Tagesarchiv für 23. Mai 2018

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Vom Anschieber zum ewigen Helden

Mittwoch, den 23. Mai 2018
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Der Bob-Olympiasieger Kevin Kuske stellt sich in der Bötzower Grundschule den Fragen der Kinder – Gespräch ist Teil einer sportlichen Projektwoche

MAZ Oberhavel, 23.5.2018

Bötzow.
Die Kinder der Bötzower Grundschule hatten gestern Vormittag viele Fragen. Vor ihnen saß in der Turnhalle nämlich ein echter Sportstar: Mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen ist er Deutschlands erfolgreichster Bobfahrer. Inzwischen hat der 39-Jährige seinen Sport aber aufgegeben – aus Altersgründen. Als Teil der Bötzower Projektwoche „Olympia ruft – mach mit!“ kam er gestern an die Grundschule, um sich den Fragen der Kinder zu stellen.

So erzählte er, dass es untypisch für einen Wintersportler gewesen sei, dass er in Potsdam trainiert habe. „Ich bin leidenschaftlicher Potsdamer und Brandenburger, ich bin nie in eine Wintersportregion gegangen“, erzählte er. Angefangen habe er als Kind in der Leichtathletik, schon mit vier Jahren trieb er regelmäßig Sport. Erst 1999/2000 sei er in den Bobsport gewechselt.
Wie schwer sei es, Bob zu fahren?, wollte ein Schüler wissen. „Schwer!“, antwortete Kevin Kuske. 200 Kilogramm wiege das Gerät. „Da braucht es ganz viele Monate Training.“ Mit mehr als Tempo 100 sei der Bob unterwegs, er war immer der Anschieber.
Wie es sei, Gold zu gewinnen?, so die Frage eines Mädchens. „Das ist das absolute Highlight“, antwortete der Ex-Bobfahrer. „Das ist das Allerschönste.“ Es sei sein Kindheitstraum gewesen, zu den Olympischen Spielen zu fahren. „Der olympische Gedanke war schon als Kind da, der ist zum Glück fünfmal eingetreten.“ Zur finanziellen Förderung des Bobsportes sagte er, dass diese ganz gut sei. „Uns könnte es besser gehen“, aber es sei schwierig, jede Sportart gleich zu fördern.

Auch berichtete Kevin Kuske von seinem neuestem Projekt, das im Herbst ansteht. Er nimmt teil an der vierten Staffel der Reihe „Ewige Helden“ bei Vox, die im Frühjahr 2019 ausgestrahlt werden soll. Darin müssen sich ehemalige Spitzensportler in verschiedenen Sportarten ausprobieren und sich gegenseitig messen lassen. „Dafür bin ich schon jeden Tag im Training“, erzählte er gestern den Kindern in Bötzow.

Wenn Kevin Kuske nicht Bobfahrer geworden wäre – was dann? Das war eine weitere Frage eines Schülers: „Lehrer!“, sagte er scherzhaft. Dann aber ernsthafter: „Vielleicht hätte ich mehr Basketball gespielt.“ Jetzt wolle er aber in den Trainerberuf, das mache ihm Spaß.

„Sehr informativ“, fand Jolina (11) die Fragestunde. „Seine Tattoos habe ich besonders bewundert“, sagte Sophie (12) danach. „Ich finde gut, dass er hergekommen ist.“ Tobias (10) strahlte: „Ich habe ein Autogramm, das ist cool!“ Ein Junge ließ sich sogar ein Autogramm auf seinen Arm geben.

„Ich bin momentan relativ viel in Schulen“, sagte Kevin Kuske später im kurzen MAZ-Gespräch. „Ich finde das immer schön, und die Kinder sind immer ziemlich aufgeregt. Ich gebe auch mal eine Frage zurück.“ Auch Schulleiterin Dorit Steinke war zufrieden. „Die Kinder haben sich die Fragen in Gruppen und auch zu Hause ausgedacht“, erzählte sie. Heute geht die Projektwoche in Bötzow weiter.

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RTelenovela

Das letzte Mal: Theater am Kurfürstendamm

Mittwoch, den 23. Mai 2018
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Ein letztes Mal. Am Kurfürstendamm vor dem Theater stehen.
Ein letztes Mal. Der Weg ins Foyer, an der Kasse vorbei, in den Vorraum.
Ein letztes Mal. Karten abreißen lassen. Durch den Flur in den großen Saal. Der Blick zur Bühne. Plätze ganz außen. Die Leute durchlassen. Hinsetzen.
Ein letztes Mal. Das Licht geht aus.

Das Letzte, was wir auf der Bühne des Theaters am Kurfürstendamm sehen, ist eine Gesprächsrunde. Gregor Gysi redet gut 100 Minuten lang mit den beiden Betreibern von Theater und Komödie, mit Jürgen Wölffer und seinem Sohn Martin Woelffer.
Ein interessanter Abend, an dem nicht nur rauskam, dass Gregor Gysi kein besonders guter Interviewer ist.
Aber die Woelffers erzählten, was rund um die Schließung und des anstehenden Abrisses der beiden Theater passiert ist. Dass sie von der Politik weitgehend alleingelassen wurden. Dass sie sich letztlich nur so lange dort halten könnten, weil die Menschen darum gekämpft haben. Dass sie mit dem Investor immer wieder verhandelt haben, dass sie ausgehandelt haben, dass ein Theater auch im neuen Haus entstehen wird. Dass sie Bauherren im neuen Theater sein werden und mitreden beim Bau. Dass man sich aber immer noch nicht ganz sicher sein könne, dass alles so klappe, wie sie es sich denken – was passiert, wenn der Betreiber des Komplexes noch mal wechselt, könnte unklar sein.

Es ging aber auch um den Punkt, dass der Abriss zweiter so alter Theater, der Abriss von Kultur, so in einer anderen Stadt vermutlich nicht denkbar sei. Ein 100 Jahre altes Haus abreißen? Würden die Pariser nie tun. Da würde die Stätte unter Denkmalschutz stehen. Aber mit der Erhaltung von Altem, von Geschichtlichem tun wir uns in Deutschland ja allgemein schwer.

So gab es am Ende stehende Ovationen für die beiden Theatermacher, und die Leute blieben noch lange im Saal, um zu gucken, um zu fotografieren.

Ein letztes Mal. Applaus. Aus.
Ein letztes Mal. Das Licht geht an, langsam gehen wir raus, ins Foyer.
Ein letztes Mal. Wiener mit Brot. Cola für 4 Euro.
Ein letztes Mal. Umgucken.
Ein letztes Mal. Durch das Foyer an der Kasse vorbei, raus auf den Kurfürstendamm.

Am Sonnabend ist “Tag der offenen Tür”, dann gibt es von 12 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt ein Bühnenprogramm im Theater, am Abend ist Party. Dann ist wirklich Schluss.
Am Sonntag fällt nebenan in der Komödie der letzte Vorhang. Da werde ich noch mal dabei sein.

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RT im Kino

Insidious: The last Key

Mittwoch, den 23. Mai 2018

(3) -> 8.7.2015

Parapsychologin Elise Rainier (Lin Shaye) wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Gemeinsam mit den Geisterjägern Specs (Leigh Whannell) und Tucker (Angus Sampson) reist sie in ihr Elternhaus nach New Mexico. Dort ist eine Familie in Gefahr – geister sorgen für Angst und Schrecken. Elise erinnert sich an ihre eigene Kindheit in diesem Haus. Sie muss sich dem Dämon Key Face stellen, denn sie als Kind aus Versehen befreit hatte.

“Insidious: The last Key” ist der vierte Teil der Horror-Reihe. Sie hat zwar ihren Zenit überschritten, aber dieser Film ist immerhin nicht so schlecht wie Teil 3. Regisseur Adam Robitel lässt immerhin genug Raum, Spannung aufzubauen. Ruhige Szenen, in denen der Zuschauer die Szene beobachten kann – bis irgendwas passiert. Es ist das einfach 1×1 des Horrorfilms, das hier recht gut umgesetzt wird. Die Story selbst kann dagegen nicht immer so überzeugen.

Insidious: The last Key
USA 2017, Regie: Adam Robitel
Sony, 104 Minuten, ab 16
6/10

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ORA aktuell

Tennis: Oranienburger Rudi Molleker gewinnt in Heilbronn

Mittwoch, den 23. Mai 2018
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Der Oranienburger Tennisspieler Rudi Molleker ist weiter auf dem Weg nach oben. In Heilbronn gewann er das Turnier der Challenger-Tour, einer kleineren Turnierserie der ATP-Tour. Im Finale gewann der 17-Jährige gegen Jiri Vesely aus Tschechien mit 4:6, 6:4 und 7:5.

Es war überhaupt erst Mollekers dritter Auftritt bei der Challenger-Tour. Er ist nun mit 17 Jahren und sechs Monaten der jüngste deutsche Titelträger seit Alexander Zverev. Rudi Molleker wird nun auf Platz 300 der Weltrangbestenliste geführt.

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