Monatsarchiv für Juli 2018

RTZapper

Genial daneben – Das Quiz

Dienstag, den 17. Juli 2018
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MO 16.07.2018 | 19.00 Uhr | Sat.1

Für so viel Effizienz muss man Sat.1 gratulieren. Beim Sender musste man sich kein bahnbrechend neues Konzept überlegen, das Studio und das Bühnenbild für die neue Show war bereits eingerichtet und musste nur ein wenig abgeändert werden.
Am Montagabend lief erstmals “Genial daneben – Das Quiz”.
Damit knüpft Sat.1 an den Erfolg der Vorabend-Quizshows im Ersten an. Denn auch diese Show erinnert stark an “Wer weiß denn so was”, die im Ersten gerade pausiert: Promis müssen versuchen, knifflige Fragen zu lösen, die sich um mehr oder weniger unnützes Wissen drehen.

Aber ganz grundsätzlich: Dass Sat.1 im Vorabendprogramm endlich mal was anderes versucht, als die ewigen und langweiligen Dokusoaps, das ist in jedem Fall positiv. Immerhin gab es mal Zeiten im deutschen Fernsehen, in denen zig Quizsendungen im Vorabendprogramm liefen. Sie sind ja auch das perfekte Feierabendprogramm. Man wird unterhalten, und nebenbei bekommt man noch spannende Dinge vermittelt.

Bei Sat.1 hat man mit “Genial daneben” eine erfolgreiche Marke im Programm. Die Aufgabe war es nun, daraus eine tägliche Sendung zu machen, ohne der eigentlichen Show zu schaden. Die Abwandlung: Die Zuschauer, die die Fragen stellen, sind im Studio, und das Promi-Rateteam bekommt drei Antwortmöglichkeiten. Liegt das Team falsch, bekommt der Zuschauer 500 Euro und zieht in ein Finale ein, bei dem es am Ende noch mehr Geld zu gewinnen gibt.

Das Gute für Sat.1: Die Show ist extrem simpel, auch in der Produktion. Es gibt keine Einspieler, alles spielt sich im Studio ab. Ein sicherlich preiswertes Programm, das aber dennoch Abwechslung bringt ins ansonsten ziemlich tote Tagesprogramm von Sat.1. Spannend wird es, abzuwarten, ob die Zuschauer das auch so sehen.

RT liest

Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden

Dienstag, den 17. Juli 2018

Er hätte es nicht tun sollen. Man hat ihn gewarnt. Aber er hat es trotzdem getan – und bereut es nun. Denn nun führt er ein ganz neues Leben, und es ist nicht unbedingt schön.
Das 24 Winds Lighthouse, der Leuchtturm der 24 Winde, ist schon lange im Besitz der Familie, und dort gibt es einen zugemauerten Raum. Der sollte zugemauert bleiben. Aber Arthur will trotzdem wissen, was in dem Raum ist.
Er verliert das Bewusstsein – und wacht ein gutes Jahr später wieder auf. An einem ihm unbekannten Ort. Arthur braucht lange, um rauszufinden, wo er ist. Allerdings: Nach 24 Stunden löst er sich regelrecht auf – um ein Jahr später wieder irgendwo anders aufzutauchen.
Er lernt Lisa kennen und lieben – aber wie soll eine Beziehung funktionieren, wenn er immer nur 24 Stunden im Jahr da ist. Wenn Lisa ein Jahr und immer wieder ein Jahr auf Arthur warten muss?

Man braucht einige Seiten, um zu verstehen, warum der Roman “Vierundzwanzig Stunden” heißt und warum auf dem Cover des Romans von Guillaume Musso eine Frau von hinten zu sehen ist, die aufs Meer schaut. Es ist die wartende Lisa, die voller Angst und Sehnsucht ist.
Der Roman ist geheimnisvoll und kurzweilig. Zwar wirkt es manchmal ziemlich konstruiert, dass Arthur immer wieder an bedeutenden Tagen eines Jahres “auftaucht” oder “aufwacht”, aber die Geschichte entfaltet immer mehr einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Das Geheimnis wird mehr und mehr aufgedeckt, wobei dennoch die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten bleibt. Gegen Ende gibt es eine Wendung, die zunächst schwer nachvollziehbar ist, dann aber eine Gänsehaut auslöst.

Guillaume Musso: Vierundzwanzig Stunden
Piper, 373 Seiten
8/10

RTZapper

WM 2018 live: Studio

Montag, den 16. Juli 2018
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SO 15.07.2018 | 19.50 Uhr | ZDF

Frankreich ist Fußball-Weltmeister 2018. Das Spiel und das ganze Turnier sind gelaufen, und die ZDF-Experten hatten noch Zeit, ein Fazit zu ziehen.
Nach der Siegerehrung und der “heute”-Sendung, kamen am Sonntagabend Oli Welke und seine Experten im WM-Studio noch mal für 25 Minuten zu Wort.

Wie aber füllt man die Zeit bis zum Beginn des ZDF-Herzkinos? Kurz wurden noch ein paar Worte zum Weltmeister und zum Spiel verloren. Aber nicht allzu viel, denn auf Siegerstimmung in Frankreich hatte man nicht allzu viel Lust.
Stattdessen kaute man zum 215. Mal durch, wie schlecht es doch für Deutschland lief, und dass es ja in Deutschland noch eine Abrechnung und einen Neubeginn geben müsse.
Gefolgt von einem längeren Beitrag über die politische Situation in Russland rund um die WM.
Alles sehr wichtig, irgendwie. Aber zu diesem Zeitpunkt schrecklich deplatziert. Während man hätte ein bisschen die französische Freude hätte rüberbringen können, beendete das ZDF-Team die WM mit miesepetriger Katerstimmung.
Ziemlich ätzend.

RTelenovela

Umzingelt von Baustellen

Montag, den 16. Juli 2018
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Schnell mal durch die Neuruppiner Innenstadt fahren – das findet zurzeit eher nicht statt. Neulich musste ich in die Fontanestadt, um zum Landgericht zu gelangen. Aus Wuthenow kommend fuhr ich über den Seedamm in die Stadt, und gleich fiel mir ein, dass es ja da diese eine Baustelle gibt, wo das Straßenpflaster erneuert wird.

Erster Irrtum: Ich dachte, wenn ich gleich hinterm Seedamm links auf die Seepromenade abbiege, kann ich das Zentrum umfahren. Doch die Straße endet in der Altstadt mit den schmalen Straßen.
Letztlich landete ich vor der Baustelle, die ich umfahren wollte. Die Umleitung führte in die Karl-Marx-Straße, eine der großen Hauptstraßen, und eigentlich dachte ich, ich könnte dann rechts um den Schulplatz rumfahren. Aber da war gesperrt.
Also links um den Schulplatz herum.

Zurück auf der Friedrich-Engels-Straße stand ich bald vor der nächsten Baustelle. Wieder eine Umleitung, und diesmal durch die engsten Altstadtstraßen. Der blanke Wahnsinn, wenn die Umleitung umgeleitet wird und zur nächsten Umleitung führt. Wer soll da eigentlich noch durchsehen?

Nachdem mein Termin beim Landgericht vorüber war, lenkte ich mein Auto vom Gelände runter, bog links ab – und stand vor der nächsten Baustellen-Sackgasse. Da musste ich dann fast schon lachen – während ich umdrehte…

KeineWochenShow

#80 – Ab jetzt mit Assi!

Sonntag, den 15. Juli 2018
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Nach ein paar Wochen unterwegs sind wir endlich mal wieder in unserem Kellerstudio. Aber trotzdem ist was anders – wir probieren mal wieder eine neue Kameraperspektive aus.

Wir sprechen diesmal über Horst Seehofer und die Frage, wie lange wir ihn noch ertragen müssen. In der CSU denkt man, dass man mit dem Asylthema rechte Wähler zurückbekommt – was aber nicht funktionieren wird.
Auch Özil, Bierhoff und der DFB sind ein Thema. Wie sich Oliver Bierhoff und der DFB gegenüber Özil verhalten, ist mehr als schäbig. Wieso – das erzählen wir in der Sendung.

Natürlich geht es auch noch um die Fußball-WM 2018 – immerhin nähern wir uns nun dem Ende, und wir wissen dann auch, wer von uns beiden das Tippspiel gewonnen hat.

Im Buchtipp betreiben wir “Selbstrufmord”. Also, nicht wir, sondern der Autor und Moderator Martin Tietjen, der im Buch etwas aus seinem Berufs- und Privatleben erzählt.
Das und mehr in Ausgabe #80 von KeineWochenShow auf YouTube.

RTZapper

Achterbahn

Sonntag, den 15. Juli 2018
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SA 14.07.2018 | 2.20 Uhr (So.) | ZDF

Ein Vergnügungspark. Die Leute sind gut drauf. Aber dennoch: Es liegt eine bedrohliche Stimmung in der Luft. Das wissen aber nur wir, die Zuschauer.
Denn ein Attentäter schleicht über das Gelände. Er schlendert von Stand zu Stand, kauft etwas. Aber wir wissen: Er hat etwas Böses vor. Die Achterbahn. Irgendwas passiert gleich an der Achterbahn.
Die Kamera zeigt immer wieder die Stelle, die manipuliert worden ist. Noch rauschen die Gondeln drüber, die Leute kreischen – noch vor Vergnügen.

Der Thriller “Achterbahn” ist von 1977. Ein Klassiker. Normalerweise beginnen Katastrophenfilme immer so, dass man erst mal die Leute und ihre Situation kennen lernt, um die es geht. Nach und nach baut sich die bedrohliche Stimmung auf, oder wir sehen, wo sich etwas zusammenbraut.
“Achterbahn” ist ganz anders. Wir sehen die Leute, die sich auf der Achterbahn amüsieren. Und den Attentäter. Freude und Bedrohung, und lange Minuten wird kein einziges Wort in diesem Film gesprochen. Es dauert lange, bis in diesem Film überhaupt jemand etwas Nennenswertes sagt.

Und dann knallt es tatsächlich. Die Katastrophe dauert nicht lange, aber sie ist dramatisch. Man sieht, wie die Gondeln herabstürzen, wie Menschen vergraben werden. Man sieht niemanden direkt sterben. Aber die Szenen sind so gemacht, dass alles sich im Kopf relativ genau abspielt. Und das ist gruselig.

Später dreht sich alles darum, wie die Ermittler versuchen rauszufinden, wer das Attentat verübt hat – und wie der Mann versucht, weitere Attentate zu verüben. Es bleibt spannend!
“Achterbahn” ist mehr als 40 Jahre alt. Aber er wirkt nicht unmodern, er ist im Großen und Ganzen erstaunlich zeitlos, und funktioniert auch bei einer Ausstrahlung im Jahr 2018 – in der Nacht zum Sonntag im ZDF – noch sehr gut.

aRTikel

Überflieger: Der Musiktraum hat sich erfüllt

Samstag, den 14. Juli 2018
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Christian Lippert (32) aus Borgsdorf tritt mit Lukas Rieger und Matthias Schweighöfer auf und kümmert sich um das neueste Album von Farin Urlaub

MAZ Oberhavel, 14.7.2018

Borgsdorf.
Musik. Das war schon immer der Traum von Christian Lippert. Schon als der Borgsdorfer 2006 sein Abitur am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten machte. Dass es aber so gut funktionieren würde, dass er davon leben kann, das war damals nicht so klar.

Neulich stand er als Musiker mit Jeanette Biedermann auf der Bühne. Er war Band-Ersatzmann am Bass bei der Tournee von Matthias Schweighöfer. Beim Teeniestar Lukas Rieger spielt er Gitarre oder Klavier. Er gehört zum festen Musikerteam von Alexa Feser. Und mit „Retter“ hat er seit einem Jahr auch wieder eine eigene Band.
Chris Lippert ist aber auch im musikalischen Kreativbereich aktiv. Für Universal betreibt der 32-Jährige das internationale Marketing von Bands wie Rammstein oder Wanda. Für Farin Urlaub kümmerte er sich um das Artwork des kürzlich erschienenen Albums „Berliner Schule“ und bearbeitete dafür auch die teilweise älteren, bis dahin unveröffentlichten Songs. Bei den „Ärzten“ gehört er zum Team, das sich um das Marketing kümmert.

Eine bemerkenswerte Sammlung, und alles ergab sich nach und nach. Anfangs spielte er in der in Oberhavel bekannten, Ende 2016 aus Zeitgründen aufgelösten Band Jazzkomplott. Später war er Mitglied bei „Toulouse“. „Wir hatten da Label und Management.“ Darüber ergab sich ein Kontakt zur Schauspielerin und Sängerin Anna Fischer. Es entstand ein gemeinsames Album unter dem Bandnamen „Panda“, und der Song „Jeht kacken“ sorgte für Aufsehen – inklusive vieler Fernsehauftritte, unter anderem in „Inas Nacht“. Panda war auch Vorband von Rosenstolz.
Dadurch wiederum entstand der Kontakt zu Rodrigo „Rod“ González von den „Ärzten“, weil er am Panda-Album mitgeschrieben hatte. Chris Lippert wurde Praktikant bei den Ärzten, arbeitete sich dort immer weiter rein. „Immer, wenn ich nicht wusste, wie es weiter gehen soll, kam etwas Neues“, erzählt er. Sicherheitshalber verließ er sich nicht auf die Musik allein. Er studierte an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation – mit Bachelor-Abschluss. Später arbeitete er in einer kleinen Agentur.

Auf Jobs folgten immer neue Jobs. Über Empfehlungen in der Branche und inzwischen auch durch seine vielen Einsätze als Musiker und Kreativer hat er inzwischen einen guten Namen. Sein Engagement für Lukas Rieger kam von einem Tag auf den nächsten. „Für Fernsehauftritte bei Viva und Joiz wurde jemand gebraucht.“ Chris Lippert sprang ein. Inzwischen gehört er zum Stammteam – und erlebt mit Lukas Rieger wie es ist, ein Teeniestar zu sein. „Wann steht man schon mal vor 2500 schreienden Mädchen?“, sagt der Borgsdorfer, der inzwischen mit seiner Freundin Simone in Berlin-Prenzlauer Berg lebt. Sein Vorteil: „Ich wollte nie Frontmann sein“, sagt er. Das sei anstrengend. Nach zweieinhalb Stunden Konzert kämen noch die Autogramme und die Fanfotos. „Ich spiele im Hintergrund, und dann ist für mich Schluss.“ Das genießt er.

Es läuft also sehr gut für Chris Lippert. Bleibt auch noch Zeit, sich um „Retter“ zu kümmern. „Das ist mal wieder eine richtige Band-Band.“ Mit deutschem Pop-Rock und etwas anspruchsvolleren Texten. Zum Song „Wegen uns“ gibt es auf YouTube ein Musikvideo, ein paar Einsätze auf dem Radiosender Fritz gab es auch schon. Im August sind zwei kleinere Konzerte geplant. „Wir wollen es aus eigener Kraft schaffen“, sagt er.

Und wenn die Musik mal Pause macht, dann testet er für Sternefresser.de Gourmetrestaurants in aller Welt und schreibt darüber, oder er berichtet für den Travelblog „Viel unterwegs“ über nahe und entfernte Reiseziele.

Er hat viel Arbeit, aber dennoch: „Ich bin eigentlich gerade sehr ausgeglichen“, sagt er und schmunzelt. Was aber auch daran liege, dass er das alles sehr gern mache. Um runterzukommen, reicht dann auch mal der Mittagsschlaf auf dem Sofa – mit der Katze im Arm.