Tagesarchiv für 7. September 2018

RTZapper

Markus Lanz: Hinrich Lührssen

Freitag, den 7. September 2018
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DI 04.09.2018 | 22.45 Uhr | ZDF

Ob Journalisten wirklich Mitglied in einer Partei sein müssen, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Dass ein Journalist aber im Vorstand einer Partei sitzt – das ist schwierig.
Hinrich Lührssen kennt man von vielen “Stern TV”-Reportagen, zuletzt war er für das Magazin “Buten un Binnen” von Radio Bremen unterwegs.
Lührssen ist nun im Vorstand der Bremer AfD, und das ist mit der aktiven Arbeit eines Journalisten nicht vereinbar. Dass man da beim RB kurz oder länger mal drüber nachdenkt, wie man damit umgeht, ist selbstverständlich.
AfD-Freunde mögen nun motzen, dass ja ganz sicher auch Mitglieder von SPD oder Grüne in den Sendern sitzen. Und dass da keiner drüber berichtet. Aber vermutlich wäre das anders, wenn eine Fernsehnase plötzlich im Vorstand eines SPD-Landesvorstandes sitzen würde. Und was ist mit Steffen Seibert, wird dann auch gerne mal gefragt. Dabei ist die Frage einfach: Seibert hat einen neuen Job und arbeitet derzeit nicht mehr als Journalist.

Am Dienstagabend war Hinrich Lührssen zu Gast bei Markus Lanz im ZDF. Lanz und Lührssen kennen sich lange, und Lanz wollte wissen, was seinen Kollegen zur AfD getrieben habe. Immerhin sei das doch die Partei, die gern mal von der
Lügenpresse reden, bei der Lührssen (und dann noch für einen öffentlich-rechtlichen Sender) ja arbeitet.
Von Lührssen kommt dazu nicht wirklich Stichhaltiges. Er sage ja so was nicht, meint er. Deshalb habe das gar keine Bedeutung.
Er finde die Flüchtlingspolitik von Merkel furchtbar. Viele hätten Angst, und dass jeder seine Familie beschützen will, erwarte er auch von der Regierung. Der Druck werde auf alle immer größer, Stichwort Digitalisierung. Ob man noch Diesel fahren dürfe, sei unklar, und Elektroautos könne sich keiner leisten.

Warum er nun aber der AfD beigetreten sei, was denn die AfD zu diesen Themen sage – Diesel und auch Wohnungsnot -, wollte Lanz von Lührssen wissen.
Mehr als Gestotter und Inhaltsleere kam da allerdings nicht, und für einen gestandenen Journalisten war es durchaus peinlich, wie wenig Gehaltvolles außer das übliche Geblubber Lührssen zu sagen hatte.
Natürlich kann sich jeder die Partei aussuchen, der er beitreten möchte (oder auch nicht), dass Lührssens Begründungen aber so schlicht ausfielen, das war dann schon mehr als bemerkenswert. Da war nicht nur Markus Lanz verwundert.

RTelenovela

Teschendorf: Rettet das lange E!

Freitag, den 7. September 2018
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Wenn ich mal in Teschendorf unterwegs bin und es mit waschechten Einheimischen zu tun habe, dann stelle ich gern mal die berühmte Teschendorf-Frage. 2007 habe ich das schon mal gemacht, und gestern Nachmittag auch wieder, in der Autowerkwerkstatt von Harald Viek, der seit 25 Jahren die Stoppelrennen mitorganisiert.

Wie sagen es die Bewohner: Teschendorf mit kurzem oder langem E? Die Antwort war sehr eindeutig: Die Einheimischen sagen Teeeeschendorf – mit langem E.
So kenne ich das auch. Als Heizungsbauer war mein Vater einst auch öfter dort unterwegs, und da war auch immer nur von Teeeeschendorf die Rede.
Es seien meistens Auswärtige oder Zugezogene, die das kurze E verwenden, erzählte Harald Viek gestern mit einem Schmunzeln im Gesicht. Oder der Verkehrsservice im Radio, wenn Teschendorf dort mal wieder Mode ist – oder manchmal auch die Stimme aus dem Navi im Auto.

Es wird Zeit für eine Initiative: „Rettet das lange E“!

RTZapper

Stadt, Land, Haus

Freitag, den 7. September 2018
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DI 04.09.2018 | 16.05 Uhr | Das Erste

Na, was kostet die Hütte? 200.000? 300.000? Oder gar 500.000 Euro?
Im Ersten können wir uns seit Dienstag jeden Nachmittag in deutschen Häusern umsehen. Wir können im Schlafzimmer rumschnüffeln und uns den Schuhschrank ansehen, der da rumsteht. Und das Gemälde im Wohnzimmer, sehr teuer. Was das wohl kostet?

“Stadt, Land, Haus” heißt das neue Format, moderiert von Mareile Höppner. Zwei Teams streifen durch fremde Häuser und müssen schätzen, was Gegenstand x wert ist und ob Gegenstand y vielleicht noch teurer ist.

Schön, dass uns die ARD nun zeigt, wie die reichen Leute wohnen. Wo die schicken Häuser stehen, in die viel Kohle reingepumpt worden ist.
Wen könnte so was interessieren? Sind das Leute, die mal vom Reichtum schwärmen wollen? Leute, die mal schauen möchten, wie sich reiche Schnösel einrichten? Leute, die kaum Kohle haben und nun mal ganz neidisch ein Stück Reichtum ansehen dürfen?
Und ist es wirklich Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, solche Schlüssellochreportagen zu senden, die null Mehrwert haben?

Die merkwürdige Mischung aus Privatschnüffelei und Pseudoquiz gehört definitiv zu den momentan überflüssigsten Formaten am Nachmittag. Auf RTL wäre das vielleicht noch okay, im Ersten muss so was nicht laufen.