Tagesarchiv für 8. Juli 2018

RT liest

Katharina Peters: Todeshaff

Sonntag, den 8. Juli 2018
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(1) -> 31.5.2018

Der zweite Fall für Emma Klar in Wismar und Umgebung. In einer Urlaubsanlage an der Ostsee wird eine grauenvolle Entdeckung gemacht. Zwei ältere getötete Männer sind schlimm zugerichtet worden.
Die Ermittlungen ergeben einen Zusammenhang zur DDR-Geschichte. Dort gab Jugendwerkhöfe, wo junge Leute hinkamen, die Straftaten begangen haben oder schwer erziehbar waren. Wie dort mit den Jugendlichen umgegangen ist, sorgte für Erschütterung, als das ans Licht kam. Die Getöteten haben dort einst gearbeitet.
Das Team um Emma Klar muss unterdessen einen Christoph Klausen observieren. Bald stellt sich heraus, dass auch er eine Verbindung zum Fall der Getöteten hat. Aber hat er auch mit diesen konkreten Morden zu tun?

Katharina Peters rollt mit ihrem zweiten Ostsee-Krimi-Fall ein Stück DDR-Geschichte auf. Denn die Jugendwerkhöfe gab es wirklich, und nach der Wende gab es darum und um die dort arbeitenden Menschen viel Wirbel.
Insofern ist dieser Fall recht interessant, auch wenn sich die Spannung erst nach und nach ergibt.
Was das Buch nicht erfüllen kann, ist der PR-Spruch auf der Rückseite. Denn im Gegensatz zu den Rügen-Krimi gelingt es Katharina Peters bislang in der Ostsee-Krimi-Reihe nicht wirklichen Lokalkolorit zu verbreiten – und schon gar kein versprochenes Inselflair. Das bloße Aufzählen von Orten, durch die jemand fährt um von A nach B zu gelangen, macht noch kein Lokalkolorit aus.

Katharina Peters: Todeshaff
aufbau taschenbuch, 307 Seiten
7/10

RTZapper

WM 2018 live: Oliver Bierhoff

Sonntag, den 8. Juli 2018
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FR 06.07.2018 | 18.10 Uhr | ZDF

Man kann davon halten, was man will. Man kann es schlecht finden, dass sich Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdogan getroffen und tolle Fotos rausgegeben hat. So von wegen “mein Präsident”. Aber im Nachhinein nachtreten und so zu tun, als habe dieses Ereignis so ziemlich allein mit dem Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu tun – das ist ziemlich eklig.

In einem Interview für die “Welt” sagte Oliver Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft zum Umgang mit dem Fall Özil und der Tatsache, dass er sich danach nicht dazu geäußert hat: “Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen.” Deshalb hätte man “überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet”.
Hätte, hätte, hätte.

Mesut Özil ist großen Anfeindungen ausgesetzt. Man könnte auch sagen: Er ist Hetze ausgesetzt, er muss sich rassistische, widerliche Anfeindungen anhören. Und dann kommt Oliver Bierhoff um die Ecke und tritt ordentlich nach – in einem Zeitungsinterview, das er vor Veröffentlichung gegenlesen konnte. Es handelt sich hier also nicht um einen verbalen Patzer, den man mal entschuldigend aus der Welt schaffen kann.

Leider haben am Freitagabend im ZDF Oliver Welke und Oliver Kahn kein besonders strenges Interview geführt. Oliver Bierhoff war zu Gast, um zu erklären, was da eigentlich los war – mit ihm, mit Özil und der ganzen Mannschaft.
Er habe sich da falsch ausgedrückt, und das sei blöd gelaufen. Damit ließen es die ZDF-Olis bewenden. Bierhoff sagte noch, er wolle keinen an den Pranger stellen. Genau das hat er aber getan. Er hat den rechten Hetzern den Stoff gegegen, den sie brauchen, und im ZDF konnte er sich fein rausreden.
Vielleicht sollte man überlegen, ob man nicht auf Bierhoff verzichten kann. Sportlich, aber vor allem menschlich. Das Interview im ZDF hat es nicht besser gemacht.

KeineWochenShow

#79 – Schweden vs. Kroatien

Sonntag, den 8. Juli 2018
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Okay, Deutschland ist bei der Fußball-WM 2018 schon ausgeschieden, und die große Euphorie ist nicht mehr da. Dennoch wollen wir in KeineWochenShow auch noch ein bisschen WM-Feeling mitnehmen.
Deshalb haben wir erneut unser Kellerstudio verlassen und sind nach Schwante gefahren. Auf dem Hof des Hopser-Hüpfburgen-Verleihs machen wir ein Torwandschießen.

Aufgezeichnet haben wir das am Mittwochabend, als wir noch nicht wussten, dass auch Schweden nach dem Viertelfinale leider nicht mehr dabei ist.
So treten beim Torwandschießen Schweden und Kroatien gegeneinander an. Das wird ein spannendes Duell – jeder hat zehn Schüsse. Fünf auf die unteren Löcher, fünf auf die oberen.

Außerdem reden wir natürlich über die Fußball-WM, die Favoritenstürze und darüber, dass Jogi Löw Bundestrainer bleibt. Natürlich geht es auch um den Zoff in der Union und um Horst Seehofers vorübergehende Rücktrittsgedanken.
KeineWochenShow #79 aus Schwante gibt es wie immer auf YouTube.

RT im Kino

Love, Simon

Sonntag, den 8. Juli 2018

Er weiß es schon länger, aber er will es (noch) keinem sagen: Simon (Nick Robinson) steht auf Jungs. Eigentlich war das bisher noch gar kein großes Thema. Bis eines Tages im Schulklatsch-Blog ein anonymer Artikel auftaucht. Ein Junge, der sich Blue nennt, schreibt darüber, dass er schwul sei, es aber niemandem sagen kann.
Simon nutzt die Chance und schreibt ihm, öffnet sich ihm gegenüber. Es entsteht ein Mailkontakt, und Simon versucht herauszufinden, wer eigentlich dieser Blue ist.
Als Simons Mitschüler Martin (Logan Miller) zufällig die Mails liest, droht er, Simon zu outen. Die Lage entgleitet Simon mehr und mehr – und es scheint zur Katastrophe zu kommen, als er durch einen Unbekannten auf dem Schulblog geoutet wird.

“Love, Simon”, so unterschreibt der 17-Jährige seine späteren Mails an Blue, und so heißt auch der Film von Greg Berlanti. Er erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der sich sich gar kein Problem damit hat, dass er auf Jungs steht. Der aber ein Problem damit hat, es allen anderen zu sagen.
Nebenher gibt es aber auch noch die durchaus spannende Geschichte, wer sich eigentlich hinter dem Namen Blue verbirgt. Lange befindet sich Simon auf dem Holzweg. Interessant sind auch die Geschehnisse nach dem Outing, denn die Leute haben in diesem Moment ein ganz anderes Problem mit Simon, die eher nichts mit seinem Schwulsein zu tun haben. Es sind ganz andere Konflikte, die da eine Rolle spielen – und von denen ist selbst Simon in dem Moment überrascht.
“Love, Simon” ist ein ziemlich unaufgeregter, aber extrem sympathischer Jugendfilm über die erste Liebe mit diversen schönen Momenten.

Love, Simon
USA 2018, Regie: Greg Berlanti
Fox, 110 Minuten, ab 0
8/10

RTZapper

Das Musikschiff – Stars auf einer Welle

Sonntag, den 8. Juli 2018
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DO 05.07.2018 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Wenn Schlagerstars für Sat.1 Gold auf Kreuzfahrt gehen, dann müssen sie auch ein bisschen schuften. Aber wirklich nur ein bisschen. “Das Musikschiff – Stars auf einer Welle” heißt die neue Musikreihe, die am Donnerstagabend erstmals gelaufen ist.

Die Idee ist zwar an sich nicht neu, aber auch gar nicht so übel: Maximilian Arland, Ireen Sheer, Annemarie Eilfeld und Eloy müssen sich in jeder Folge einem neuen Motto stellen. In der Premierenausgabe ging es um Italosongs, und die Musiker mussten sich innerhalb eines Tages einen italienischen Song draufschaffen.
Die Kamera begleitete die vier also dabei, wie sie übten. Da war durchaus sympatisch. Da saß dann Maxi Arland, der ja nicht mehr Maxi sein möchte, an einem Tisch irgendwo auf dem Schiff und versuchte, den Text von “Volare” zu lernen. Damit er die Aussprache richtig lernen konnte, musste er sich per Smartphone Hilfe von einer Freundin holen, die italienisch kann.

Am nächsten Abend sangen dann Arland und die anderen ihre gelernten Songs. Nun ist das ja nicht das ZDF, sondern nur Sat.1 Gold, und die Bühne auf dem Kreuzfahrtschiff ja auch nicht die beste, für richtige Scheinwerfer hat es da auch nicht gereicht. Aber egal, darauf kommt es ja nicht an.
Merkwürdig war vielmehr, dass die Stars ihre Songs zum Playback sangen, wenn sie überhaupt sangen. Plötzlich hatten Ireen Sheer und die anderen ihre Lieder richtig gut drauf, inklusive Backgroundgesang und allem, was so ein Playback mit sich bringt.
Stellt sich die Frage: Wann wurden diese Playbacks produziert? Und ist es nicht eine Verarsche der Zuschauer, wenn man so tut, als sei die Aufgabe überraschend und müsse nun den Text lernen? War in Wirklichkeit alles schon fertig produziert? Ist die komplette Story dieser Sendung etwas ein Fake?

So richtig gute Stimmung im Saal kann auch nicht gewesen sein, denn der eingespielte Jubel der Zuschauer war genau das: eingespielt. Während im Bild höflich applaudiert wurde, brandete akustisch Megajubel auf, der so groß war, dass es schon auf den ersten Blick unpassend zur Location erschien.

Sat.1 Gold musste sein “Musikschiff” scheinbar ziemlich stark bearbeiten, damit der Eindruck einer Megasause entsteht. Blöd nur, wenn es so sehr auffällt.

RTelenovela

Schweden (11): Jubel für Sverige

Sonntag, den 8. Juli 2018
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(10) -> 7.7.2018

Letzter Tag. Unsere Abschlussetappe führte von Norrköping nach Arlanda, zum dortigen Flughafen. Wir hatten noch ein bisschen Zeit, und überhaupt herrschte mal wieder bestes Wetter – also machten wir noch einen Ausflug.
Oxelösund liegt am Wasser, dementsprechend befinden sich dort diverse Strände und Campingplätze. Für die Menschen in der Region scheint es ein beliebtes Erholungsgebiet zu sein.
Wir knallten uns für knapp zwei Stunden an den Strand. Während unweit von uns ein Bagger vor sich hinbuddelte, ließen die Leute relativ unbeeindruckt davon die Seele baumeln.

Unweit davon liegt Nyköping mit einer sehr schönen Shoppingmeile, die ziemlich altstädtisch aussieht. In einem kleinen Café gönnten wir uns kleine Küchlein und bezahlten – wie alles andere auch – mit der Bankkarte.

In Arlanda trennten wir uns von unserem schönen Mietwagen, mit dem wir in den vergangenen Tagen 1200 Kilometer zurückgelegt haben.
Im Flughafen wählten wir uns gleich mal ins W-Lan ein, denn in Russland fand zu dieser Zeit das Fußball-WM-Spiel zwischen Deutschland und Südkorea statt – und parallel das Spiel zwischen Schweden und Mexiko. Letzteres wurde natürlich an einigen Stellen auf dem Flughafen übertragen – nicht aber das Deutschland-Spiel.
Also setzten wir uns zu McDonald’s, ich lud mir die Inforadio-App vom rbb runter und verfolgte das Spiel per ARD-Radio-Live-Übertragung mit dem Smartphone und Kopfhörern. Es war… nun ja… nicht so schön.
Dafür feierten die Schweden. Immer wenn im Parallelspiel ein Tor fiel, gab es Jubelschreie im Flughafen, die so laut wie im Stadion waren. Nachdem die Schweden gewonnen hatten, liefen auf den Fernsehern die Bilder davon in den folgenden Stunden in Dauerschleife.

Mit dem Flug von Arlanda nach Schönefeld endete unser einwöchiger Schweden-Trip. Es war eine wunderschöne Woche mit vielen Eindrücken.