Monatsarchiv für August 2018

RTelenovela

Die Umleitung sperren? Ach, warum eigentlich nicht?

Freitag, den 17. August 2018
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Wieder mal ein Fall von: Geht’s noch?! Da wird am Dienstag fix mal die Willy-Brandt-Straße in Oranienburg dicht gemacht. Nicht irgendeine Straße, sondern eine wichtige Umleitungsstrecke wegen des Fahrradhausbaus am Bahnhof.

Ein Sackgassenschild in Höhe der Lindenstraße reicht angeblich aus, um diese Baustelle zu kennzeichnen. Das stand Dienstag aber auch erst später, als die Lehnitzstraße schon im Chaos versank, weil zig Autos dort umdrehen mussten. Ansonsten wird komplett auf Umleitungsschilder verzichtet.
Wer aus der Bernauer Straße in die Lehnitzstraße einbiegt, erfährt nicht, dass er von dort aus gar nicht zum Bahnhof kommt und stattdessen eine Rundreise über Byk-, Pican- und Bernauer Straße machen darf. Ebenso aus Richtung Süd. Wenn so etwas erstaunlicherweise schon erlaubt wird, wieso ist es dann in der Zeit nicht möglich, die Einbahnstraßenregelung an der Baustelle Stralsunder Straße umzudrehen? Das hätte die Situation entschärft. Aber genau genommen, hätte diese Sperrung gar nicht genehmigt werden dürfen.

Und wenn schon: Warum wird vorher nicht informiert? Vergessen? Sonst wird durch die Stadtverwaltung über jede Parkplatztasche informiert, wenn da mal nach Bomben gesucht wird. Aber über so eine Sperrung nicht. Auf Facebook hieß es, man könne ja mal auf der Baustellenseite der Stadt nachsehen, da stünde es doch. Angeblich seit einer Woche, aber da sagt offenbar auch jeder was anderes. Und man informiere ja nun mal nicht über alle Sperrungen auf Facebook. Ahja.

Als Bürger fasst man sich nur noch an den Kopf und fragt sich, ob da eigentlich wirkliche alle Personen an den richtigen Hebeln sitzen.

aRTikel

Das Dirndl fürs Fest liegt schon bereit

Donnerstag, den 16. August 2018
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Svenja Müller (23) ist die Erntekönigin 2018 von Bärenklau – sie freut sich auf die gute Stimmung und den Umzug – schon als Kind war sie davon begeistert

MAZ Oberhavel, 16.8.2018

Bärenklau.
Ihre Eltern haben in diesem Jahr extra ihren Urlaub verschoben, denn ihre Tochter wollen sie unbedingt als Erntekönigin erleben. Svenja Müller wird am zweiten September-Wochenende in Bärenklau zur Majestät. Die 23-Jährige eröffnet am Sonnabend, 8. September, den Ernteumzug, sie überreicht Preise und hat sicherlich noch einige Aufgaben mehr.

Im vergangenen Jahr war ihre beste Freundin Lisa Andreß Erntekönigin in Bärenklau, sie gab dann auch den Anstoß dafür, dass Svenja ihre Nachfolgerin wird. „Ich freue mich am meisten auf die Stimmung bei dem Fest“, sagte sie gestern. „Ich finde es immer schön, wenn das ganze Dorf versammelt ist. Das zu sehen, ist immer toll.“ Sie hat ein Dirndl, das sie sich zum Erntefest anziehen wird. „Das passt ja auch sehr gut dazu.“

Bisher ist sie jedes Jahr beim Erntefest gewesen – es ist so etwas wie der Jahreshöhepunkt im Dorf. Schon als Kind: „Der Lampionumzug war immer das Highlight.“ Er führte und führt immer von der Kita aus durch den Ort. Sie kann sich außerdem daran erinnern, einmal mit der Kita sogar auf einem Umzugswagen mitgefahren zu sein. Aber auch später: „Wenn der Umzug kam, dann sind wir als Kinder immer schnell zur Straße gelaufen.“ Sie besuchte die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule, machte 2013 ihr Abitur am Oranienburger Runge-Gymnasium. Dann machte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kita in Berlin-Wedding. „Ich wollte etwas Soziales machen“, erzählte sie. „Das war eine wichtige Erfahrung, mal in den Arbeitsalltag reinzuschnuppern.“ Sie hatte vorher noch nie mit Kindern gearbeitet. Sie wurde Speditionskauffrau, arbeitet inzwischen aber als Bereich- und Projektassistentin bei einer Berliner Firma und plant dort Transporte und Lkw-Routen.

Sie lebt seit einem Jahr in Berlin-Adlershof – kommt aber immer wieder gern zu ihren Eltern nach Bärenklau zurück. „Es ist immer wieder schön, nach Hause zu kommen“, so Svenja Müller. „Meine Freunde wohnen auch noch hier, und ich bin stolz, hier aufgewachsen zu sein.“ Einer ihrer Lieblingsorte war im Wald, an einer Stelle neben dem Rodelberg gab es immer einen großen Baumstamm. „Da haben wir immer gespielt.“ Sie kann sich durchaus vorstellen, später wieder nach Bärenklau zu ziehen, sagte sie gestern. Auf dem Dorf sei es ruhiger und entspannter als in der Großstadt.

In ihrer Freizeit spielt sie Handball – und das schon seit 15 Jahren. Bis zum vergangenen Jahr beim SV Eichstädt, jetzt spielt sie bei der HSG Neukölln in Berlin in der Oberliga Ostsee-Spree. Ansonsten liest sie gern, ist mit Freunden unterwegs oder geht spazieren.

aRTikel

Treue Seele: Einmal im Monat plant sie den dörflichen Kaffeeklatsch

Mittwoch, den 15. August 2018
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Hannelore Glanzer (71) kümmert sich seit acht Jahren um das Seniorenlebenin Staffelde – die Treffen finden immerim Bürgerzentrum statt

MAZ Oberhavel, 15.8.2018

Staffelde.
Kaffee trinken, etwas spielen und natürlich der neueste Dorfklatsch. Wenn sich die Senioren einmal im Monat im Staffelder Bürgerzentrum treffen, dann hat Hannelore Glanzer schon alles vorbereitet. Ungefähr anderthalb Stunden, bevor es losgeht, kommt sie und deckt den Tisch. Sie kocht den Kaffee und macht, gemeinsam mit Brigitte Quade, alles, was dazu gehört.
Seit ungefähr acht Jahren ist Hannelore Glanzer die Seniorenbeauftragte für den Kremmener Ortsteil Staffelde. Immer am ersten Dienstag im Monat finden die Treffen statt. „Es kommen immer so 20 Leute, das ist im Prinzip ziemlich gleichbleibend.“ Dennoch sei es schwierig, neue Leute finden. „So lange sie noch arbeiten gehen, kommen sie nicht zu uns. Aber wir sprechen die Leute auch schon mal persönlich an, wenn sie in Rente gehen. Das hat Erfolg.“

Bei den Treffen werden auch schon mal Probleme besprochen – und gelöst. Ortsvorsteher Heino Hornemann schaut auch immer wieder mal vorbei. So bekommt das Bürgerzentrum am Eingang bald einen Handlauf. Auch eine seniorengerechte Toilette könnte es bald geben. Hannelore Glanzer ist auch Mitglied im Kremmener Seniorenbeirat, auch dort werden solche Themen besprochen. hauptsächlich arbeitet sie dort aber in der Arbeitsgruppe für Veranstaltungen. Immerhin gibt es im Jahr die Sport-, Frühlings- und Herbstfeste sowie die Feier zur Seniorenwoche. „Wir schauen dann, welche Künstler wir einladen, wer das Büfett herrichtet und wer den Kuchen bäckt.“

Der Seniorenbeirat als Ganzes trifft sich einmal im Monat. Ein wichtiges Thema ist eine fehlende öffentliche Toilette in Kremmen. Ist das Rathaus oder das Klubhaus geschlossen, dann sieht es schlecht aus. „Auch um die Mobilität im Alter geht es bei unseren Treffen“, sagt Hannelore Glanzer.

Ein wichtiges Thema, auch für die 71-Jährige selbst. Sie ist noch mit dem Auto unterwegs. „Sonst wäre das alles gar nicht möglich“, sagt sie. Die Busse fahren nicht so, dass sie an den Sitzungen und Veranstaltungen teilnehmen könnte.“

Sie kümmert sich – aber warum eigentlich? „Man kommt raus und ist unter Leuten“, sagt sie. Ihr Mann ist vor einigen Jahren verstorben, da tue ihr das gut. „Manchmal ist es eine Pflicht“, erzählt sie. „Bei der Hitze war das ziemlich stressig. Aber oft macht es Spaß, wenn man sieht, dass sich die Leute freuen und dass es angenommen wird, was man da vorbereitet. Und wenn alles klappt, wie man sich das vorgestellt hat.“

Hannelore Glanzer lebt seit 1968 in Staffelde. Eigentlich kommt sie aus Mittweida in Sachsen. Die Liebe hat sie damals hergezogen. Sie studierte Ingenieurin für Textiltechnik, und während des Studiums musste sie für drei Wochen zur Kartoffelernte nach Staffelde – und verliebte sich im Ort. 26 Jahre lang arbeitete sie in der Kita im Ort, die sich damals noch im heutigen Gemeindezentrum befand. Dann ging sie in Rente. „Elf Jahre ist das jetzt her.“ Nun hat sie Zeit, auf Reisen zu gehen. „Die Nordsee ist ein sehr schönes Urlaubsziel“, sagt sie. „Wir sind immer eine Truppe von vier bis sechs Frauen, die zusammen verreisen.“ Auch Karten spielen gehört zu ihren Hobbys. „Das ist gut fürs Gehirn.“ Sie hofft, dass sie noch lange fit bleibt.

RT liest

Lindsey Lee Johnson: Der gefährlichste Ort der Welt

Mittwoch, den 15. August 2018

Mill Valley ist ein kleines Städtchen ganz in der Nähe der Metropole San Francisco. Alles könnte gut sein. Aber das ist es nicht. Nicht immer, jedenfalls.
Für Tristan Bloch zum Beispiel nicht. Er hat seiner Angebeteten einen Liebesbrief geschrieben. Die hat aber nichts Besseres zu tun, als ihn ihren Freunden zu zeigen. Daraufhin bricht auf Facebook ein Shitstorm los. Für Tristan ein Schock, von dem er sich nicht mehr erholt.
Nach einer feucht-fröhlichen Party kommt es zu einem schweren Unfall, und natürlich war Alkohol im Spiel. Für Calista endet der Unfall tragisch – sie wird nie wieder tanzen können. Und das war ihr Lebenstraum. Als sie wieder nach und nach ins Leben zurückfindet, muss sie feststellen, dass sie auch ihre Freunde verloren hat. Wieder spielt Facebook eine Rolle.

Das Leben in der Kleinstadt kann die Hölle sein. Alles ist kleiner, kompakter als in der Großstadt: “Der gefährlichste Ort der Welt”. Klatsch spricht sich dafür aber rum wie ein Lauffeuer, und die Opfer des Klatsches gehen durch die Hölle. Die Autorin Lindsey Lee Johnson führt ihre Leser in diese Kleinstadt und stellt die Clique vor, die einerseits immer zusammenhängt, anderseits wenn es hart auf hart kommt, aber auseinanderbricht – und Hass und Missgunst sät.
Der Anfang des Romans ist sehr stark und zieht den Leser schnell rein. Sowohl die Erzählweise ist außergewöhnlich, der Inhalt ist packend. Zwischenzeitlich flaut die Spannung aber leider wieder ein bisschen ab, weil ihre Geschichte auch eher episodenhaft sind, die nicht alle überzeugen können. Das ist wirklich sehr schade. Aber ab der Unfallgeschichte ändert sich das wieder. Das hohe Niveau des Anfangs wird aber leider nicht mehr erreicht.

Lindsey Lee Johnson: Der gefährlichste Ort der Welt
dtv, 303 Seiten
6/10

ORA aktuell

Ohne Ankündigung: Oranienburger Willy-Brandt-Straße dicht

Mittwoch, den 15. August 2018
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Plötzlich war die Straße gesperrt. Die Willy-Brandt-Straße in Oranienburg, die derzeit als Umleitung für die Stralsunder Straße dienst, ist dicht.
Hintergrund ist die Einrichtung einer Baustellenzufahrt für das Speichergelände an der Lehnitzstraße. Die ist in diesem Bereich halbseitig gesperrt.

Die Sperrung der Willy-Brandt-Straße sorgt bei Autofahrern für Unmut. Eine entsprechende Beschilderung fehlt, Autofahrer fuhren am Dienstag in die Sackgasse und mussten wenden. Das sorgte zeitweise für chaotische Vergältnisse. Wer von der Lehnitzstraße zum Bahnhof will, muss riesige Umwege über Bykstraße, André-Pican-Straße und Bernauer Straße nehmen. Bis Donnerstag soll die Willy-Brandt-Straße gesperrt bleiben.

Wieso eine wichtige Umleitungsstrecke plötzlich gesperrt werden darf, ist unklar. In der Oranienburger Stadtverwaltung teilte man nur mit, dass man für diese Baustelle nicht zuständig sei. Scheinbar hat es keinerlei Absprachen oder Planungen gegeben. Auch eine Umkehrung der Einbahnstraße im Baustellenbereich an der Stralsunder Straße hat man offenbar nicht in Erwägung gezogen.

RTelenovela

Leute, konzentriert euch!

Montag, den 13. August 2018
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Auf meinem Weg von Oranienburg nach Staffelde musste ich am Vormittag gleich dreimal die Luft anhalten. Dreimal gab es kritische Momente, und dreimal waren die Beteiligten schlicht unkonzentriert.

Nummer 1: Im Rückspiegel sah ich ein Auto aus der Oranienburger Lehnitzstraße rechts in die Saarlandstraße abbiegen. Dabei übersah er den Radfahrer hinter sich, der einen Zusammenstoß aber verhindern konnte. Das Auto hätte warten müssen.

Nummer 2: Am Kreisel in Oranienburg-Süd bog ein Auto von der Geradeaus-Spur rechts in die Saarlandstraße ein. Vermutlich wegen Faulheit, den rechten, richtigen Fahrstreifen zu benutzen, für den er hätte mehr einlenken müssen. Ein Fußgänger konnte gerade noch stoppen.

Nummer 3: Im Kreisverkehr an der Autobahnausfahrt Kremmen bei Staffelde fuhr ein Wagen seelenruhig in den Kreisel, obwohl von links ein anderes Auto kam. Gepennt? Zum Glück ist auch da wohl nichts passiert.

Leute, konzentriert euch!

RTZapper

Berlin direkt – Sommerinterview: Alexander Gauland

Montag, den 13. August 2018
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SO 12.08.2018 | 19.10 Uhr | ZDF

Unsere Klimaprobleme? Alexander Gauland (AfD) sagt, dass wir dafür nichts können und dagegen auch nichts machen können.
Die Zukunft der Rente? Alexander Gauland (AfD) sagt, dass die AfD ihr Konzept erst im kommenden Jahr auf einem Parteitag beschließen wird. Und was X und Y aus seiner Partei dazu gesagt haben, das sieht er nicht so, aber das muss ja alles nichts heißen.
Digitalisierung? Alexander Gauland (AfD) sagt, dass er dazu der falsche Ansprechpartner ist, er könne dazu eigentlich nichts sagen.
Wohnungsmarkt? Regulierung von Airbnb? Alexander Gauland (AfD) sagt, dass man mehr Wohnungen bauen müsse, und dass eine Regulierung ja bisher nicht funktioniert habe. Und Airbnb, ähm, keine Ahnung.

Angesichts dieser Inhaltsleere (im Gegensatz zu den ARD-Sommerinterviews spielten Asyl und Flüchtlinge kaum eine Rolle), ist man bei der AfD vermutlich froh, davon ablenken zu können. Denn während der Aufzeichnung des ZDF-Gesprächs, das am Sonntagabend gezeigt worden ist, kam es zu einem Zwischenfall. In Potsdam standen in Mikrofon- und Kamerareichweite plötzlich drei Leute und riefen Anti-Gauland-Parolen.
Vermutlich wäre es sinnvoller gewesen, diese Momente rauszuschneiden, wobei das natürlich auch schwierig ist in einem laufenden Gespräch. Aber natürlich, die einen werfen den anderen nun vor, manipuliert zu haben. Da wird gefragt, ob die AfD die Störer selbst da hin gestellt haben könnte, ob das ZDF die Hand im Spiel hatte oder irgendwelche anderen Organisationen. Oder ob es womöglich doch ganz normale Leute mit Haltung waren.
So oder so wird dieser Moment aber nun instrumentalisiert. Die einen, um mehr PR und Aufmerksamkeit zu bekommen. Die anderen, um von fehlenden Inhalten abzulenken.