Monatsarchiv für Oktober 2018

RT liest

Christian Linker: Der Schuss

Mittwoch, den 31. Oktober 2018
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Der Roman zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation in Deutschland. Eine rechtsgerichtete Partei macht sich mehr und mehr breit. Angeblich nicht rechtsextrem und ohne Gewalt. Aber es gibt sie eben doch, die Mitglieder rechts außen, die nicht vor Gewalt zurückscheuen.
Die Geschichte, die Christian Linker in “Der Schuss” erzählt ist fiktiv, aber keineswegs an den Haaren herbeigezogen.

Als Robin (17) einen bluten Mann an seinem Wohnblock findet, leistet er Erste Hilfe und rettet ihn. Es ist Magnus, ein Blogger, der in der rechten Szene recherchiert und Beweise hat, dass Fred, der Bundestagskandidat der Deutschen Alternativen Partei (DAP), bei einem Brandanschlag auf eine Synagoge dabei war. Nun ist wieder ein Mord geschehen, und auch diesmal will die DAP davon ablenken, dass ihre Leute was damit zu tun haben könnten.
Robin muss sich nun entscheiden: Hilft er bei der Aufklärung des Mords und des Synagogenanschlages? Immerhin würde er sich damit den Hass von Fred und seinen Leuten zuziehen. Sein Leben steht auf dem Spiel.

Christian Linker beschreibt, was da vorgeht in diesem Deutschland. Da gibt es die Rechtsextremen, die mit allen Mitteln versuchen, Stimmen zu bekommen. Die Hass schüren, die die Gesellschaft spalten mit Lügen und behaupten, dass alle anderen lügen würden. Die andere die Drecksarbeit machen lassen und Gewalt billigen, aber leugnen, wenn es hart auf hart kommt. Dann gibt es die, die sich dagegen wehren, aber hartem Gegenwind ausgesetzt sind.
Der Roman “Der Schuss” ist sehr spannend, weil es überhaupt nicht klar ist, wie die Geschichte enden könnte. Gleichzeitig macht einen das Geschehen auch wütend und deprimiert, weil sich vieles von dem Romangeschehen vermutlich längst genauso in Deutschland abspielt.

Christian Linker: Der Schuss
dtv, 316 Seiten
9/10

RT im Kino

Halloween

Mittwoch, den 31. Oktober 2018

1978 war’s. Vor 40 Jahren erschütterte eine brutale Mordserie die US-Kleinstadt Haddonfield. Seitdem ist Michel Myers (Nick Castle) im Knast, in einer psychiatrischen Anstalt. Er spricht nicht. Mit niemandem. Auch nicht, als zwei Journalisten vor ihm stehen – und seine Maske dabei haben.
Nun soll er verlegt werden, aber der Gefängnisbus verunglückt – Michael Myers gelingt die Flucht und versetzt die Kleinstadt erneut in Angst und Schrecken.
Eine aber scheint darauf vorbereitet zu sein: Laurie (Jamie Lee Curtis) hat schon vor 40 Jahren mit Myers gekämpft – nun will sie den Kampf gegen ihn erneut aufnehmen. Um sich und ihre Familie zu retten.

“Halloween” sorgt schon beim Vorspann für eine unheimliche Atmosphäre mit Gänsehaut. Denn den Titelsong, den kennt man. Es ist die altbekannte Melodie, die schon am Anfang für Grusel sorgt.
Überhaupt ist dieser Thriller eine interessante Mischung aus Nostalgie und Moderne. Es gibt Momente, da ist der Film im Hier und Jetzt mit Handys und allem möglichen – das ändert sich später. Da hätte der Film auch einige Jahrzehnte früher spielen können. Der Film ist kein Remake, mehr eine Fortsetzung nach sehr langer Zeit. Man muss das Original aber nicht gesehen haben.
Ansonsten ist der Film aber: spannend. Sehr, sehr spannend. Selten schafft es ein Film, die Zuschauer so sehr zu fesseln, dass es mucksmäuschenstill im Kinosaal ist. Wenn Michael Myers durch die Kleinstadt zieht, dann ist niemand vor ihm sicher, was die Spannung noch steigert – bis zum Showdown am Ende. Dass es irgendwie merkwürdig ist, dass die Polizei auf so einen Fall zahlenmäßig so mau reagiert, erscheint in unserer heutigen Zeit zwar eher kaum möglich, diesen Gedanken kann man am Ende aber vernachlässigen.
“Halloween” ist in seiner Art zeitlos, die Musik grandios, und ohne Frage ist das der Thriller des Jahres.

Halloween
USA 2018, Regie: David Gordon Green
Universal, 106 Minuten, ab 16
10/10

RTZapper

#hrWAHL – Hessen hat gewählt: Ergebnis-Slideshow

Dienstag, den 30. Oktober 2018
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SO 28.10.2018 | 23.30 Uhr | hr fernsehen

In Hessen ist entweder das Internet kaputt, oder das dortige Dritte Programm wird nur von Menschen über 80 gesehen, die vom Internet noch keine Ahnung haben.
Am Sonntagabend, als die Live-Sendungen rund um die hessische Landtagswahl gelaufen waren, gab es im hr fernsehen eine Zugabe. Von 23.30 Uhr bis nach 4 Uhr bestand das folgende Programm ausschließlich aus Schrifttafeln.

An sich ist es ja ein netter Service. In einer Slideshow liefen sämtliche Ergebnisse aus allen Wahlkreisen über den Bildschirm. Und bei den Erststimmen gab es außerdem noch ein Foto des Gewinners.
Das ist so wahnsinnig von gestern – und dennoch bleibt man zumindest ein paar Minuten hängen, weil man sieht, dass in irgendeiner hessischen Kleinstadt die CDU besonders stark war oder in Frankfurt/Main plötzlich die Grünen vorne liegen. Obwohl man als Nicht-Hesse damals ja gar nichts zu tun hat.
Insofern: Total out und trotzdem ein bisschen in.

RTZapper

Die Stunde, die es nicht gibt

Dienstag, den 30. Oktober 2018
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SA 27.10.2018 | 2.00 Uhr (So.) | radioeins

Eine Sendung, die um 2 Uhr beginnt und um 2 Uhr endet. Und die dennoch 60 Minuten dauert. Das geht nur einmal im Jahr, und böse Leute möchten, dass das bald gar nicht mehr geht.
In der Nacht zum Sonntag gab es auf radioeins “Die Stunde, die es nicht gibt”. Sie lief vor der Zeitumstellung auf die Normalzeit.

Es war ein schöner Rückblick auf eine längst vergangene Zeit. Und damit ist nicht nur die Zeit gemeint, als im niedersächsischen Privatradio noch drei Stunden Comedy zu hören war – und nicht bloße Musikstrecken mit Minimoderationen. Auf FFN gab es einst das Frühstyxradio, das später auch vom damaligen ORB/SFB-Jugendsender Fritz übernommen worden ist. Was auch der Grund ist, warum in Berlin-Brandenburg Figuren wie Frieda und Anneliese oder “Der kleine Tierfreund” bekannter als in anderen Regionen ist.

Auf radioeins erinnerten Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer an diese große Zeit. Es gab ein Wiederhören mit Herrn Radiohoven, den Bad-Oeynhausen-Cops, Onkel Hotte und den vielen anderen Frühstyxradio-Figuren.
Die drei Herren erinnerten nicht nur an vergangene Radiozeiten. Sondern auch daran, dass zum Beispiel die beiden alten Frauen in der “Frieda und Anneliese”-Reihe schon damals, Anfang der 90er, Omas waren, die es da kaum noch gab. Die Herren merkten an, dass das Rollenbild der Oma inzwischen längst ein ganz anderes ist.

Es war ein heitere, aber auch sehr nostalgische Radiostunde – und dann war alles vorbei, es war wieder 2 Uhr, und diese Sendung hat es nie gegeben.

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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1

Montag, den 29. Oktober 2018
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SA 27.10.2018 | 20.15 Uhr | Sat.1

Na, hast du am Sonnabend zufällig Harry Potter auf Sat.1 gesehen? Dort lief “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1”. Es ist die erste Hälfte des großen und spannenden Finales. Wirklich spannend, und quasi mittendrin endet der Film sehr plötzlich mit dem Hinweis, dass die Fortsetzung bald folgt.

Und jetzt bist du doch sicherlich schon ganz gespannt, wie es am nächsten Sonnabend weitergeht, wenn Teil 2 in Sat.1 zu sehen sein wird. Blöd nur: Da läuft dann was ganz anderes. Teil 2 wird in nächster Zukunft gar nicht auf Sat.1 zu sehen sein. In Wirklichkeit hast du Teil 2 nämlich schon verpasst. Der lief bereits am 11. Oktober – bei VOX. Dort wiederum, ohne, dass vorher Teil 1 zu sehen war.

Die Ausstrahlungsrechte für die Harry-Potter-Filme sind auf die ProSiebenSat.1- und auf die RTL-Gruppe aufgeteilt. Und so wuseln immer mal wieder irgendwelche Filme der Zauberer-Reihe durch die Sender. Neulich gab es Teil 4 auf Sat.1 und wenig später Teil 3 bei VOX. Die Sender scheren sich nämlich schon lange nicht mehr darum, dass man den Zuschauern logische Serienabfolgen zeigt. Hauptsache die Zeit wird gefüllt, ohne dass es viel kostet. Haben die Zuschauer halt Pech.
Im Fall der Heiligtümer des Todes mit dem 1. und 2. Teil, die wahllos ausgestrahlt werden, ist das aber besonders ärgerlich.

ORA aktuell

Schlägereien auf Oranienburger Rummel

Montag, den 29. Oktober 2018

Auf dem Rummel am Oranienburger Schlossplatz kam es am späten Freitagabend zu einer Schlägerei. Zwei betrunkene Jugendgruppen stritten sich. Drei Jugendliche, 17 und 18 Jahre, schlugen dann auf zwei andere Jugendliche ein. Einer hatte eine Schwellung, der andere eine Platzwunde am Auge, berichtet die Polizei. Bei der Vernehmung griff ein 17-Jähriger einem Polizisten ins Gesicht – er kam in Gewahrsam.

Später kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein betrunkener 22-Jähriger stritt sich mit einem Schausteller. Nachdem der in seinen Wohnwagen zurückgezogen hatte, zerstörte der 22-Jährig eine Scheibe des Wagens. Als die Polizei kam, griff er einen Beamten an. Auf der Wache machte er dies erneut.

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Luke! Die 2000er und ich

Montag, den 29. Oktober 2018
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FR 26.10.2018 | 20.15 Uhr | Sat.1

Mit Nostalgie kann man die Zuschauer immer packen, und Luke Mockridge hat das am Freitagabend bei Sat.1 sehr gut geschafft. Obwohl er eigentlich auch dafür gesorgt hat, dass man sich schrecklich alt gefühlt hat.

“Big Brother” zum Beispiel. 2000 lief bei RTL II die allererste Staffel, und damals war das ein echter Hype, als Zlatko und Jürgen, Alex und all die anderen im Container saßen und wir dabei zusehen konnten, was sie so machten. Schon damals schrieb ich darüber, und das ist jetzt unfassbare 18 Jahre her. Bei “Luke! Die 2000er und ich” waren einige der damaligen Bewohner zu Gast. Denn das Besondere an “Big Brother” von damals ist auch, dass es ja nie eine Wiederholung gab – Bilder davon sind also rar, auch im Netz gibt es nur wenige Ausschnitte.

Aber Mockridge hatte noch mehr zu bieten. Zu Gast war eine Familie, die 2000 bei einer Sat.1-Spielshow verloren hatte – 18 Jahre später konnten sie noch mal um die damaligen Gewinne spielen.
Das Schnappi-Mädchen war zu Gast, auch das Fruchtalarm!!!-Kind kam zu Wort, einige VIVA-Moderatoren beerdigten vorfristig schon mal ihren eigenen, ehemaligen Sender und sprachen (in einem leider total zusammengeschnittenen Interview) mit Mockridge über die damalige Zeit.

So bitter es ist, dass selbst die 2000er schon für eine Nostalgieshow taugen – so kurzweilig und lustig wie diese Sat.1-Party.