Tagesarchiv für 8. August 2018

aRTikel

CD-Tipp: Binzessin

Mittwoch, den 8. August 2018
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Die Tonabnehmer: „Hallo Rügen!“

Wochenspiegel Oranienburg, 8.8.2018

Rügen ist nicht nur Deutschlands größte Insel, sondern – zumindest in Ostdeutschland – auch die beliebteste. Gerade in diesen heißen Sommerwochen lässt es sich dort am Strand der Ostsee gut aushalten. Das finden auch Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann. Das Duo nennt sich „Die Tonabnehmer“ und ist scheinbar auch besonders oft und gern auf Rügen. Deshalb haben sie der Insel auch gleich ein komplettes Album gewidmet.

Auf „Hallo Rügen!“ besingen sie die Sehnsucht, die viele Menschen beschleicht, wenn sie lange nicht auf der Insel waren. „Lass und mal wieder sehen und den Rest betrügen“, heißt es da im Auftaktsong. In den weiteren Songs besingen sie spezielle Orte und Eigenarten von Rügen. Da geht es um das Wittower Land und die Schwäne, die am Sand lagern. Um die Alleen und die Kinder der B96, die auf die Insel führt. Um die Inselhauptstadt Bergen „zwischen sieben Hügeln, zwischen sieben Feldern“. Um den alten Rügendamm, die Straße ins Glück, der verstopfte Kanal. Um Sellin und natürlich um Binz, die auf dem Album den Spitznamen „Binzessin“ bekommt.

Die Musiker treffen mit dem Album in der Tat den passenden Ton zwischen Sehnsucht und Nostalgie, der Liebe zu einem Landstrich und eine Bestandsaufnahme, was die Insel bietet, aber auch, was eventuell nervt. Ein Album für Rügen-Liebhaber, aber auch für alle, die ihren Urlaub vor- oder leider schon hinter sich haben.

Infos: www.DieTonabnehmer.de

RTZapper

Bericht aus Berlin – Sommerinterview: Horst Seehofer

Mittwoch, den 8. August 2018
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SO 05.08.2018 | 18.30 Uhr | Das Erste

Kommen wir ganz am Ende mal noch kurz auf andere Themen zu sprechen. Schließlich sei Horst Seehofer ja auch Bauminister.
Das war am Sonntag im Ersten der Satz der Sätze. 20 Minuten hat jeder Gast im Sommerinterview im “Bericht aus Berlin”. 20 Minuten, um über die Lage in Deutschland zu sprechen, und jeder weiß, dass es viel zu besprechen gibt.

Am Sonntag war Horst Seehofer (CSU) zu Gast auf der Terrasse direkt an der Spree. Ziemlich laut ist es dort. Und wie gesagt: 20 Minuten Zeit. Davon ging es gute 17 um die Asylpolitik. Um Flüchtlinge. Um Seehofers Verhältnis zu Merkel. Wie umgehen mit den Flüchtlingen? Wohin sollen sie? Und was ist mit dem Masterplan? Und mit den Ankerzentren?
Das ist ein wichtiges Thema.
Das Problem ist nur: In Wirklichkeit hat Deutschland viel drängendere Themen. Während sich die Union und die SPD um Themen streiten, die zahlenmäßig aktuell gar nicht so akut sind, wie sie akut geredet werden – die AfD sieht das natürlich anders – gibt es weiter riesige Probleme in der Pflege, mit der Infrastruktur, und von der Umwelt wollen wir gar nicht erst anfangen. Und auch über den Wohnungsbau könnte man mal ausführlich mit dem Bauminister reden.
Fragt man die Deutschen, was denn eigentlich die drängendsten Probleme in Deutschland sind, landen nicht die Flüchtlinge ganz oben. In Talkshows hat man aber den Eindruck, es gäbe nichts anderes mehr.

Und du sagst jetzt: Den Text habe ich doch schon mal gelesen? Stimmt! Denn beim Sommerinterview mit Robert Habeck lief das ganz genauso ab. 18 Minuten zum Thema Asyl, zwei für das Restgedöns.
Warum lässt man Seehofer nicht mal zu anderen Themen reden. Warum macht ihn stattdessen wieder wichtig mit seinem Lieblingsthema? Warum machen die Hauptstadtjournalisten ihren Job nicht mal anständiger und befassen sich mit den Themen, die eigentlich wichtiger sind.
Oder ist das 20-Minuten-Format für die Sommerinterviews vielleicht Murks?

RTZapper

Kaisermania 2018

Mittwoch, den 8. August 2018
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SA 04.08.2018 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Vermutlich gibt es in Deutschland keinen Schlagerstar, dessen Konzerte so regelmäßig komplett live übertragen werden, wie von Roland Kaiser. Immer am ersten Sonnabend im August überträgt der mdr live aus Dresden das “Kaisermania”. Zweieinhalb Stunden singt Roland Kaiser seine Hits, und mehrere zehntausend Menschen jubeln ihm vor der Bühne, die unweit der Elbe steht, zu.

An diesem Sonnabend schauten rund 1,3 Millionen Menschen deutschlandweit bei der Kaisermania zu. Und das völlig zurecht, denn Roland Kaiser bietet eine wundervolle Sommernachtsparty. Von “Santa Maria” über “Joana” und “Warum hast du nicht Nein gesagt” sind die meisten Hits dabei, die Kaiser in seiner vier Jahrzehnte dauernden Karriere hatte.
Es ist schön zu sehen, dass es Roland Kaiser geschafft hat, auch 2018 immer noch alle Generationen zu vereinen. Denn zu den Konzerten nach Dresden kommen nun wirklich nicht die ältere Menschen – Jung und Alt feiern gemeinsam.

Dass Kaiser auch einen Udo-Jürgens-Hit im Gepäck hat, ist übrigens kein Zufall: “Mit 66 Jahren” sang er, der nun auch schon 66 ist. Dass es da eine tolle Leistung ist, zweieinhalb Stunden live zu singen und zu performen, muss man da gar nicht erst reden.
Kaisermania – ich freue mich auf 2019!

RTelenovela

Rügen 2018 (16): Cujo

Mittwoch, den 8. August 2018
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(15) -> 7.8.2018

Sonntags ist Trödelmarkt auf dem Parkplatz an der B196 im Ostseebad Sellin. Es war diesmal sogar ziemlich voll, sowohl was die Zahl der Händler angeht, als auch die Zahl der Besucher.

Eigentlich bin ich ja kein Trödelmarktgänger. Ich frage mich ja immer, wer Klamotten kauft, die schon ziemlich ramponiert aussehen und nun auf irgendeiner Decke rumliegen. Oder uralte Videokassetten. Oder Musikkassetten, die teilweise ohne Hülle in der Sonne rumliegen. Was will man von diesen Teilen noch erwarten?
Schallplatten finde ich immerhin noch ansatzweise interessant, weil ich jemanden kenne, der sie sammelt und hört.

Bei meinem Rundgang lachte mich dann aber ein Buch an. Es war der Roman “Cujo” von Stephen King. Der Roman war meine King-Premiere, irgendwann in den frühen 90ern, hatte ich ihn mir aus der Oranienburger Bibliothek ausgeliehen.
Ich warf also einen Blick auf das Buch – ging aber erst mal weiter.
Auf dem Rückweg blieb ich noch mal stehen. Das Buch war aus den späten 90ern, es kostete damals gerade mal 8 D-Mark, und es stand schon der Hinweis darauf, dass es nach der Umstellung 4 Euro kosten wird. Wahnsinn. Heute gibt es kaum noch Taschenbücher, die unter 10 Euro kosten.

Ich fragte die Verkäuferin, was sie denn für das schon leicht vergilbte Buch haben möchte. Ihre Antwort: 2 Euro. Das erschien mir für ein Buch mit dem 4-Euro-Neuwert vor 20 Jahren ziemlich viel. Ich bot ihr einen Euro an – sie verneinte. Ich hätte ihr jetzt natürlich 1,50 Euro anbieten können. Sie hätte das auch machen können.
So aber blieb “Cujo” liegen. Irgendwie schade. Aber irgendwie auch nicht.