Tagesarchiv für 10. August 2018

RT im Kino

303

Freitag, den 10. August 2018

Jule (Mala Emde) ist an der Uni durch die Prüfung gefallen. Sie ist ungewollt schwanger, und sie will es ihrem Freund in Portugal sagen. Sie beschließt, mit ihrem Wohnmobil von Berlin in den Südwesten Europas zu fahren.
Jan (Anton Spieker) hat sein Uni-Stipendium nicht bekommen. Außerdem will er endlich seinen leiblichen Vater kennenlernen. Deshalb will er trampen – zunächst nach Köln, dann mit dem Bus nach Spanien. Doch seine Mitfahrgelegenheit hat ihn hängen lassen. Und so trifft er auf Jule.
Die beiden machen sich auf den Weg. Und reden. Über die Menschen. Über den Kapitalismus. Über die Liebe. Über Sex. Über sich.

“303” heißt dieses ganz besondere Roadmovie – benannt nach dem Hymer 303, mit dem Jule und Jan unterwegs sind. Unter der Regie von Hans Weingartner entstand ein tolles Stück Menschenkunde. Denn es ist überaus spannend, geradezu packend, den beiden zuzusehen und zuzuhören.
Sind die Gespräche anfangs noch ein wenig abgehoben, wenden sie sich bald Gesprächsthemen zu, die so ziemlich alle Menschen bewegen. Aber es ist auch extrem interessant zu beobachten, wie sich die Beziehung der beiden wandelt. Das machen beide Schauspieler ganz hervorragend. Es gibt diesen einen Moment, wo Jan klar wird, dass er sich verliebt hat. Anton Spieker spielt das ganz großartig. Die Chemie stimmt überhaupt sehr zwischen den beiden.
Hans Weingartner gibt der Geschichte den Raum, den sie braucht. Lässt auch mal Ruhe- beziehungsweise längere Spannungspunkte zu.
Denkt man anfangs, dass 145 Minuten extrem viel sind, verfliegt die Zeit dann aber sehr schnell.

Minuspunkt sind zwei Schlampigkeiten beim Dreh: Die Tour beginnt in Berlin und führt zunächst nach Köln. Beim Drehen sollte man dann natürlich aufpassen, dass auf dem Autobahn-Rastplatz nicht das Schild mit dem Berlin-Hinweis zu sehen ist. Und auch nicht die Hinweisschilder, die auf Orte im Osten Brandenburgs hinweisen. Schnitzer, die hätten vermieden oder nachbearbeitet werden können.

303
D 2017, Regie: Hans Weingartner
Alamode, 145 Minuten, ab 12
9/10

RTZapper

Willkommen Österreich – Gäste, Gäste, Gäste

Freitag, den 10. August 2018
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DI 07.08.2018 | 22.00 Uhr | ORF eins

Grissemann und Stermann befinden sich mit ihrer ORF-Late-Night-Show “Willkommen Österreich” in der Sommerpause. Aber immerhin gibt es trotzdem immer am Dienstagabend ein Best of mit Ausschnitten aus den vielen Gesprächen, die in den vergangenen Jahren in der Sendung geführt worden sind.

Diese Woche dachte ich aber kurz, dass der ORF aus Versehen eine falsche Sendung eingespielt einspielt hat – nämlich die der vergangenen Woche.
Bevor die Highlights beginnen, begrüßen Grissemann und Stermann immer die Zuschauer. Aber offenbar werden nicht so viele Aufsager produziert, wie es Best-of-Sendungen gibt.

Denn sowohl vergangene Woche als auch diesen Dienstag lief das exakt selbe Vorgeplänkel. Die beiden Moderatoren kamen ins leere Studio, setzten sich auf die Gästeplätze, machten ein paar Witze, und dann begannen die Highlights.
Erst als andere Gäste zu sehen waren als in der Woche davor, war ich mir sicher, eine andere Sendung zu sehen vor vor sieben Tagen.
Aber vielleicht denkt man beim ORF, dass die Zuschauer ansonsten eher nicht so aufmerksam sind.

RTelenovela

Waldbrandwarnstufe 5? Mir doch egal!

Freitag, den 10. August 2018
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Das hast du bestimmt auch schon erlebt: Du beobachtest eine Szene und denkst dann: Er wird doch wohl nicht …? Und dann: Er wird.

Am Donnerstagmittag erlebt in Schwante. Ein junger Mann radelt auf dem Schlossweg entlang. Kopfhörer in den Ohren, Kippe in der Hand. Und die Asche immer schön auf den Boden, auf dem sich das trockene Laub sammelt.
Schon da möchte man am liebsten rufen: Fluppe aus!
Als er seine Zigarette aufgeraucht hat, schmeißt er die Kippe zur Seite – ins trockene Gras. Bei Waldbrandwarnstufe 5. In einer Zeit, in der die Feuerwehren ständig raus müssen, weil irgendwas brennt. Aber das scheint den jungen Mann nicht weiter zu interessieren, warum muss man sich auch Gedanken machen.

Ich spreche ihn kurz danach an, aber er ist sich natürlich keiner Schuld bewusst. Zum Glück gab es keinen Brand am Schlossweg. Aber durch solche blöden Unachtsamkeiten könnte es jederzeit passieren.