Tagesarchiv für 8. September 2018

RTZapper

rock.kitchen

Samstag, den 8. September 2018
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DO 06.09.2018 | 23.15 Uhr | DMAX

Das Metalmagazin schrieb ganz begeistert: “Udo wird zum Fernsehkoch!”
Na ja, sagen wir mal so: Richtiger müsste es heißen: “Udo steht neben dem Fernsehkoch und guckt zu!”
Klingt natürlich ein bisschen uncool.

Auf dem Männersender DMAX lief am Donnerstagabend erstmals die “rock.kitchen”.
Sehr martialisch stehen im ersten Bild der Accept-Rockstar Udo Dirkschneider (eher klein, grau, Glatze) und Starkoch Ralf Jakumeit (groß, Iro, langer Bart, Sonnenbrille) mit jeweils einem riesigen Schlachtermesser in der Hand. Das allerdings ist kein Fahndungsfoto aus “XY ungelöst”, sondern eine der merkwürdigsten Kochsendungen im deutschen Fernsehen.

In der “rock.kitchen” (Udo sagt: Rockkitschn) treffen der Rockstar und der Rockerkoch auf andere Rockstars – in diesem Fall auf die Musiker von Apocalyptica. “Es wird gegessen und geil getrunken”, berichtet Udo am Anfang, und dass es Fisch gibt hat er auch schon mitbekommen.

Und so stehen sie vor einem Bretterzaun, im Hintergrund ist laute Musik (vermutlich wurde die Sendung am Rande eines Festivals aufgenommen) und machen Smalltalk. In seinem deutschdialiektischen Englisch wollte Udo wissen, was die Musiker vor dem Auftritt machen. Laufen gehen. Sehr spannend.
Das merkt auch der Koch, der gleich mal mit seinem Fisch reingrätscht und die Apocalyptica-Leute gleich mal zum Schneiden verdonnert. Während Udo stotternd beichtet, dass er gern Klassik hört.

Udo stellt ein paar wenige Fragen, die Musiker fragen ihn was, der Rest wird mit Porträtberichten aufgefüllt, und ein bisschen gekocht wird auch noch. Und probiert. Und wenn’s langweilig wird, wird das Ganze mit Hardrock-Mucke unterlegt. Die Sendung würde auch gut ohne Udo Dirkschneider funktionieren. Womit sie jedoch auch nicht spannender werden würde. Und was die da gekocht haben, vergisst man noch während des Abspanns.
War trotzdem, ähm, cool. Oder wie sagen die Rocker?

RTelenovela

Auch Talente scheitern mal

Samstag, den 8. September 2018
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Ob es sein erster Auftritt auf einer Bühne war, wissen wir nicht. Aber er hat ihn grandios vergeigt.
Am späten Freitagabend waren wir bei der Talentschmiede im Berliner Quatsch Comedy Club an der Friedrichstraße. Dort bekommen immer am ersten Freitag des Monats zehn Talente die Chance, sechs Minuten lang auf der Bühne zu stehen.
Ein tolles Format, weil man neue Leute kennenlernt. Man sieht, wie sie gute Shows abliefern, aber es kommt auch vor, dass man Leuten beim Scheitern zusieht.

Der 19-Jährige kam aus Potsdam, und er erzählte, dass er halb deutsch und halb kubanisch ist. Dass er nicht so hübsch ist. Dass er in der Schule deshalb gehänselt wurde. Das war ganz nett, aber ausbaufähig.
Er hatte vielleicht nicht seinen besten Tag, er wirkte fahrig, und irgendwann meinte er, er habe noch zwei Minuten, und jetzt müsse er improvisieren.
Das war keine gute Idee, denn nun begann er zu faseln, und plötzlich sprach er eine Frau im Publikum an. Sie sei ja blond, woraufhin sie rief, sie sei nicht blond. Der Comedian begann nun plötzlich auf sie einzureden, dass es ja unverschämt sei, dass sie die ganze Zeit quatsche, auch schon bei den anderen Jungcomedians. Als es beleidigend wurde, griff der Moderator ein und beendete das Schauspiel.
Dabei hatte er junge Mann vermutlich sogar recht – nur ist es eben nicht so ratsam, von der Bühne herab, das Publikum zu beleidigen und das Ganze entgleiten zu lassen.
Es könnte sein, dass er in ein paar Jahren lachend davon erzählt. Wenn er denn sein Comedyziel weiter verfolgt.

Drei der zehn Talente sind eine Runde weiter und dürfen in der nächsten Show wieder auftreten. Unangefochtener Sieger war Martin Tschirnich, der als Putzfrau Helga aus Rathenow auftrat. Er/sie erzählte von ihrem Ollen, und das macht richtig Spaß. Auch weil das unverkrampft und locker rüberkam.
Und auch Moderator Osan Yaran macht einen extrem guten Job. Auch er legte zwischendurch ein paar Stand-Ups hin, unterhielt sich mit dem Publikum, und als die Situation mit dem Bühnenzoff ausuferte, deeskalierte und schaffte es, das Publikum wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Respekt.

Die Talentschmiede ist auf jeden sehenswert. Weil man nie weiß, was einen erwartet. Und weil nach einem eventuellen Flop, der auch nur sechs Minuten dauert, ziemlich sicher wieder was Gutes kommt.

RTZapper

Tennis live – US Open: Rafael Nadal – Dominic Thiem

Samstag, den 8. September 2018
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DI 04.09.2018 | 3.05 Uhr (Mi.) | Eurosport 1

Die Regeln im Tennis sind ja eigentlich ganz simpel. Da bräuchte man bei Live-Übertragungen nicht unbedingt einen Kommentator. Wie entspannend das sein kann, bewies uns Eurosport 1 in der Nacht zu Mittwoch – allerdings wohl mehr aus Versehen.

Was für ein Match! Die Menschen in Österreich haben sich in der Nacht zu Mittwoch den Wecker gestellt, um ihren Tennishelden zu sehen: Dominic Thiem spielte im Viertelfinale der US Open gegen den Weltranglistenersten Rafael Nadal aus Spanien. Eurosport 1 übertrug das Match.

In der ersten Viertelstunde blieb es allerdings recht still. Eigentlich sollten Matthias Stach und Boris Becker das Match kommentieren. Aber sie blieben stumm. Stattdessen hörten die Zuschauer den Originalton der Veranstaltung in New York. Man hörte, was der Schiedsrichter zu sagen hatte, man hörte das Schlagen der Bälle. Und keiner störte.
Eigentlich war das total entspannend.
Und irritierend. Denn eigentlich sind die beiden Kommentatoren für das Match angekündigt worden, und Boris Becker war kurz vorher noch auf dem Platz zu sehen, um sich mit Nadal und Thiem fotografieren zu lassen. Ob Becker danach den Weg zur Kommentatorenkabine nicht gefunden hat?

Nach einer Werbepause waren die Kommentatoren plötzlich on Air, ohne irgendwas dazu zu sagen. Sie kommentierten eiun aufregendes Match mit einem 6:0 im ersten Satz für Thiem und einem wahren Kampf um die weiteren Punkte. Erst nach 8 Uhr stand mit Nadal der Sieger fest.
Tennis kann ein wahnsinnig aufregender Sport sein, da sind fünf Stunden wie im Flug verflogen.