Monatsarchiv für September 2018

RTZapper

phoenix vor Ort: Statements Merkel und Erdogan

Sonntag, den 30. September 2018
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FR 28.09.2018 | 13.00 Uhr | phoenix

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan lächelt.
Auf phoenix wurde am Freitagmittag die Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Erdogan übertragen. Nach etwa mehr als 20 Minuten kommt es plötzlich zu einem Zwischenfall. Ein türkischer Journalist wird aus dem Saal gebracht – und der protestiert, er habe nichts getan.

Ganz stimmt das allerdings nicht. Adil Yigit trug während der Pressekonferenz ein T-Shirt, auf dem er sich für “Pressefreiheit für Journalisten in der Türkei” aussprach – auf Deutsch und Türkisch.
Das ist ein richtiges und wichtiges Anliegen – aber gehört es in eine Pressekonferenz im Kanzleramt? Ist das nicht eher der Ort, wo man durch Fragen die Politiker nerven sollte? Durch hartes Nachfragen? Das gehört ein Stück weit auch zur Professionalität der Journalisten.

Ob der Mann nun gleich “abgeführt” werden musste, sei aber auch mal dahingestellt. Man hätte ihn ja vielleicht zunächst mal bitten können, sich eine Jacke überzuziehen. Für Erdogan muss dieser Moment jedenfalls ein guter gewesen sein.

KeineWochenShow

#91 – Das bloße Haschen nach dem Wind

Sonntag, den 30. September 2018
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KeineWochenShow steht im Zeichen des Serienstart des Jahres. Am Sonntagabend startet im Ersten “Babylon Berlin”, und bei uns geht es unter anderem um den 6-teiligen Podcast von radioeins, der das Jahr 1929 beleuchtet.

Wir sprechen auch über den Fall Maaßen – und um die Folgen. Oranienburgs Ex-Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke – der ja auch schon bei uns zu Gast war – verlässt nach 28 Jahren die SPD. Und seine Begründung ist gepfeffert.

Außerdem bereiten wir uns schon mal auf die Fußball-EM 2024 in Deutschland vor, überlegen, wer nach Steffen Henssler kommt, wo man ihn jetzt nicht mehr schlagen kann und präsentieren Musik aus Schwante.

Das und noch mehr in KeineWochenShow #91 auf Youtube.

RT im Kino

Die Unglaublichen 2

Sonntag, den 30. September 2018

(1) -> 11.4.2009

Alles ist anders. Das Haus der Superhelden-Familie Parr ist zerstört. Aber dafür ziehen sie in ein Haus, in dem es ihnen an Nichts fehlt. Aber dennoch: Es ist nicht mehr so wie früher. Superhelden sind verpönt. Dennoch wird Mutter Helen alias Elastikgirl (Stimme: Katrin Fröhlich) zu einer Aufgabe gerufen.
Die Bürger von Metrovolle werden von einem Bösewicht bedroht, der die ganze öffentliche Ordnung auf den Kopf zu stellen droht. Doch Helen muss feststellen, dass sie ihren Kampf nicht nur gegen diesen einen Bösewicht führen muss.
Ehemann Bob (Markus Maria Profitlich) muss unterdessen zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Was nicht so einfach ist, denn insbesondere Baby Jack-Jack lässt sich kaum bändigen – denn auch er auch Superheldenkräfte.

Disney und Pixar haben sich lange Zeit gelassen. Teil 1 der “Unglaublichen” lief bereits im Jahr 2004. Nun also, 14 Jahre später, gibt es die Fortsetzung, die durchaus Spaß macht. Die Mischung aus Krimi, Action und Humor funktioniert recht gut. Dass der Vater zu Hause die Kinder hüten muss, ist eine lustige Geschichte, zumal die Kinder-Charaktere herrlich frech und böse sind. Da sind viele gute Gags bei. So gibt es eine wüste Prügelei zwischen dem Baby und einem Waschbär.
Auch die Krimigeschichte ist spannend und vielschichtig, für kleine Kinder sehr aufregend und nicht zu hart.
Bei den Synchronsprechern wirkt Markus Maria Profitlich im ersten Drittel seltsam zurückhaltend und monoton. Daran hätte besser gearbeitet werden müssen.
Alles in allem sind “Die Unglaublichen 2” gute Unterhaltung.

Die Unglaublichen 2
USA 2018, Regie: Brad Bird
Disney, 118 Minuten, ab 6
7/10

RTelenovela

Gratistraining

Sonntag, den 30. September 2018
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In der Oranienburger Innenstadt hängen seit ein paar Tagen Plakate, die auf ein Gratis-Training bis 2019 hinweisen. Ich frage ich dann immer: Wow, wie machen die das nur, diese guten Menschen?

Im täglichen Stau auf der Bernauer Straße hatte ich nun aber die Chance, auch mal das Kleingedruckte auf dem Plakat zu lesen. Das war dann ziemlich ernüchternd: Da war von einer Aufnahmegebühr die Rede – weit mehr als 20 Euro. Und von einem Vertrag, der ab Januar ein Jahr läuft. Um das Gratis-Training zu bekommen, muss man diesen Vertrag abschließen. Klingt irgendwie gar nicht mehr nach „Gratis“.

RTZapper

DJ Ötzi: Bella Ciao

Sonntag, den 30. September 2018
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FR 28.09.2018 | YouTube

Der Song “Bella Ciao”, der momentan wieder total angesagt ist, hat eine spannende Bedeutung. Bekannt wurde es vor allem im Zweiten Weltkrieg in der Version der italienischen Partisanen. Es wurde sich zu einer der Hymnen der antifaschistischen, anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegungen.
Durch El Profesor ist der Song im vergangenen Sommer noch mal zum Hit geworden, und man kann nur hoffen, dass der DJ auch irgendwie an den Ursprung des Liedes gedacht hat.

Zum Ende des Frühlings brachte schon Mike Singer eine “Bella Ciao”-Version heraus, und im Videoclip lag er oberkörperfrei auf einem Gummiboot in einem Pool. Da spielte antifaschistischer Widerstand vermutlich kaum eine Rolle.
Und nun auch noch DJ Ötzi. Er musste auch noch auf den Zug aufspringen. Er gab “Bella Ciao” einen deutschen Text. Der Videoclip ist am Freitag auf Youtube erschienen.
DJ Ötzi sagt selbst: „Es geht in dem Fall nicht um soziale Missstände, sondern um die globale Situation. Der Vulkan auf dem wir tanzen, der ist kurz vorm Explodieren. Und egal was sie auch sagen, ein volles Glas wird zu schnell leer.“
Klingt toll, aber eigentlich geht es dann doch bloß um die Liebe: „Komm lass uns lieben, komm lass uns leben. Bella ciao.“ Das klingt nicht nach einer Gesellschaftskritik, und man muss schon sehr um die Ecke denken, um diesen Ansatz, von dem Ötzi da redet, zu finden. Der deutsche Text stammt übrigens von Peter Plate, bekannt von Rosenstolz.
Damit haben sich beide nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Denn eigentlich schreit die gesamte Veröffentlichung nach: Lass uns im “Bella Ciao”-Strudel noch etwas Geld machen.

-> Der Clip auf Youtube.

RTZapper

maischberger: Missbrauch in der katholischen Kirche – aufklären oder vertuschen?

Samstag, den 29. September 2018
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MI 26.09.2018 | 23.45 Uhr | Das Erste

Sandra Maischberger fragte in ihrer Sendung “maischberger” am Mittwochabend im Ersten: “Missbrauch in der katholischen Kirche – aufklären oder vertuschen?”
Hm, das ist wirklich eine schwierige Frage. Wobei ich ja aufklären einen Tick besser finde. Aber man kann ja mal fragen, vielleicht muss man in der katholischen Kirche ja wirklich noch ein bisschen drüber nachdenken.

RTelenovela

In Velten bleibt keiner unbeobachtet

Samstag, den 29. September 2018
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Alle reden über Dresden oder Chemnitz, über die Rechten, über Mitläufer, über Rechtsextreme und Nazis. In Ostdeutschland ist laut Umfragen die AfD inzwischen die stärkste politische Kraft.
Und auch Velten ist eine gespaltene und tief zerstrittene Stadt. Bei den Bürgermeisterwahlen ging das Ergebnis zur extrem knapp für die SPD aus. Der Kandidat von Pro Velten wäre fast Stadtchef geworden. Bei der Vereinigung sammeln sich die Unzufriedenen, Diskussion arten zu heftigen Streits aus, die Diskussionskultur hat oft unterstes Niveau. Auch die NPD ist in Velten relativ stark.
Spürt man das im täglichen Leben, im Alltag? Leute, die dort wohnen, sagen: ja. Sie wollen aber auch nicht offen drüber reden.

Es ist ein ruhiges, schon sehr kalter Freitagabend in Velten. In Bahnhofsnähe ist nichts los. Ich baue meine Kamera auf, um einen RTest zu drehen. Ein harmloses Filmchen, in dem ich ein Produkt teste. Der Ort im Hintergrund ist nur Kulisse.
Ich habe gerade den Test abgedreht, das Stativ abgebaut und die Kamera eingepackt, als sich ein Auto nähert. Es kreist einmal um den Platz, steuert wieder in meine Richtung. Es stoppt direkt neben mir.
Ein Mann öffnet das Fenster. Er sieht nicht gerade wie ein Sympathieträger aus. Er fragt, was ich denn da mache. Was ich denn da gefilmt habe. Ich sage, dass ich mich selbst gefilmt habe.
Ich solle mich verpissen, und ich habe hier gar nichts zu filmen, erfahre ich von dem freundlichen Mann, der mit Nazis ganz ganz sicher überhaupt gar nichts am Hut hat. Vermutlich bezeichnet er sich selbst als besorgten Bürger, der ein bisschen Angst hat, dass ich ihm Velten wegfilme.

Man stellt sich also ins Nichts und wird dafür bedroht. Zumal ich mich frage, ob ich beobachtet worden bin. Zum Zeitpunkt, als das Auto auftauchte, habe ich ja nicht mehr gefilmt, da hatte ich alles eingepackt. Entweder wurde ich beobachtet und gemeldet oder das Auto fuhr vorher schon mal an mir vorbei.
Bemerkenswert war dieser Moment auf jeden Fall. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn der Typ ausgestiegen wäre.
Ist Velten dabei, eine befreite Zone zu werden? Eine No-go-Area?
Ein Facebook-Forum heißt “Velten verbindet”.
Nicht wirklich.