Tagesarchiv für 21. Oktober 2018

KeineWochenShow

#94 – Auf der Venus gibt es keine Klingelschilder

Sonntag, den 21. Oktober 2018
Tags:

Die Sache mit den Namen auf den Klingelschildern. Schlimme Sache! Da verstehen die Deutschen wieder mal keinen Spaß! So von wegen Datenschutz.
Das ist eines von diversen Themen in der aktuellen KeineWochenShow.

Natürlich geht es auch um die Landtagswahl in Bayern – und um das Erdbeben, das ja seit Wochen vorhergesagt worden ist und dann so vom Gefühl her gar nicht so eingetreten ist. Na ja, außer für die SPD vielleicht. Und bald wählen die Hessen, da wird es dann auch noch mal spannend.

Wir reden auch über die Drittanbietersperre. Solche Firmen schicken nämlich gegen mal eine SMS in der steht, dass man nun ein Abi für 4,99 Euro in der Woche (!) abgeschlossen habe. Obwohl man gar nichts gemacht hat. Aber man kann das rückgängig machen – wie das geht und noch viele andere Themen besprechen wir in Ausgabe #94 von KeineWochenShow auf YouTube.

Hits: 62

RT im Kino

Mario

Sonntag, den 21. Oktober 2018

Nein, nein. Im Fußball gibt es keine schwulen Männer. Wirklich nicht. Wieso sollte es auch? Geht ja gar nicht. Schließlich ist doch Fußball nur was für harte Kerle.
Ja, könnte man meinen. Ist aber Unsinn. Die schwulen Fußballer, die es garantiert auch in der ersten bis dritten Liga gibt, die trauen sich nur nicht, sich zu outen. Die nehmen sich dann schon mal eine Alibi-Frau, um so tun, als ob.
Vermutlich wird sich daran auch so schnell nichts ändern, und davon handelt “Mario”. Der schweizer Film von Marcel Gisler zeigt genauso eine Geschichte.

Mario (Max Hubacher) will Fußballprofi werden, und seine Chancen beim Verein in Bern stehen nicht schlecht. Deshalb ist er auch skeptisch, als der Verein einen Neuen einkauft: Leon (Aaron Altaras) kommt aus Hannover und ist auch Stürmer. Ein Konkurrent? Der Verein sorgt dafür, dass die beiden eine gemeinsame Wohnung bekommen.
Dort nähern sich die beiden Männer schließlich schnell an. Zaghaft und unbeholfen. Aber dann ist klar: Es ist nicht nur Sex, es ist Liebe.
Das aber muss ein Geheimnis bleiben. Als Gerüchte aufkommen, sie seien ein Paar, dementiert Mario das umgehend. Sein Berater sagt, es sei ein Nachteil, wenn alles rauskomme. Stattdessen soll die beste Freundin von Mario als Alibifrau herhalten. Aber werden Mario und Leon dieses Versteckspiel durchhalten?

“Mario” zeigt einen schlimmen Konflikt. Und das wirklich schlimme daran ist, dass es überhaupt ein Konflikt ist. Denn eigentlich steht auch Mario zu seiner Liebe. Aber eben nur beim Berater und bei seinen Eltern. Ansonsten müssen beide dichthalten. Es ist vermutlich das erste Mal, dass ein Kinofilm diesen Konflikt so schmerzlich aufzeigt. Denn dahinter stecken nicht nur menschliche Dramen und Streits. Sondern es sind auch handfeste wirtschaftliche Überlegungen, die da eine Rolle spielen.
Wer diesen Film sieht – und er ist ziemlich sicher nicht sehr weit weg von der Realität -, der wird danach ein bisschen mehr erahnen können, warum sich bis heute immer noch kein aktiver Profifußballer geoutet hat. Oder sich schließlich gegen den Beruf entschieden hat.
Max Hubacher spielt den jungen, zerrissen, glücklichen und tieftraurigen Mann hervorragend gut. Man sieht man an, was in ihm vorgeht, wie er mit sich kämpft. Auch sein Gegenpart Aaron Altaras macht seinen Job gut.
Ob “Mario” ein Film ist, der einen am Ende glücklich macht, muss man selbst sehen. Es ist jedenfalls keiner dieser lapidaren Coming-Out-Filme, sondern gesellschaftlich durchaus relevant.

Mario
Schweiz 2017, Regie: Marcel Gisler
Pro-Fun Media, 119 Minuten, ab 12
8/10

Hits: 35

RTZapper

Letzte Chance in Leipzig – Wer singt beim Schlagerbooom?

Sonntag, den 21. Oktober 2018
Tags: ,

FR 19.10.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Wer zum Silbereisen ins Erste will, der muss ziemlich schuften. Im mdr lief am Freitagabend erstmals die “Letzte Chance in Leipzig – Wer singt beim Schlagerbooom?”. Denn ein Platz war in der großen Schlagershow noch frei – für einen Nachwuchsact. So mussten am Freitag im mdr zwei junge Sängerinnen, ein Sänger und eine Gruppe darum kämpfen, wer Sonnabend ins Erste darf. Und der mdr hat es den jungen Leuten wahrlich nicht einfach gemacht. Also, eigentlich hat es der mdr an diesem Abend niemandem einfach gemacht. Den Leuten im Studio und denen vorm Fernseher.

Im Studio saßen gut zwei Dutzend Zuschauer, die scheinbar vorher auf der Straße angesprochen worden sind, ob sie nicht Lust auf diese Show haben. Nun weiß man nicht, ob es gewollt war, dass so wenige Zuschauer da sitzen sollten. Sehr voll war das Studio jedenfalls nicht. Ob etwa viele Angesprochene keine Lust auf die Schlagerbooom-Preshow hatten? DIese Leute waren es auch, die am Ende entscheiden durften, wer zum Schlagerbooom darf.

Alle waren sie verdammt gut drauf. Egal, wer grad zum Playback die Lippen bewegte – alle mussten wollten sie schunkeln, tanzen und lachen. 90 Minuten waren alle crazy drauf – hoffentlich ganz sicher ohne Drogeneinfluss.
Christin Stark, Julia Lindholm, Feuerherz und Vincent Groß waren die Nachwuchshoffnungen, die am Freitag kämpfen mussten. Unterstützt wurden sie von gestandenen Schlagerstars wie Olaf der Flipper oder Mary Roos.
Coversongs, ein Starduett und schließlich der eigene Song für den Schlagerbooom – dass am Ende die nervig-zappelige Vierer-Feuerherz-Combo gewann, ist ein bisschen schade. Zumal die Kamera ausgerechnet bei der Gruppe eine 4/10-Wertung einer Zuschauerin einfing. Aber vermutlich haben alle anderen mit Zehner-Wertungen um sich geschmissen.

Aber immerhin: Wer die Leipziger Gute-Laune-Hölle überstanden hat – die Kamera zeigte manchmal minutenlang nur tanzende Leute, die zu irgendeinem Playback zappelten -, für den wird die Dortmunder Westfalenhalle ein Kinderspiel.

Hits: 30