Tagesarchiv für 12. Oktober 2018

aRTikel

Ein Stück Velten schwappt nach Marwitz über

Freitag, den 12. Oktober 2018
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Ortsgrenze verläuft Am Tonberg entlang – Wohnpark wird aufOberkrämer-Gebiet gebaut – das führt zu Problemen

Marwitz.
Am Tonberg entstehen derzeit neue Wohnhäuser: die so genannte „Parkstadt Velten II“. Allerdings: Sie befindet sich in Marwitz. An dieser Stelle vergrößert sich die Stadt Velten in die Gemeinde Oberkrämer hinein – über die Ortsgrenze hinweg. Klar ist auch, dass dieses Gebiet auf absehbare Zeit weiterhin zu Oberkrämer gehören wird.

Wer auf der Straße Am Tonberg unterwegs ist, befindet sich wechselweise in Marwitz oder in Velten, die Grundstücke östlich davon gehören zu Velten, die westlichen zu Marwitz. Eigentlich sollte sich dort schon längst etwas geändert haben. „Es gab da 2011 schon eine Beschlussfassung“, sagte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) gestern. Von Seiten Oberkrämers habe der Gebietsabtretung für diesen Bereich nichts im Wege gestanden.
Denn dass das neue Wohngebiet optisch und vom Gefühl her zu Velten gehört, aber in Wirklichkeit in Marwitz steht, bringt Probleme mit sich. Kinder, die dort mit ihren Familien leben werden, müssten in die Kita nach Marwitz. „Das bekommt man vielleicht noch gelöst“, so Peter Leys. Schwieriger werde es, wenn die Kinder eingeschult werden. „Dann müssen die Kinder nicht nach Velten zur Schule, sondern sie werden in Bötzow oder sogar in Vehlefanz eingeschult“, so Oberkrämers Bürgermeister. Auch alle amtlichen Behördengänge werden die Bewohner nicht nach Velten, sondern nach Eichstädt führen.
„Es wäre sinnvoller, wenn man das Gebiet an Velten übergeben könnte. Die Leute sind sowieso der Meinung, sie ziehen nach Velten – was aber nicht so ist.“ Aus seiner Sicht sei das ein „richtiges Problem.“

Lange sei zu diesem Thema nichts passiert. Erst im vergangenen Jahr, als das Bauvorhaben in der „Parkstadt Velten II“ konkret geworden war, kam das Thema wieder auf den Tisch. Die Stadt Velten hat allerdings für eine Übernahme des Areals eine Bedingung gestellt. „Alle öffentlichen Grundstücke müssen an die Stadt übergeben werden“, so Peter Leys. Also auch alle Straßen – und das ist die Schwierigkeit.
Veltens Pressesprecherin Ivonne Pelz sagte gestern, dass die Stadt noch immer an einer Übernahme des Gebietes interessiert sei. „Allerdings hat Oberkrämer die Eigentumsverhältnisse nicht abschließend klären können.“ Das bestätigte Peter Leys. Konkret geht es um die Straße Tonberg Ausbau, die zwar öffentlich gewidmet ist, offenbar aber teilweise über ein privates Gelände führt. Es sei schwierig, die verschiedenen Besitzer ausfindig zu machen, „und wir können sie auch nicht dazu zwingen“, so Oberkrämers Verwaltungschef zu einer möglichen Übertragung an die Gemeinde.
Daran scheitert offenbar die Übertragung des Areals an Velten. Veltens Stadtsprecherin Ivonne Pelz versicherte, dass, falls das Problem doch noch gelöst werden könnte, die Gespräche wieder aufgenommen würden.

Insgesamt sind im neuen Wohnpark, teilweise in Velten, teilweise also in Marwitz zwölf Wohneinheiten in Doppelhäusern und 18 Einfamilienhäuser auf Grundstücken zwischen 293 und 672 Quadratmetern geplant. Einige Häuser sind dort bereits zu sehen.

RTelenovela

Wenn die halbe Innenstadt bebt

Freitag, den 12. Oktober 2018
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Plötzlich klappert es. Ein ganz leises Geräusch, aber dennoch nicht zu überhören. Meistens spät abends oder in der Nacht. Spuk? Nein!
Spätestens wenn ich den Ton vom Fernseher leise stelle, weiß ich, woher das Geräusch kommt: Die Tür vom gläsernen Bücherschrank klappert.
Und nicht nur das: Ich spüre leichte Schwingungen. Und das ist immer noch kein Spuk – sondern ein Güterzug.

Wenn abends oder nachts die Güterzüge durch Oranienburg donnern, dann beginnt die halbe Innenstadt zu beben, und ich habe den Eindruck, dass es schlimmer geworden ist. Obwohl ich nicht mal direkt am Damm wohne. Wenn ich mir die Risse im Haus ansehe, die inzwischen entstanden sind, frage ich mich, ob das alles so sein muss.

Als wegen der Bomben der Verkehr in zig Straßen auf Tempo 30 abgesenkt worden ist, haben wir das hingenommen. Aber was ist mit den schweren und lauten (!) Güterzügen? Ich werde den Riss in der Hausmauer jedenfalls weiter beobachten.

RTZapper

World Wide Wohnzimmer: Ich hate da mal eine Frage – Exsl95

Freitag, den 12. Oktober 2018
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SO 07.10.2018 | Funk

Noch lacht er.
Von was bist du fresssüchtige Fast-Fehlgeburt weiter entfernt? Einem geordneten Leben oder Unterhosen, die kleiner sind als ein Zwölf-Mann-Zelt?
Nenne deine drei schlechtesten Eigenschaften, du saftiger Speckbaron.
Fühlt es sich geil an, dass dir deine Mutter live dabei zuschauen kann, wie du kinnlose Kackbratze dich Stück für Stück zum hoffnungslosen Alkoholiker ohne Chancen auf ein geregeltes Leben mutierst?
Wann kommst du lebendig gewordene Blähung endlich darüber hinweg, dass du immer in Tanzverbots kurvigem Schatten stehen wirst?
Was hat eigentlich zuerst den Boden erreicht? Deine Würde oder deine Wampe?

Das klingt nicht nach harmlosen Talkshow-Fragen. Wer sich in das “World Wide Wohnzimmer” traut und in der Rubrik “Ich hate da mal eine Frage” sitzt, der muss sich einiges anhören.
Die Sendung der ARD/ZDF-Jugendplattform Funk holt sich offenbar einmal pro Woche einen Youtube-Star ins Studio. Die Frage sind keine normalen, sondern es ist Hater-Fragen. Es ist blanker Hass. Die Zuschauer werden aufgerufen, Hassfragen einzuschicken, und die machen das auch.
Darüber echauffiert sich das Internet-Medienmagazin “Meedia”. Ob das Satire oder Body-Shaming sei. Anlass ist die am Sonntag veröffentlichte Folge mit Exsl95.

Nun muss man natürlich sagen, dass es immer wieder merkwürdig ist, zu sehen, wer sich so auf Youtube rumtreibt. Exsl95 ist dick, er krakeelt in seinen Videos rum, frisst, säuft, pöbelt – und wirkt oft wie eine sehr billige Kopie von Tanzverbot, der auch ein Youtube-Star ist.
Er musste sich gepfefferte Fragen anhören – und musste oft ziemlich lachen.
Meedia beschwerte sich, dass man diesen Menschen damit beleidigen würde. Dem ist nicht wirklich so. Erstens, weil er wusste, worauf er sich einlässt. Zweitens, weil er sich in den Kommentaren unter seinen Videos garantiert viel Schlimmeres durchlesen muss – das aber ohne Augenzwinkern.
Zumal das Interview mit Exsl95 fast noch harmlos war, da er bis auf seine Statur gar nicht so viel Angriffsfläche bietet. Wer sich mal Hass-Talks mit anderen Youtubern im “World Wide Wohnzimmer” ansieht, wird sehen, dass da teilweise sehr viel kritischere, wirklich harte Fragen dabei sind.

Eines hat Meedia allerdings erreicht: Die Medienjournalisten haben mich auf ein eigentlich ganz spannendes Format aufmerksam gemacht.

-> Die Sendung auf Youtube.