Tagesarchiv für 9. September 2018

KeineWochenShow

#88 – Extrem(o)

Sonntag, den 9. September 2018
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Diesmal dreht sich sehr viel um Musik.
Um Musik in Chemnitz.
Um Musik im Radio.
Um Schlagermusik und Popmusik, und was der Unterschied sein könnte.
Um Musik und Autorennen.
Um Live-Musik mit In Extremo in Oranienburg – mit Ausschnitten vom Konzert im Schlosshof.
Um Musik von Gundermann im Kino.

Das und mehr seht ihr in KeineWochenShow #88 auf YouTube.

RTZapper

Ich weiß alles!

Sonntag, den 9. September 2018
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SA 08.09.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Im Ersten lief am Sonnabendabend “Das härteste Quiz Europas”. Dabei wäre es besser gewesen, wenn man stattdessen “Das spannendste Quiz Europas” im Angebot gehabt hätte. Denn die neue Show “Ich weiß alles!” war leider von vorne bis hinten erstaunlich lahm.

Schon im Vorfeld ist geklotzt worden. Man vergleich sich mit Shows wie “Einer wird gewinnen!”, auch weil es sich seit langem mal wieder um eine Eurovision mit Deutschland, Österreich und Sxchweit handelte. Man prahlte dazu mit Namen mit Thomas Gottschalk und Günther Jauch sowie mit weiteren Promi-Experten. Die waren zwar da, aber kamen kaum zum Zuge.

Das größte Problem aber: der komplett fehlende Spannungsbogen. Ins Studio kam ein Kandidat, der von sich behauptete, sehr schlau zu sein. In Runde 1 mussten sie gegen Experten antreten. Gottschalk war Beatles-Experte. Til Schweiger Hollywood-Experte. Plus zwei weitere Stars. Erinnerte stark an den “Quiz-Champion” im ZDF. Verlor der Kandidat, war Schluss und der nächste kam. Oder er kam in Runde 2, da musste er gegen das 1000-köpfige Publikum antreten. Erinnerte an die RTL-Show “Die Weisheit der Vielen”. Okay, hier gab es einen Clou: Der Kandidat konnte sich aussuchen, ob er gegen die Gruppe der jungen Frauen oder Männer oder älteren Frauen oder Männer antritt. Gewann das Publikum, war Schluss, und er nächste Kandidat kam dran. Oder er kam in Runde 3, wo er gegen die drei Moderatoren großer Quizshows aus Deutschland (Jauch), Österreich oder der Schweiz antreten musste. Verlor der Kandidat, war Schluss, und der nächste kam dran. Oder es folgte das große Finale.

Bis zu Jauch und Co. kamen schon die wenigsten. Ins Finale kam gar keiner. Am Ende war diese mit drei Stunden wieder mal überlange Show einfach vorbei. Sang- und klanglos.

Mal abgesehen davon, dass die Aussage “Ich weiß alles!” auf keine einzige Person an diesem Abend zutraf. Diese Show hätte auch im Vorabendprogramm laufen können, für eine Primetime-Show fehlte der Pfiff, fehlte es an Abwechslung – es fehlte an einer Show. Zwischendurch mal Musik? Oder eine außergewöhnliche Aktion? Nichts von all dem. Will man so junge Zuschauer zurückholen? So geht das ganz sicher nicht.
Kein Spannungsbogen, keine Abwechslung, keine Höhepunkte. Einfach nur: noch irgend so ein Quiz. Sehr schade.

ORA aktuell

Dropebrücke: Oranienburger Saarlandstraße ein Jahr dicht

Sonntag, den 9. September 2018
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Nun wird es ernst für die Oranienburger: Am Montag gegen 9 Uhr wird die Dropebrücke in der Saarlandstraße für den Verkehr gesperrt. Dann beginnt bald der Brückenabriss. Das erst 1990 freigegebene Bauwerk ist so marode, dass es ersetzt werden muss.
Umleitungen führen einerseits über die Schlossbrücke oder über Lehnitz. Fußgänger und Radfahrer müssen über das Blaue Wunder. Eine Behelfsbrücke über der Havel – die alte Eisenbahnbrücke – wird es für Fußgänger und Radler nicht geben.

Ende Juli 2019 soll die neue Brücke freigegeben werden. Auch die Saarlandstraße im Bereich zwischen Robert-Koch-Straße und Lehnitzstraße wird saniert. Die Baukosten betragen voraussichtlich 4,7 Millionen Euro.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Der Stellvertreter

Sonntag, den 9. September 2018
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SA 08.09.2018 | Berlin, Schlossparktheater

Es war ruhig geworden um Georg Preuße, der lange Zeit als Travestiestar mit seiner Rolle als Mary bekannt war. Um so spannender war es, wie er sich als Papst Pius XII. im bekannten Hochhuth-Theaterstück “Der Stellvertreter” schlagen wird. Immerhin macht das Schlossparktheater auch kräftig Werbung mit ihm, sein Bild ist vorn auf dem Vier-Monats-Programmheft. “Der Stellvertreter” ist das Highlight-Stück der Saison in Berlin-Steglitz.
Am Sonnabendabend war Premiere.

Pater Riccardo (Tilmar Kuhn) ist in Berlin und entsetzt: Er erfährt von Verhaftungen, von Deportationen und vom Holocaust. Er ist empört, auch darüber, dass Papst Pius XII. scheinbar dazu nichts zu sagen hat. Er reist nach Ro, und es kommt tatsächlich zu einem Treffen, das aber anders endet als gedacht.

“Der Stellvertreter” wurde 1963 das erste Mal aufgeführt. Es geht um die umstrittene Rolle des Papstes während des Dritten Reiches. Damals sorgte es für viel Aufsehen, weil eindrucksvoll dargestellt worden ist, wie untätig die Katholische Kirche war, wenn es um die Verbrechen an den Juden ging.
Theater-Intendant Dieter Hallervorden sagt, dass in “Zeiten, in denen AfD-Politiker unverblümt ihre dunkelbraunen Reden schwingen, ist es für ein heutiges Theater geradezu eine Selbstverständlichkeit, zu zeigen, wohin solche Hetzreden, solch eine rechtsradikale ,Alternative’ schon mal geführt haben.”
Dazu allerdings taugt das Stück nicht allzu gut.

Die Frage ist: Was will uns das Stück heute noch sagen? Was erreicht das Stück in meinem Denken? Welche Schlüsse kann ich daraus ziehen?
1963 war die Rolle der Katholischen Kirche ein wichtiges Thema. Doch dazu ist heute alles gesagt – beziehungsweise wird im Stück dazu auch nichts Neues gesagt.
Wenn sich ein heutiges Theater mit Rechtsradikalismus befassen will, müsste es nicht dann auch ein modernes Stück sein. Etwas, das über die heutige Zeit etwas sagt? Oder wenn nicht, dann doch ein Stück, das sich eventuell mit dem Dritten Reich auf Basis von “normalen” Leuten befasst? Das Kirchenthema und die im Stück geführten Diskussionen haben mit dem Lebensalltag der Zuschauer 2018 nur noch wenig zu tun.
Insofern äußert Dieter Hallervorden für sein Theater ein richtiges und wichtiges Ziel – will es aber mit dem falschen Stück erreichen.

Hinzu kommt: Der Hauptdarsteller ist das schwächste Glied im Stück. Georg Preuße als Papst ist eine Enttäuschung. Ihm fehlt es an Ausstrahlung, an Stimme, er kann die Rolle nicht ausfüllen, es scheint, als wären seine schauspielerischen Mittel begrenzt. Dieser Papst lässt einen kalt, und das sollte Papst Pius nun wirklich nicht.
Alle anderen Darsteller, bis in die kleinen Nebenrollen, waren dagegen richtig gut. Tilmar Kuhn, der als Riccardo sein Entsetzen, seine Wut, nicht verhehlen kann, spielt eindrücklich.
Er kann aber auch nicht verhindern, dass insbesondere die erste Hälfte ein wenig langatmig wirkt. Toll dagegen (aber ebenfalls zu lang) ist eine Passage, die hinter einer Schattenwand spielt – eigentlich in Sachen Regie der einzige außergewöhnliche Einfall. Die Spannung zur Pause hin wird erhöht, weil Papst Pius da noch gar nicht aufgetaucht ist. Umso größer ist dann tatsächlich die Enttäuschung.
So hinterlässt diese Premiere leider einen ziemlich schalen Nachgeschmack.

RTelenovela

Wer fremdes Wasser säuft, kennt die Theatergeflogenheiten nicht

Sonntag, den 9. September 2018
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Es war empörend, was da am Sonnabendabend in der Theaterpause im Berliner Schlossparktheater passiert ist. Wollten wir doch glatt ein Fremdwasser saufen.

Um in der Pause nicht nach Speisen und Getränken anstehen zu müssen, kann man im Schlossparktheater in Steglitz, am Tresen schon vorher was bestellen und bezahlen, und dann steht das alles schon auf einem bestimmten Tisch.
Als wir dann in der Pause an unseren Tisch kamen, standen zusätzlich noch ein Wasser und eine zweite Cola auf dem Tisch. Warum, wussten wir nicht so genau, das Glas Wasser hat meine Begleiterin gleich mal geöffnet – obwohl wir das nicht bestellt hatten.

Dann der Eklat. Ein Mann kam zu unserem Tisch. Das sei sein Wasser, sagte er. Kurz waren wir verwundert, aber dann war klar, dass an diesem Tisch zwei Bestellungen hingestellt worden sind. Wir konnten uns nur entschuldigen, zumal vom Wasser noch nichts fehlte. Außer, dass es schon ins Glas gegossen war.
Der Mann aber war EMPÖRT. Wir würden uns wohl mit den Geflogenheiten in einem Theater nicht auskennen, und das sei ja unerhört. Seine EMPÖRUNG war echt, und eigentlich war das schon ziemlich lustig, wie man sich denn wegen so eines kleinen Fehögriffs so aufspulen kann.
Seine Frau kam dann auch noch dazu. Die sagte nichts, guckte aber wie: Ist ja ekelhaft, was sich so für Leute im Theater rumtreiben.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell man manche Leute auf die Palme bringen kann. Ob das Frust oder pure Arroganz ist, ist eigentlich egal. Lächerlich aber in jedem Fall.