kann sich nun niemand mehr Schrippen leisten, und die “Berliner Abendschau” vom SFB hat mal bei einem Bäcker nachgefragt, wieso die Schrippen nun so unverschämt teurer werden.
Sie haben mal 6 Pfennige gekostet. Nun sollen sie, und durch West-Berlin geht ein gewaltiger Ruck, 7 Pfennige kosten. Unfassbar. Nun wird befürchtet, dass die West-Berliner verstärkt nach Ost-Berlin fahren, um das Schrippen zu kaufen. Dort sind sie nämlich noch billiger.

Willkommen im Jahr 1961. Es sind die Monate vor dem Mauerbau, bald wird die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin gebaut. Sie wird bis 1989 stehen.
Der rbb widmet diesen Jahren eine Mammut-Doku. Am Sonnabend lief zur Primetime die erste Folge von “Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt”. In insgesamt 30 Folgen werden in je 90 Minuten die Jahre bis zur Wiedervereinigung skizziert.

Das ist mutig: eine 90-minütige Geschichtsdoku am Sonnabend zur Primetime. Zumal es diese Reihe eigentlich schon gab. Sie hieß “Mauerjahre”, und auch dort ging es um die Jahre 1961 bis 1990. Allerdings waren die einzelnen Folgen da nur 15 Minuten lang. Einerseits war das Konzept griffiger, und manchmal ist Kompaktheit besser als ausgedehnte Filme. Und bei “Mauerjahre” gab man sich wesentlich mehr Mühe bei den Grafiken und Layouts, in der Hinsicht wirkt die neue Doku eher lustlos. Auch die eigentlich tolle Katharina Thalbach wirkt als Sprecherin der Doku eher fehl am Platz, weil ihre Stimme sehr prägnant, zu prägnant und knarzig für eine solche Doku ist.

Aber dennoch: Der rbb leistet mit seiner Reihe, dessen 3. Staffel am 9. November 2019 – zum 30. Mauerfall-Jubiläum – enden soll, einen guten Bildungsbeitrag.

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