Tagesarchiv für 2. Mai 2018

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Samuel Koch: Rolle vorwärts – Das Leben geht weiter, als man denkt

Mittwoch, den 2. Mai 2018
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Auf diese Popularität hätte Samuel Koch sicher gern verzichtet. Aber der schwere Unfall in der ZDF-Show “Wetten, dass…?” im Dezember 2010 machte ihn bekannt. Seitdem ist er querschnittsgelähmt.
Einige Jahre danach schreibt er in einem zweiten Buch darüber, was er seitdem erlebt hat, wie er sein Leben und die Welt sieht: “Rolle vorwärts – Das Leben geht weiter, als man denkt”.

Samuel erzählt davon, wie er sein Schauspielstudium fortsetzen konnte, darüber wie er gemeinsam mit einem Freund eine Methode gefunden hat, auf der Bühne zu stehen – ja, wirklich: zu stehen.
Er macht sich darüber Gedanken, was nutzlos und was wertvoll ist und erzählt dem Leser, was ihn in Wirklichkeit aber reich macht. Er erzählt von Freunden, von Abhängigkeiten und von Freiheit.

Wer Samuel Koch schon mal live erlebt hat – wie im April im Berliner Schlossparktheater – wird sehen, was für ein starker Mann er ist. Er nimmt sein Leben, wie es ist. Er macht weiter, er kämpft, und er sucht nach Lösungen, in seiner Situation das Beste draus zu machen.
Sein Gedanken sind spannend, es gibt sehr rührende Momente. Zu lesen, wie er über sich, sein Leben und sein Umfeld denkt, ist nicht nur interessant, auch wie er schreibt, so voller Wärme, ist bemerkenswert.

Samuel Koch: Rolle vorwärts – Das Leben geht weiter, als man denkt
adeo, 221 Seiten
8/10

RTelenovela

Gesperrt: Fahren Sie doch, wohin Sie wollen!

Mittwoch, den 2. Mai 2018
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Ich hätte von Berlin-Karlshorst am späten Abend eigentlich die übliche Route über Marzahn nehmen können. Aber nein, wenn eh nicht mehr so viel Verkehr ist, kann ich ja auch durch die Stadt nach Hause düsen.
Dachte ich.
Und bis Weißensee hat das auch sehr gut funktioniert.

Bis in der Romain-Rolland-Straße plötzlich eine Baustelle auftaucht. Freundlicherweise wurden Sperrschilder aufgestellt und die Straße komplett mit einer Art Sperrzaun zugestellt.
Aber mal eine Vorankündigung? Oder eine Umleitung gar?
Ach, fahren Sie doch, wohin Sie wollen! So denkt man offenbar in Berlin.

An der Baustelle ging es nur nach rechts. Ob man hätte schon vorher irgendwo abbiegen können, wurde nirgends verraten. Ich fuhr also in die Blankenburger Straße. Umleitungsschilder gab es nach wie vor nicht. Ich wollte zur B109 nach Pankow-Heinersdorf, die zur Autobahn stadtauswärts führt.
Stattdessen landete ich im Ortskern von Blankenburg – wo ich im Leben noch nie war. Wäre ich weiter gefahren, wäre ich in Karow und Alt-Buch gelandet – und damit völlig abseits meines Weges.

Also musste die Karte auf dem Smartphone herhalten – schöne neue Technikwelt. Irgendwie kam ich nach Pankow und auf die Pasewalker Straße – und erreichte mein Zwischenziel.
In Berlin muss man eben selbst rausfinden, wo lang es gehen soll. Als Verkehrsplaner muss man sich in der Hauptstadt gar keine Gedanken machen. Wer braucht schon Umleitungen?