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Otto Waalkes: Kleinhirn an alle – Die große Otto-Biografie

Echt schon 70? Otto Waalkes begleitet mich mein ganzes Leben. In den 80ern schon hatte ich meine erste Otto-Kassette: “Oh, Otto!”, ein West-Import, und als die Otto-Filme auch die DDR-Kinos erreichten, waren die natürlich Pflicht.
Im Jahr seines runden Geburtstages hat Otto Waalkes nun seine Biografie vorgelegt: “Kleinhirn an alle”. Ein Titel, der natürlich an einen Sketch erinnert, in dem die Körperorgane des Menschen miteinander kommunizieren.

In seinem Buch berichtet Otto von seiner Kindheit und der Jugend. Von seinen musikalischen Anfängen, denn schon in jungen Jahren war er Mitglied in einer Band. Rund um Hamburg folgten dann die ersten Bühnenauftritte, die zunächst eine Art Geheimtipp waren. Und irgendwie ist der Komiker quasi in seine Erfolge reingestolpert. Man nahm das Programm auf, verkaufte es in einem einzigen Laden – und daraus wurde ein Mega-Erfolg. Und die Geschichte nahm seinen Lauf.

Otto erzählt davon, was ihn antreibt, wer seine Vorbilder waren, wie seine Komik entstanden ist. Er hätte allerdings gern ausführlicher über seine Bühnenprogramme und auch über seine Filme schreiben können. An vielen Stellen fängt er ein Thema an, um mittendrin abzuschweifen und zu einem völlig anderen Aspekt zu kommen. Auch die Einschübe, in denen er seine Vorbilder genauer vorstellt und auch Zeitgeschehen wiedergibt, sind nicht ganz so spannend – weil ausschweifend.
Ansonsten ist es aber interessant, zu lesen, dass Otto selbst klar ist, dass er seit Jahrzehnten mitunter dieselben Sketche bringt – er sagt aber auch, warum das so ist. Auch dass er eigentlich keinen fünften Film (”Otto – Der Katastrofenfilm”) drehen wollte, liest man in diesem Buch. Otto lässt auch seine Tiefpunkte nicht aus.
Eine Biografie, die an vielen Stellen interessant zu lesen ist, aber auch ihre Längen hat.

Otto Waalkes: Kleinhirn an alle – Die große Otto-Biografie
Heyne, 416 Seiten
6/10

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