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ZAPPER VOR ORT: Der Entertainer

SO 06.05.2018 | Berlin, Theater am Kurfürstendamm

Man merkt deutlich die Wehmut der Menschen. Dieser Mai ist der letzte Monat, bevor das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm schließen und abgerissen werden. Noch einmal laufen die Besucher durch das Foyer. Mehr als werden Fotos geschossen. Vom großen Kronleuchter im Saal. Von den Stuhlreihen, der Bühne, von den Logen, von der Bar im Vorraum, von den Kassenhäuschen, an dem noch ein alter Aufkleber der BZ klebt, auf die die Rettung der Kudamm-Bühnen gefordert wird.

“Der Entertainer” war das letzte klassische Theaterstück im Theater am Kurfürstendamm, und am Sonntag wurde es letztmalig aufgeführt. Ursprünglich war es sogar überhaupt der letzte Akt im Theater – aber später kamen dann noch ein paar Tage Gastspiel mit Gayle Tufts hinzu.
Umso erstaunlicher ist es, dass der Saal am Sonntagabend fast leer war. Nur ein Bruchteil der Stühle waren besetzt. Ein bisschen mehr Interesse und Rückhalt wäre schön gewesen.

Aber vielleicht lag es auch am etwas sperrigen Stück “Der Entertainer”. Eigentlich ein Klassiker, es hat schon Harald Juhnke auf dieser Bühne gespielt. Peter Lohmeyer steht auf einer fast leeren Bühne. Sein Theater steht kurz vor dem Abriss. Als er davon erzählt, wirkt es, als spräche er von diesem Theater. Das passt, und das ist fast schon ein bisschen beklemmend.
Es geht um einen gescheiterten Mann, beruflich und familiär. Allerdings geht es im 2. Teil fast nur um die Familie – und das ist leider ein wenig langweilig. Zumal der Cast größtenteils nur als Hologramme auftreten. Nette Idee, aber auch befremdlich.
Nach 35 Minuten soll die ersten Pause beginnen, und plötzlich spricht Peter Lohmeyer offenbar als Peter Lohmeyer zum Publikum. Angeblich sei eine unpassende Szene gestrichen worden, und jetzt müsse er die Zeit füllen – denn Pause nach 35 Minuten sei nicht so toll. Vielleicht gehörte es aber auch zum Stück, wer weiß das schon so genau.

Am Ende des Stückes gilt der Applaus deshalb auch dem Saal, in dem das alles stattfand, und dass da nicht noch ein paar Worte gefunden worden sind, ist schade.
Viele verweilen danach noch kurz im Saal, im Foyer, in den Logen, vor dem Theater. Noch mal gucken – bevor alles weg ist.

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