RT im Kino

Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon

Der Golfplatz bricht Gärtner Schorsch (Elmar Wepper) das Genick. Der Rasen ist nicht grün genug. Angeblich. Zumindest deshalb bekommt er sein Geld nicht, mehr als 60.000 Euro. Für die Gartenbaufirma bedeutet es das Aus.
Zu Hause gibt es Streit deswegen, seine Ehe mit Monika (Monika Baumgartner) ist sowieso nicht die beste, und als auch noch Schorschs Flugzeug gepfändet werden soll, beschließt er: einfach wegzufliegen.
Während sich zu Hause am Tegernsee alles auflöst, unternimmt er eine Deutschlandreise. Er trifft die junge Philomena (Emma Bading), die sich nicht abwimmeln lässt. Sie fliegen nach Sylt und weiter ins Oderbruch – und bekommen ganz neue Erkenntnisse über sich und das Leben.

„Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ – so heißt der Film von Florian Gallenberger, und er beschreibt die Situation sehr gut. Ein Mann kommt an einen Punkt an seinem Leben, wo es nicht weiter geht – und er macht was. Radikal.
Die Reise, die er erlebt, erfährt zwar manchmal ein paar Zufälle, die ein wenig an den Haaren herbeigezogen sind – aber das ist letztlich zweitrangig. Was zählt, ist die Warmherzigkeit dieser Geschichte. Es geht sich darum, sich seinem Leben und seinen Lieben zu stellen. Was ist wichtig? Was muss ich ändern? Und es ist nicht nur sein Leben, das Schorsch ändert.
Elmar Wepper spielt toll, aber auch die junge Emma Bading – das Mädchen, das aufbegehrt und dass bei der Reise mit dem alten Mann aufblüht. Ebenfalls bemerkenswert ist die Geschichte im Oderbruch – von Hannah, die nach der Wende einen Flughafen im Nirgendwo gekauft hat und jetzt versucht, über die Runden zu kommen.
Florian Gallenberger hat einen Film geschaffen, in dem die Welt alles andere als heil ist, aber die Menschen versuchen, das Beste aus allem zu machen.

Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon
D 2018, Regie: Florian Gallenberger
Majestic, 116 Minuten, ab 0
8/10

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