Monatsarchiv für Mai 2018

aRTikel

Nach 73 Jahren wieder in Beetz

Donnerstag, den 31. Mai 2018
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1945 auf dem heutigen Schulgelände: Karl Dieter Euler kehrt an seinen Geburtsort zurück

MAZ Oranienburg, 31.5.2017

Beetz.
Die Treppe sieht aus wie auf dem Foto. Die Türen sind auch noch original. Karl Dieter Euler läuft durch die Räume der alten Grundschule in Beetz. Da, wo heute Kinder unterrichtet werden, da ist er geboren und getauft worden. Das war 1945. Nach 73 Jahren kehrt der Mann nun an seine Geburtsstätte zurück. „Schön, nach Hause zu kommen“, sagt er.

Genau genommen kennt Karl Dieter Euler Beetz nur von Bildern und aus Erzählungen. Am 9. Februar 1945 ist er in „Beetz/Osthavelland“ geboren worden – im Nebengebäude der heutigen Grundschule. 1944 ist seine Familie in einer größeren Gruppe aus Bonn in die Gegend gezogen. „Da ist es ruhiger und sicherer“, hieß es damals. Viele von ihnen lebten auf Bauernhöfen im Ort – und auch auf dem Gutshof der Familie von Quast, auf dem sich nun die Schule befindet.
Als aber der Krieg zu Ende ging und die Russen in Richtung Berlin marschierten, wurde es auch in Beetz wieder unsicher. Der Tross entschied sich, wieder zurück in Richtung Westen zu laufen. Karl Dieter Euler verließ Beetz, da war er gerade mal zweieinhalb Monate alt. Seitdem kam er nie wieder zurück. Beetz/Osthavelland steht aber natürlich seitdem in allen seinen Ausweisen. Was in Zeiten des geteilten Deutschlands nicht immer einfach war. Er durfte beispielsweise von seinem Wohnort Bonn immer nur mit dem Flieger nach West-Berlin einreisen, nicht mit dem Transitzug durch die DDR. Auch in Momenten, in denen er seinen Dienstausweis zeigen musste, gab es immer wieder kritische Nachfragen wegen des im Osten liegenden Ortes. Man hielt ihn, den Beamten bei der Post, immer für einen ehemaligen Bewohner der Ostzone.

Der Drang, mal nach Beetz zurückzukehren, der war schon lange da. Nun hat sein Sohn Jan alles recherchiert und alles organisiert. Jetzt stehen sie also da – Karl Dieter Euler, seine Frau Gertrud und sein Sohn Jan – und für einen Moment schweigt der 73-Jährige, schmunzelt dann aber auch. „So ein bisschen bin ich schon emotional“, sagt er. „Meine Mutter sprach immer nur von einem Schloss. Da hat sie wohl übertrieben.“ Ansonsten erkennt er vieles von dem, was er auf Bildern gesehen hat, wieder.
Zu Hause warten sie schon auf erste Fotos, immer wieder gibt es Anrufe aus Bonn auf dem Handy, um erste Erfahrungsberichte einzuholen. Es werden Fotos gemacht. Schon vorhin, am Ortsschild, an der Straßenkarte im Ortskern, und jetzt im Gebäude auf dem ehemaligen Gutshof. Für die dort arbeitenden Lehrer ist das übrigens nichts Neues. Immer mal wieder schauen ehemalige Schüler vorbei, um sich in den Räumen umzusehen.
Der Besuch von Karl Dieter Euler war aber dennoch speziell. „Wir hatten einen sehr freundlichen Empfang in der Schule, wurden mit offenen Armen empfangen“, sagt der 73-Jährige. Gleich wollen sie noch einen Rundgang um den Beetzer See machen – allerdings sind sie sich gar nicht sicher, ob die Mutter überhaupt diesen See meinte. „Eigentlich war der eher immer in dieser Richtung“, sagt Karl Dieter Euler und zeigt in Richtung Kremmen. Ob sie vielleicht einen anderen See gemeint hatte, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Die Eulers wollen sich nun noch Berlin anschauen – in Leipzig, Dresden und Potsdam waren sie schon. Nun auch in Beetz, und in Bonn warten die Freunde und Verwandten schon auf ausführliche Berichte. Bezugnehmend auf die Probleme, die er einst mit „Beetz/Osthavelland“ hatte, sagt er: „Ich bin froh, dass sich der Alptraum darum ein für allemal nun ins Positive überschlägt.“ Seinem Sohn ist er sehr dankbar: „Ohne ihn hätten wir das hier nicht hinbekommen.“

RT liest

Katharina Peters: Todesstrand

Donnerstag, den 31. Mai 2018
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Katharina Peters schreibt seit einigen Jahren die meistens sehr gut geschriebenen Rügen-Krimis. 2017 begann sie eine weitere Romanreihe, die diesmal hauptsächlich in und um Wismar angesiedelt ist. Könnte man zumindest meinen. Betitelt ist die Reihe als “Ostsee-Krimi”.
Die Story ist stark.

Emma Klar arbeitet als Privatdetektivin in Wismar. Sie ist die Neue in der Stadt – und eigentlich ist alles neu, auch an ihr selbst. Sie war früher eine Polizistin. Aber ein Einsatz gegen Mädchenhändler geriet aus dem Ruder, sie wurde überfallen und lange gefangen gehalten. Ihre Peiniger gingen davon aus, dass sie tot ist.
Ist sie aber nicht. Und nun untergetaucht. Mit neuer Identität fängt sie in Wismar neu an. Ihre Detektei ist allerdings ein Vorwand, um verdeckt zu ermitteln.
Bald meldet sich ein Mann bei ihr: Seine 16-jährige Tochter soll Selbstmord begangen hat – er glaubt das aber nicht. Als rauskommt, dass es weitere ähnliche Fälle gibt, wird daraus das ganz große Ding – und auch Emma selbst gerät in einen gefährlichen Strudel.

“Todesstrand” heißt das 1. Buch der Ostsee-Krimi-Reihe. Inhaltlich ist die Story mitunter sehr spannend. In bewährter Art schafft es Katharina Peters alles sehr lebendig zu erzählen. Durch die ständigen Ortswechsel, nimmt sie wieder wieder die verschiedenen Handlungsstränge auf. Lange tappt man als Leser im Dunkeln, ziemlich geschickt tarnt die Autorin die Auflösung, die am Ende allerdings recht schnell kommt.
Schade sind zwei Dinge: Es fehlt an echtem Lokalkolorit. ja, vieles spielt in Wismar. Aber die Handlung erstreckt sich weiter bis Rostock und Sachsen. Die Ostsee spielt eigentlich keine große Rolle, der Roman könnte überall spielen. Es wirkt, als habe einer fertige Story in der Schublade gelegen, und man hat sie dann in eine neue Ostsee-Reihe gepresst.
Und Nummer zwei: der Titel. Selbst als Fan der Reihe verliert man durch die lapidaren, wahllos wirkenden Titel den Überblick, welches Buch man denn schon gelesen hat. Todesstrand. Teil 2 heißt “Todeshaff”. Die Rügen-Romane heißen Hafenmord, Dünenmord, Klippenmord – und so weiter. Richtige Titel mit vernünftiger Kennung der Serie wäre irgendwie spannender.
Dass der Roman schnell gelesen ist – das bleibt aber Fakt.

Katharina Peters: Todesstrand
aufbau taschenbuch, 254 Seiten
8/10

RTZapper

Lokalzeit Bergisches Land

Donnerstag, den 31. Mai 2018
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DI 29.05.2018 | 19.30 Uhr | WDR

Immer diese Fernsehreporter! Ständig müssen sie in der Gegend rumstehen und irgendwas erzählen. Und wenn sie ihr Zeug in die Kamera quatschen, da haben sie dann natürlich auch kein Auge für ihr Umfeld. Und das, obwohl es ja immer heißt: Augen auf im Straßenverkehr!

Am Dienstagabend berichtete in der WDR-”Lokalzeit Bergisches Land” ein Reporter aus Wuppertal vom schweren Unwetter, das über die Stadt gefegt war. Er stand in der Nähe des Bahnhofes, mitten auf einer relativ schmalen Straße. Er erzählte davon, dass der Bahnverkehr zum Erliegen gekommen ist, und dass die Leute jetzt nicht so genau wissen, wie sie von A nach B kommen soll. Er erzählte auch davon, dass die Leute nun teilweise händeringend auf Taxis warten.

Kein Wunder, dass sie warten mussten. Denn der WDR-Reporter stand ja, wie gesagt mitten auf der Straße. Hinter ihm näherte sich ein Taxi und musste stoppen, weil es nicht an ihm vorbei kam. Und natürlich hat er auch nichts von seiner Blockieraktion gemerkt. Vielleicht hat ihm sein Kameramann ein Zeichen gegeben, denn die Schwenks wurden ein bisschen unruhig.
Irgendwann hat er es doch gemerkt, und das Taxi konnte endlich durchfahren. Gibt es denn keine Kurse für Reporter für das richtige Rumstehen im Straßenverkehr?

RTelenovela

Müllsammeln? Nüscht zu tun, oder was?

Mittwoch, den 30. Mai 2018
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Der Müll, der überall rumliegt, ist immer wieder ein großes Thema. Ein kleiner Junge in Oranienburg will es anpacken. Er will jeden Sonntag eine halbe Stunde in Oranienburg rumlaufen und den Müll von Grünflächen und Straßen aufsammeln und entsorgen. Gemeinsam mit den Eltern – und vielleicht ja mit weiteren Leuten, die mitmachen wollen.

Tolle Sache! Ein entsprechender Aufruf in der Facebook-Gruppe „Die Oranienburger“ schlug trotzdem Wellen. „Habt ihr sonst nichts zu tun?“, fragte ein junger Mann. Kinder sollen spielen, und die Stadt werde dafür bezahlt, aufzuräumen, so sein Argument, das natürlich keins ist.

Klar, man kann darüber diskutieren, ob wir uns nicht mal alle besser um unseren Dreck kümmern können. Aber wenn ein Kind ein solches Engagement an den Tag legt, dann sollte man es nicht bepöbeln, sondern dabei unterstützen. Bräsig rumsitzen und nur auf andere zeigen – das ist zu billig.

ORA aktuell

A111: Autorennen endet in Oranienburg

Mittwoch, den 30. Mai 2018
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Ein illegales Straßenrennen, das auf der A111 in Berlin begonnen hatte, führte bis Oranienburg. Die Polizei ist darauf aufmerksam geworden.
In einem Oranienburger Gewerbegebiet stellte die Polizei acht Autos und 20 Leute. Drei Autos konnten mit dem Rennen in Verbindung gebracht werden. Zwei BMW und ein Subaru sind beschlagnahmt worden. Von zwei Fahrern sind die Führerscheine eingezogen worden. Ein weiterer konnte sich nicht ausweisen und wurde vorübergehend festgenommen.

ORA aktuell

Softair-Schießerei am Oranienburger Bahnhof

Dienstag, den 29. Mai 2018

Polizeieinsatz am späten Sonnabendabend am Oranienburger Bahnhof. Ein 19-Jähriger hat dort mit einer Softair-Waffe um sich geschossen. Er gehörte zu einer Gruppe Jugendlicher, die auf einer Wiese am alten Runge-Gymnasium saßen – von dort heraus schoss der junge Mann.
Ein 16-Jähriger wurde an der Hand getroffen und verletzt. Auch ein vorbeifahrendes Auto ist am Kotflügel getroffen worden.

Bundespolizisten, die am Bahnhof ihre Wache haben, griffen ein und legten dem 19-Jährigen Handschellen an, nachdem er großen Widerstand geleistet hatte. Er hatte zudem 1,01 Promille Alkohol intus.
Es erfolgte eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Widerstandes, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Am Sonntagvormittag ist der 19-Jährige aus dem Gewahrsam entlassen worden.

RTZapper

ZDF-History: Queen Elizabeth II. – Meine Krönung

Dienstag, den 29. Mai 2018
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SO 27.05.2018 | 23.50 Uhr | ZDF

Und dann lächelt sie, die Queen.
Sie erzählt, dass ihre Krone drei Pfund wiegt, ganz schön schwer. Und der Interviewer fragt sie: Ist sie bequem? “Nein”, sagt die Queen, und dann lächelt sie. So richtig. “Kronen sind nie bequem”, sagt sie.

Als vor einigen Monaten in der BBC eine Doku zu sehen war, in der Queen Elizabeth II. erstmals ein Fernsehinterview gab, da war auch in Deutschland der Pressewirbel groß.
Nun lief sie auch in Deutschland – und das ZDF hat dafür einen wirklich spektakulären Sendeplatz gefunden – am späten Sonntagabend. Dass das kaum jemandem auffiel, ist kein Wunder.

In “Queen Elizabeth II. – Meine Krönung” schaut sich die britische Königin 65 Jahre alte Filmaufnahmen ihrer Krönung vom 2. Juni 1953 an – und kommentiert sie. Was ein bisschen wie eine RTL-Rankingshow klingt, in der E-Promis irgendwas zu irgendwelchen Bildern daherlabern, ist in diesem Fall ein durchaus rührendes Stück Fernsehen.

Sicherlich, es ist nicht besonders erhellend, was die Queen zu sagen hat. Dass man links und rechts der Feier nicht viel mitbekommen hat. Dass sie ihr Zepter an einer Stelle vergessen hat. Wie erzählt über die Krone, was sie ausmacht, wie alt sie schon ist.
Dass das am Ende doch interessant ist, liegt vermutlich daran, dass Queen Elizabeth II. ja sonst sehr verschlossen ist. Hin und wieder hält sie eine Rede oder tritt einfach nur winkend irgendwo auf.
Dass sie nun plaudert, hin und wieder lächelt, aber sonst durchaus ernst diese alten Bilder anschaut, ist da etwas Besonderes. Beim ZDF wird man sich schon was dabei gedacht, dass sie den Interviewer akustisch übersetzt haben, die Queen jedoch untertitelten. Um sie in echt zu hören. Wie sie spricht, wie das klingt.
Und irgendwie mag man es ja kaum glauben, aber die Königin ist auch nur ein Mensch, und bei ihr mal hinter die Kulissen zu schauen, wäre mal spannend!