Tagesarchiv für 29. Juni 2018

RTZapper

10 vor 11: Jeder Zirkus hat ein Ende

Freitag, den 29. Juni 2018
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MO 25.06.2018 | 0.30 Uhr (Di.) | RTL

Der Geist der Bienen.
Der dreißigjährige Krieg.
Ein Dämon namens atomare Gewalt.
Schirachs Tabu.
Die Erde vor Milliarden Jahren.
Die Pyramiden, eines der sieben Weltwunder.
Die Teleskope von Hawaii.
Der Propeller der Saturnmonde.
Jesus und Pilatus.
Der Kampf der Wagen und Gesänge.
Leibnitz und die Mathematik der Schlangen.

Das sind alles Titel von ausgestrahlten Kultursendungen. Und erstaunlicherweise liefen sie nicht bei arte oder 3sat – sondern bei RTL. Seit 1989 gab es jeden Montagabend das Magazin “10 vor 11”. Dort beschäftigte sich Alexander Kluge eine gute halbe Stunde lang mit nicht immer ganz leicht verdaulichen Themen. drei Jahrzehnte Hochkultur auf dem Privatsender, auf dem sonst Bauern Frauen suchen oder Familien im Brennpunkt sind.

Bei RTL hätte man auch ein bisschen stolz sein können, dass solche hochkulturellen – und manchmal auch durchaus bekloppten – Sendungen laufen, wenn auch im Nachtprogramm. Aber RTL strahlte “10 vor 11” nie freiwillig aus. Stattdessen lief die Sendung über als Drittsendeformat. Unter dem Namen dctp hatte Alexander Kluge seit Ende der 80er das Recht, bestimmte Sendezeiten von RTL zu besetzen – eine Besonderheit im deutschen Medienrecht. Sender oder Sendergruppen, die mehr als zehn Prozent Marktanteil erreichen, müssen bestimmte Sendezeiten an Fremdanbieter abgeben. Wegen der Meinungsvielfalt. Am 1. Juli 2018 beginnt eine neue Lizenzperiode, und nach 30 Jahren hat dctp diese Lizenz verloren.

Mit einer 90 Minuten langen Abschiedssendung verabschiedete sich “10 vor 11” am sehr späten Montagabend von den wenigen RTL-Zuschauern: Jeder Zirkus hat ein Ende. Stattdessen laufen ab nächsten Montag gefälligere Reportagen von neuen Fremdlizenz-Inhabern. Ein bisschen schade ist das schon. Aber andererseits – wie oft hast du eigentlich dieses Magazin in den vergangenen Jahrzehnten gesehen?

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RT liest

Thomas Geigenmüller: Das ziemlich lebendige Leben des vermeintlich toten Elvis

Freitag, den 29. Juni 2018

Elvis lebt. Wenn du denkst, dass Elvis Presley seit mehr als 40 Jahren tot ist – dann vergiss es nun endlich mal. Tobias Geigenmüller beschreibt in seinem Roman “Das ziemlich lebendige Leben des vermeintlich toten Elvis”.

Als am 17. August 1977 Elvis Presley stirbt… also, als die Leute denken, dass Elvis gestorben ist, da geht es dem Rockstar in Wirklichkeit ziemlich gut. Der King of Rock ‘n’ Roll hat stattdessen endlich die Gelegenheit, ein neues Leben zu führen. Oder ständig von Leuten verfolgt und angesprochen zu werden. Doch dieses Leben muss erst mal in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
Elvis versucht es tatsächlich zunächst als Elvis-Imitator, was natürlich absurd ist, wie er auch selber einsehen muss. Er versucht es als Drehbuchautor, er hat auch einige spannende Stoffe, die er seiner Priscilla anbietet. Die lehnt aber ab – schließlich will sie bald “Die nackte Kanone” drehen. Er geht 1989 nach Leipzig, wo er die Montagsdemonstrationen miterlebt. Und er muss sich mit seiner Tochter Lisa Marie rumschlagen, die sich in einen gewissen Michael Jackson verliebt.

“Das ziemlich lebendige Leben des vermeintlich toten Elvis” von Thomas Geigenmüller lebt von einer Idee, die manche Leute ja gar nicht so abwegig finden: dass Elvis Preslex im Untergrund lebt. Der Roman beginnt leider ein bisschen einfallslos, es braucht ein bisschen, bis man als Leser seinen Spaß hat. Nämlich dann, wenn der Autor wahre Ereignisse aufgreift und sie in den Elvis-Zusammenhang bringt. So zofft sich Elvis in Leipzig mit David Hasselhoff, der unbedingt an der Mauer singen will. Oder er operiert Michael Jackson Nase in den Eimer.
Es ist durchaus witzig zu lesen, welche Theorien sich der Autor überlegt hat, wo Elvis überall seine Hand im Spiel haben könnte.

Thomas Geigenmüller: Das ziemlich lebendige Leben des vermeintlich toten Elvis
Rowohlt Berlin, 255 Seiten
7/10

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RTZapper

ZDF Sport extra: Tennis-ATP-Turnier – Finale

Freitag, den 29. Juni 2018
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SO 24.06.2018 | 13.00 Uhr | zdf info

Als der Schweizer Roger Federer vom Kroaten Borna Coric besiegt worden ist, lief das auch im deutschen Fernsehen. Immerhin handelte es sich um das Finale beim ATP-Tennisturnier in Halle in Westfalen.

Nachdem das ZDF am Sonnabend immerhin gute zwei Stunden seines kostbaren Mittagsprogramms freigeräumt hat, sah man sich dazu am Sonntag leider nicht mehr dazu in der Lage. Das Finale lief am Nachmittag stattdessen beim Spartenkanal zdf info.
Im Hauptprogramm gab es keine Möglichkeit dazu. Weder konnte man sich mit dem Veranstalter absprechen, dass das Finale eventuell eine Stunde später beginnen kann. Auch dass der “ZDF-Fernsehgarten” mal eine Stunde früher beginnt, war unmöglich. Die Wiederholung des Films “Zwei mitten im Leben” von 2014 war bedauerlicherweise auch nicht verschiebbar.

Somit war die Abschiebung der Live-Übertragung vom Finale zu zdf info scheinbar unabdingbar.
Sicherlich, wer sich für Tennis interessiert, hat die Sendung auch bei zdf info gefunden. Aber es hat auch ein bisschen was mit Wertschätzung zu tun, ob eine solche Übertragung im großen Hauptprogramm gezeigt wird oder im Minisender.

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RTelenovela

Schweden (6): Stockholm und seine Restaurangs

Freitag, den 29. Juni 2018
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(5) -> 28.6.2018

Gute Seiten, schlechte Seiten. Das ist kein Ableger der ähnlich klingenden RTL-Soap, sondern meine Einschätzung von Stockholm. Auf unserer Schweden-Tour hatten wir zwei volle Tage in der Hauptstadt.
Wirklich sehenswert ist die Gamla Staden – die Altstadt. Es gibt nahe einer Kirche viele schmale Gassen. Diverse Geschäfte mit Klamotten, Eisläden, Gaststätten, Bars und vieles mehr. In einer Seitenstraße ist eine deutsche Kirchengemeinde, in der es regelmäßig deutschsprachige Gottesdienste und andere Veranstaltungen gibt.
Aber auch so versteht man hier und da die Schweden ganz gut. Viele Wörter klingen, wenn man sich ein bisschen konzentriert ähnlich wie im Deutschen oder Englischen. Restaurang – ohne Hemmungen werden Fremdwörter umgeschrieben, so dass es passt.

Interessant ist auch der Besuch des Rathauses. Dort können Besucher auf einen Turm steigen – mit einer Mischung aus schmalen Treppen und langen Gängen rund um den Turm – und einen Blick auf die Stadt werfen.
Nicht nur von oben kann man aber auch sehen, wie die Stadt zugebaut worden ist. Besonders die vielen Autotrassen auf Brücken zerschneiden die Stadt und machen sie an diesen Stellen leider auch nicht gerade schön. Riesige Betonungetüme stehen da in der Gegend rum – hinzu kommt noch ein riesiger Klotz namens Hauptbahnhof.

Stockholm hat auch viel Wasser. Fährt man mit einer der Boote oder Fähren, kann man sich die alte, großen Häuser am Flussufern ansehen. Oder den Vergnügungspark, in dem sich viele halsbrecherische Attraktionen befinden, die ich nie betreten würde.
Vermutlich gäbe es noch viel mehr in Stockholm zu entdecken – dafür sind 48 Stunden einfach zu wenig.

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