Tagesarchiv für 7. Juni 2018

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Einheimisch wird er wohl erst mit 100

Donnerstag, den 7. Juni 2018
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Der Beetzer Andreas Dalibor feiert heute seinen 60. Geburtstag – zum Jubiläum denkt er auch über seine Zukunft nach

MAZ Oberhavel, 7.6.2018

Beetz.
Er ist Liedermacher, Theaterchef, Sozialarbeiter und Lokalpolitiker. Andreas Dalibor ist ein besonders umtriebiger Mensch. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag.
24 Jahre ist es her, dass er aus Berlin nach Beetz zog. Er fühlt sich dort sehr wohl als Beetzer, als Kremmener. Einheimischer ist er aus Sicht der Alteingesessenen aber nicht, denkt er. „Wenn ich 100 werde, dann werde ich Kremmener sein. Im Augenblick bin ich noch Zugereister“, sagt er.

Die meisten Menschen kennen ihn als Chef des Theaters „Tiefste Provinz“ im Scheunenviertel. „Eigentlich sollte der Raum bloß ein Übungsraum für meine Band sein“, erzählt er. Um Fördermittel zu bekommen, ist ihm dann aber geraten worden, etwas Öffentliches daraus zu machen. Er ließ eine Bühne reinbauen, und schon war das Theater 2006 geboren. Dass es „Tiefste Provinz“ heißt – das fanden anfangs nicht alle Kremmener lustig.

Andreas Dalibor ist eigentlich Diplom-Sozialarbeiter und -pädagoge. Studiert hat er an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin. Probiert hatte er damals vieles: ein paar Semester Archäologie, Erziehungswissenschaften, Musik und Kunst auf Lehramt. Kurz vor der Prüfung hörte er auf. Er wollte nicht zum Establishment gehören. „Mittlerweile sage ich, hätte ich weiter machen sollen. Aber die Erkenntnis kommt ja immer später.“ Danach ging er auf die Sozialarbeiterschule – und legte die Prüfung dort ab.
Inzwischen leitet er eine Erziehungswohngruppe in Beetz. Er betreut Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren, die oftmals Pech mit der Familie hatten. „Viele Sachen können wir lösen, manche lösen die Zeit, andere lösen wir mit Therapien oder auch nur damit, ein anderes Leben vorzuführen.“ Mist bauen komme durch Langeweile – oft würden Dinge passieren, wenn die Jungs nichts mit sich anzufangen wüssten. Dem will er entgegen steuern. Es gehe darum, Verantwortung zu übertragen, den Kindern Aufgaben und ein Zuhause zu geben.

Er macht das nicht anders. Er will etwas bewegen, auch politisch. Für die SPD sitzt er im Kreistag. Früher – noch vor der Wende – waren es eher die Grünen, die ihn begeisterten. „Das war damals die Aufbruchstimmung. Die hatten mal andere Ziele.“ Aber Willy Brandt war ein Typ, der ihn faszinierte. „Der war ein Beweggrund, dass ich gesagt habe, ich schließe mich der SPD an. Dass die leider nicht mehr das ist, aber hoffentlich das wird, was sie mal war, das ist mir klar. Aber das ist immer noch eine Partei, die viel Soziales in sich trägt.“

Schon immer eine Rolle gespielt in seinem Leben hat die Musik. Gerade ist das zweite Album von „Dalibors Roadshow“ veröffentlicht worden. Davor war er als Liedermacher solo unterwegs und spielte in der eigenen Bertha-Panislowsky-Band. Er ist großer Fan von Ton Steine Scherben und Rio Reiser.
Der 60. Geburtstag ist nicht direkt eine Zäsur – aber schon die Gelegenheit, über die Zukunft nachzudenken. Irgendwann soll sein Engagement in der Wohngruppe enden, er will sich noch mal neu umsehen – und mehr Zeit haben für das Theater und die „Kombüse 11“ nebenan.

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Werbung: Samsung

Donnerstag, den 7. Juni 2018
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MO 04.06.2018 | 23.59 Uhr | ProSieben

Verlieren ist keine schöne Sache. Eine Niederlage kann sehr schmerzlich sein. Aber in einer solchen Niederlage ist es ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass trotzdem viele Leute hinter einem stehen.

In der Werbepause der “Late Night Berlin” am späten Montagabend auf ProSieben war ein etwas anderer Spot zu sehen, und fast möchte man denken, dass die eigentliche Reklame für das Unternehmen gar keine so große Rolle spielte.
Zu sehen ist der Fußballer Mario Götze. Er steht vor einer Monitorwand, auf der Jogi Löw gerade erzählt, dass Götze nicht mit zur WM fahre. Es habe einfach nicht gereicht. Dazu hört man einen Song von Johnny Cash. Das Trikot mit der Nummer 19 geht in Flammen auf. Ganz allein ist er und kickt ein wenig – und erinnert sich an seine Verletzungen der vergangenen Zeit.

Aber dann: Die Musik dreht auf. Jubel. Der Schriftzug auf dem Handy: “Jungs, holt den Titel! 2020 wieder zusammen!” Man sieht ihn wieder spielen und das erfolgreich.
Es ist eine schöne Art, Mut zu machen. Vielleicht Trost. Auf jeden Fall Hoffnung und vor allem Rückhalt. Von den Menschen, und in diesem Fall von seinem Sponsor, dessen Schriftzug am Ende eingeblendet wird.
Manchmal erzeugt Werbung echte Gänsehaut.

-> Der Spot auf YouTube.

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ZiB spezial: Wladimir Putin – Das Interview

Donnerstag, den 7. Juni 2018
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MO 04.06.2018 | 20.15 Uhr | ORF2

“Wenn Sie die Geduld aufbringen, mir bis zum Ende zuzuhören, dann werden Sie meinen Standpunkt erfahren. Gut?”
“Sie haben mich übrigens schon wieder unterbrochen. Hätten Sie mich ausreden lassen, würden Sie verstehen, worum es geht. Ich werde also trotzdem zu Ende sprechen.”

Nein, dass der russische Präsident Wladimir Putin ein einfacher Gesprächspartner ist, das kann man nicht gerade sagen. Das musste am Montagabend der bekannte ORF-Nachrichtenmann Armin Wolf erfahren. Andererseits: Mit schwierigen Interviews kennt sich Wolf aus, dafür ist er in Österreich bekannt und angesehen.
In einem “ZiB spezial” führte Wolf nun ein Interview mit Putin, vor dessen Österreich-Besuch.

Putins Taktik scheint es zu sein, sein Gegenüber zermürben zu wollen. Immer wenn der russische Politiker eine Frage ausweichend oder ausschweifend beantwortete, grätschte Wolf rein. Das ließ sich Putin jedoch nicht gefallen, in dem er seinen Interviewer zurecht wies. Das ist äußerst geschickt: Denn für viele Zuschauer scheint Wladimir Putin so in einer Opferrolle zu sein. Der Mann, der nie aussprechen darf. Der Mann, der von einem aus seiner Sicht unverschämten Journalisten ausgefragt wird. Das ist eine Taktik, die bei Putin-Anhängern offenbar auch sehr gut funktioniert.
Dazu gehören dann gern auch mal Gegenfragen. Putin würde was zur Besetzung der Krim erklären und dann frage er Wolf: Ja oder Nein? Als Wolf meint, er sei kein ukrainischer Verfassungsexperte, entgegnet Putin, dass Wolf der frage ausweiche.
Und dazu immer das süffisante Lächeln.

So zieht sich das durch das ganze Gespräch. Dass es am Ende – je nach Standpunkt – sehr unterschiedlich gewertet wird, ist klar. Putin-Fans werden sich über den “ORF-Flegel” aufregen. Beobachter des freien Journalismus werden jedoch gesehen haben, wie schwierig es ist, wenn im freien Journalismus auch mal härter nachgefragt werden kann.

ORA aktuell

Volleyball: Robert Hinz wird Trainer beim VSV in Oranienburg

Donnerstag, den 7. Juni 2018
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Die Frauen des Volleyballvereins VSV Oranienburg haben einen neuen Trainer. Der 25-jährige Robert Hinz leitet den Drittligisten. Das teilte der Verein mit. Die Stelle war seit dem Rücktritt von Matthias Grawe nicht besetzt.
Robert Hinz war davor zweiter Trainer der Zweitliga-Männer vom BBSC Berlin, außerdem Trainer beim Regionalligisten Berliner VV.