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Verein muss nachträglichen Bauantrag für Konzertraum stellen

Probleme nach Anzeige von offizieller Seite – Schwantener veranstalten Klassik-Events vorübergehend im Schloss – Umwidmung geht in die Finanzen

MAZ Oberhavel, 8.6.2018

Schwante.
Die Konzerte des Musik- und Theatervereins Oberhavel (MTO) in Schwante sind etabliert. Nun allerdings können sie nicht mehr auf dem Gelände Am Wasserturm 2 stattfinden, sondern sind ins benachbarte Schloss ausgelagert. Das nächste Mal am kommenden Sonnabend um 17 Uhr.

Das Problem: Das Gebäude ist nur als Wohnhaus gemeldet und nicht als Konzertspielstätte. „Man könnte sagen, wir haben unsere Konzerte dort illegal gegeben“, sagt Jochen Wermann. Von offizieller Seite sei eine Anzeige erstattet worden, das hatte Jochen Wermann nach Akteneinsicht herausgefunden. „Wir müssen nun einen Antrag auf Umnutzung der Gebäude stellen.“ Er sei davon ausgegangen, dass ein gemeinnütziger Verein auch so die Konzerte dort geben könne. Mehrere Jahre ist das auch gut gegangen – auch von offizieller Seite hat man die Füße still gehalten. Bis vor ein paar Wochen.

Ausschlaggebend war offenbar der Disput um die Zuwendungen der Gemeinde Oberkrämer an die dort ansässigen Vereine. Weil der MTO zwar seinen Sitz in Oberkrämer hat und auch vor allem in Sachen musikalische Bildung für Oberkrämer-Kinder agiert, ist in der Vereinssatzung von „Oberhavel“ die Rede. Für die Gruppe „Bürger für Oberkrämer“ (BfO) war das in der Gemeindevertretung der Anlass die finanzielle Unterstützung, die fast alle anderen Vereine bekommen, hier zu verwehren. Der MTO wird nun seine Satzung anpassen, das „O“ steht nicht mehr für Oberhavel, sondern für Oberkrämer.

Der Bauantrag, der wegen der nachträglichen Umnutzung eingereicht werden muss, wird allerdings teuer. „Wir haben überlegt, unsere Aktivitäten hier ganz einzustellen“, gibt Jochen Wermann zu. „Dann kamen aber sehr viele Leute auf uns zu, die uns gesagt haben, wir wollen hier weitermachen.“ Aber die 5000 bis 10 000 Euro, die so ein Antrag insgesamt kosten kann, die habe der Verein nicht. „Zur Rettung des MTO werden wir einen Förderkreis gründen, dem man beitreten kann“, sagt Jochen Wermann. Er hofft, dass das Problem bis Ende des Jahres gelöst werden könne. Ob dazu auch am Veranstaltungsraum bauliche Veränderungen getroffen werden müssten, sei unklar. „An sich könnte es vielleicht um zwei Feuerlöscher gehen.“ An sich sehe er da wenig Probleme.
In der Verwaltung in Oberkrämer hat Jochen Wermann gemeinsam mit Bürgermeister Peter Leys und Bauamtsleiter Dirk Eger die Pläne studiert. „Von Seiten der Gemeinde gibt es wohl keine Schwierigkeiten“, so der Neu-Schwantener. Auch mit der Unteren Baubehörde in Oranienburg habe es schon gute Gespräche gegeben. Klar sei aber auch, dass eine Ablehnung der Anträge dazu führen könne, den Verein „an die Wand zu fahren“, wie Jochen Wermann es ausdrückt.

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