Tagesarchiv für 22. Mai 2018

RT liest

Michael Rubens: Playlist meiner miesen Entscheidungen

Dienstag, den 22. Mai 2018

Sagen wir mal so: Das Leben von Austin Methune (16) war bisher ganz okay. Aber eben auch noch nicht so richtig erfolgreich, und so ein paar Dinge hat er durchaus so richtig in den Sand gesetzt. Allerdings bringt er sich auch immer wieder in bekloppte Situationen.
Er klaut die Mandoline seines Stiefvaters, will damit vor den Mädchen angeben und wird stattdessen von einem Typen verprügelt – was auch die Mandoline nicht übersteht. Er muss im Sommer dafür arbeiten. Weil es auch in der Schule gerade eher mies läuft, kommen noch Nachhilfestunden dazu.
Seine Nachhilfelehrerin heißt Josephine, und was er nicht wusste – oder er hätte im Kleingedruckten lesen können: Sie ist keine Lehrerin, sondern eine Mitschülerin. Sie geraten auch gleich aneinander – aber irgendwie ist da dennoch mehr.
Doch um den Sommer noch turbulenter zu machen: Plötzlich steht sein Vater vor der Tür – von dem er glaubte, er sei tot.

Es ist die “Playlist meiner miesen Entscheidungen”, von der Autor Michael Rubens im Namen von Austin erzählt. Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben, und das zu lesen macht großen Spaß. Denn dem Schreiber und auch dem deutschen Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn ist es sehr gut gelungen, Jugendsprache so aufzuschreiben, dass sie wahrhaftig und locker, aber auch nicht übertrieben modern und albern wirkt. Sehr locker, frech, manchmal rotzig oder auch deprimiert erzählt Austin, was ihm widerfährt und was er darüber denkt.
Eine Geschichte, die davon handelt, dass man sich widersetzen kann, aber hier und da mit den Folgen leben muss. Aber auch, dass man gewissen Dingen auch mal auf den Grund gehen sollte.
Zwar hat die Geschichte zwischendrin ein paar kleine Längen – im Großen und Ganzen aber: Ein gelungener Jugendroman!

Michael Rubens: Playlist meiner miesen Entscheidungen
dtv, 350 Seiten
8/10

Hits: 33

RT im Kino

Deadpool 2

Dienstag, den 22. Mai 2018

(1) -> 3.3.2016

Deadpool (Ryan Reynolds) ist zurück. Inzwischen ist Wade Wilson so etwas wie ein Söldner geworden. Überall auf der Welt jagt er Kriminelle. Nachdem er sich um den Anführer eines Drogenkartells in seiner Heimatstadt kümmern musste, kommt er nach Hause – zu seiner Freundin Vanessa (Morena Baccarin) – sie haben Jahrestag zu feiern. Doch in der Nacht taucht plötzlich der Drogenboss auf und erschießt Vanessa.
Wade/Deapool konnte ihn danach zwar zur Strecke bringen, aber er ist ein gebrochener Mann. Er will sich umbringen – was natürlich als Superheld nicht funktioniert. Aber er ist kurzzeitig im Jenseits: Seine Vanessa sagt, dass sein Herz noch nicht am richtigen Fleck sei.
Nun muss Trauerarbeit geleistet werden – und dabei hilft Colossus (Stefan Kapičić), der Wade/Deadpool zu den X-Man bringt – als Praktikanten. Sie werden auch bald zu einem Fall gerufen. Der junge Mutant Russell (Julian Dennisson) randaliert vor einem Waisenhaus. Es kommt heraus, dass er dort misshandelt wurde – und nun Rache will. Doch Mord. Das allerdings könnte schwere Folgen haben, nicht nur für den Jungen. Deshalb müssen Deadpool und seine Freunde diese Rachetat verhindern.

Auch der zweite Teil der Marvel-Comicverfilmung “Deadpool” kann überzeugen. Sie macht Spaß und sie ist spannend. Ryan Reynolds schafft es ausgezeichnet, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Wieder konnten tolle Gags platziert werden, zwischendurch spricht Wade/Deadpool mit den Zuschauern, kündigt Digitaltricks an oder mault, dass er die Stunts selber machen musste. Eine coole Mischung aus Humor und Action. Und eine Botschaft gibt es diesmal auch: Da ist natürlich der Freundschaftsaspekt, das Sich-gegenseitig-Helfen, aber auch, die gegenseitige Achtung und natürlich das Credo, sich niemals selbst aufzugeben.

Deadpool 2
USA 2018, Regie: David Leitch
Fox, 119 Minuten, ab 12
9/10

Hits: 57