Tagesarchiv für 3. September 2018

RTZapper

Echt was los in Hartenholm – Otto rockt Werner

Montag, den 3. September 2018
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SA 01.09.2018 | 22.45 Uhr | NDR

Hobbys muss der Mann haben. Autos zum Beispiel. Sie müssen laut sein. So richtig röhren. Und vielleicht auch stinken. Und schnell sein. Wenn es um Autorennen geht – und dann noch mit Spezialtourenwagen, die extra für solche Rennen zusammengezimmert werden –, dann schlagen die Männerherzen so richtig hoch.

Der NDR berichtete am späten Sonnabendabend vom Werner-Rennen in Hartenholm. 1988 war es, als Brösel, alias Rötger Feldmann, und sein Kumpel Holgi eine Wette eingingen. Eigentlich war es die Live-Umsetzung eines Werner-Comics mit einem Autorennen. Was vorher keiner ahnte: zu diesem Event kamen 200.000 Menschen.
30 Jahre danach wieder: Brösel gegen Holgi. Und während 1988 Brösel verlor, konnte er diesmal den Sieg nach Hause tragen.

Und immer wieder die Männer mit dem Leuchten in den Augen. Immer wenn ein Auto vorbeiröhrte, rastete NDR-Moderator Hinnerk Baumgarten quasi aus, und er wirkte, als wenn er gleich Yippieh-schreiend wegrennen möchte. Oder wenn sie am Rennauto standen, und die Mechaniker erklärten, wie sie das Teil aufgemotzt haben. Da verwandelte sich der NDR kurzzeitig in den Männersender DMAX.

Zu guter Letzt rockte dann auch noch Otto Waalkes die Rennarena. Mit seinen 70 Jahren schafft es Otto immer noch, die Leute zu begeistern. Alle singen mit, und auch hier: Alle haben leuchtende Augen.
Was für ein Männerevent!

RTZapper

Duck Tales

Montag, den 3. September 2018
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FR 31.08.2018 | 20.15 Uhr | Disney Channel

Und wieder ein Remake. Am Freitagabend startete auf dem Disney Channel die neue Staffel der „Duck Tales“. Es war 1989, als die Zeichentrickserie in Deutschland gestartet war. Sie lief immer am Sonnabend vor der Sportschau im Ersten, und wir haben sie geliebt. Das lag nicht nur am eingängigen Titelsong, sondern auch an den lustigen Storys um Onkel Dagobert, Tick, Trick und Track und all den anderen Figuren.
Es gab gerade mal zwei Staffeln der Serie, aber immerhin 100 Folgen, und es dauerte mehr als 25 Jahre, bis Nachschub kam. Nun kann man natürlich fragen, ob denn auch Disney nichts Neues mehr einfällt, dass nun alte Serien wiederbelebt werden müssen. Andererseits: Gute Comics sterben nie.

Und deshalb sind die neuen „Duck Tales“ ein echter Gewinn. Gerade Zuschauer von damals mäkeln gern mal rum, dass Tick, Trick und Track so kastenförmige Köpfe haben sollen. Dabei sehen die immer noch cool aus und sind wirklich zeitgemäß lustig. Dass man Donald Duck kaum versteht, ist vermutlich ein internationaler Gag, Onkel Dagoberts Stimme ist viel zu jung. Aber sonst kann die Neuauflage überzeugen – auch mit dem aufgefrischten Titelsong von Mark Forster. Hier hat Disney alles richtig gemacht.

RT im Kino

Kindeswohl

Montag, den 3. September 2018

Ein Privatleben? So was kennt Fiona Maye (Emma Thompson) nicht. Dafür nimmt sie ihre Aufgabe als Richterin in London viel zu ernst. Dass aber ihre Ehe eigentlich schon nur noch ein Scherbenhaufen ist, das will sie nicht wahrhaben, obwohl ihr Mann Jack (Stanley Tucci) seinen Frust durchaus zeigt.
Aber Fiona Maye hat andere Sorgen. Zum Beispiel den Prozess um den 17-jährigen Adam (Fionn Whitehead). Er hat Leukämie, und eine Behandlung könnte ihm helfen. Dazu braucht er allerdings eine Bluttransfusion, die er aber als Zeuge Jehova ablehnt. Fiona Maye muss entscheiden, ob sich die Ärzte über seinen Wunsch, dass nichts getan wird, hinweg setzen dürfen. Sie entschließt sich, den Jungen in der Klinik zu besuchen, bevor sie ihr Urteil fällt. Es wird ein denkwürdiger Besuch.

„Kindeswohl“ von Richard Eyre erzählt mehrere Geschichten. Zum einen die um den fast Volljährigen, der sterben will. Aber auch die Geschichte einer Frau, die den Blick auf sich selbst verloren hat. Sie keine Nähe mehr zulassen will oder kann. Die Probleme damit hat, aus dem Laufrad auszubrechen. Die – das muss sie scheinbar schnell erkennen – dieselben Probleme hat wie Adam. Denn auch Adam kann nicht aus seiner Rolle heraus, auch Adam schafft es nicht, sich mal vernünftig mit sich selbst zu beschäftigen. Beiden geht es um den äußeren Schein.
Ohne zu viel zu verraten: Fiona Maye wird die Entscheidung, die sie trifft, noch lange verfolgen – und das ist in diesem Drama sehr faszinierend dargestellt.
Zunächst wirkt ihre Privatgeschichte ziemlich deplatziert, aber wenn dann der Zusammenhang doch noch offensichtlich wird, ist „Kindeswohl“ als solches sehr packend, sehr rührend.

Kindeswohl
GB 2017, Regie: Richard Eyre
Concorde, 105 Minuten, ab 12
9/10