Tagesarchiv für 31. August 2018

RTZapper

maischberger: Chemnitz und die Folgen – Gerät der Rechtsstaat unter Druck?

Freitag, den 31. August 2018
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MI 29.08.2018 | 22.45 Uhr | Das Erste

So langsam kehren die Polittalker zurück aus der Sommerpause. Zeit wird’s, und bei der ARD sollte man sich mal Gedanken machen, ob es wirklich sinnvoll ist, alle Polittalkshows gleichzeitig in den Sommer zu verabschieden.

Sandra Maischberger diskutierte am Mittwochabend sinnvollweise über die Ereignisse in Chemnitz. Das ist definitiv ein Thema, über das man reden muss: Was ist da passiert in Chemnitz? Was war da los beim Stadtfest, wie kam es zur Gewalttat, die ohne Zweifel grauenvoll ist. Mit Trauer haben die Hassdemos, die Hetzjagden und die Wut aber eher wenig zu tun. Ist Sachsen besonders anfällig für Rassismus? Warum ist das so?

Die Sendung war live, und sie scheint ein wenig mit heißer Nadel gestrickt worden zu sein. Zugeschaltet war auch der 88-jährige Kurt Biedenkopf aus Dresden, langjähriger Ministerpräsident. Vermutlich hatte die Redaktion vorher keine Zeit, näher mit ihm zu sprechen. Denn er erwies sich als nicht sehr hilfreicher Gast. Über die Ereignisse in Chemnitz war er nur wenig detailliert informiert, viele Fragen von Maischberger konnte er schlcith nicht beantworten, er konnte nur allgemein über die Vergangenheit reden, was aber – seines Alters geschuldet – auch eher schwierig war. Maischberger hinderte es aber nicht daran, das Gespräch ordentlich in die Länge zu ziehen – weil sie allerdings auch das Problem hatte, dass gleich drei Gäste der sechs noch auf dem Weg ins Studio waren.
Als die endlich eintrafen, wurde das Gespräch auch gleich viel munterer.

RT im Kino

Asphaltgorillas

Freitag, den 31. August 2018

Der neue Buck. Und diesmal gibt’s kein knallbuntes Hexenabenteuer für Kinder. Sondern einen Gangsterfilm. Buck macht mal wieder Erwachsenenkino.

Atris (Samuel Schneider) und Frank (Jannis Niewöhner) waren schon als Kinder Freun.de Nun treffen sie sich zufällig wieder, und Atris ist beeindruckt. Frank hat’s geschafft. So sieht es zumindest aus. Dass wenig dahinter steckt, weiß Atris noch nicht. Weil Atris bisher als Kleinkrimineller arbeitet, will Frank ihn aus dem Milieu holen – in dem er bei einem Falschgeld-Deal mitmacht. Aber der Deal funktioniert längst nicht so wie erhofft. Die ganze Situation scheint allen zu entgleiten.

Detlev Buck hat mit “Asphaltgorillas” die Kurzgeschichte “Der Schlüssel” von Ferdinand von Schirach verfilmt. Der Film spielt im Berliner Gangstermilieu, und das muss man mögen. Türken sind hier die harten Kerle, Machos, und Regeln kennen sie eh nicht. Ob das der richtige Film in dieser Zeit ist, sei mal dahingestellt. Auch, an wen, an welche Zielgruppe sich dieses Werk eigentlich richten soll. Es sei denn, Filme werden nur fürs eigene Ego oder für kritiker gemacht.
Es ist extrem schwierig, sich auf die Geschichte einzulassen. Es fehlen Identifikationsfiguren oder überhaupt Figuren, die besonders interessant oder spannend wären. Das ist am ehesten noch Atris. Buck taucht regelrecht ein in ein sicherlich nicht falsches Klischeebild, aber dennoch eines, das immer wieder verwendet wird und eintönig ist. Aber besonders Frank ist übermäßig anstrengend. Eigentlich ist Jannis Niewöhner ein guter Schauspieler, aber wie er in diesem Film händewedelnd und völlig aufgesetzt performen muss, tut mitunter weh.
Leider einer der schlechten Buck-Filme.

Asphaltgorillas
D 2018, Regie: Detlev Buck
Constantinfilm, 103 Minuten, ab 12
2/10