Monatsarchiv für April 2018

RTZapper

Lösch dich – So organisiert ist der Hass im Netz

Samstag, den 28. April 2018
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DO 26.04.2018 | 20.00 Uhr | Funk

Wenn man in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, dann begegnet uns oft vor allem Hass. Sobald es um kontroverse Themen geht, um Flüchtlinge, um Gewalt, um Politik, um Angela Merkel, scheint es, als ob ein riesiger Prozentsatz der Menschen, die dort diskutieren nur den Hass kennen. Sie machen Andersdenkende nieder und beschweren sich, angeblich nicht anders denken dürfen. Die verbreiten Zwietracht und Mussgunst. Aber sind wirklich alle Menschen so oder zumindest ein Großteil?

Am Donnerstagabend ging beim Jugend-Netzwerk Funk von ARD und ZDF die Doku “Lösch dich” online, u.a. auch auf Youtube: So organisiert ist der Hass im Netz. Ein junger Journalist schlich sich in ein Netzwerk ein, das diesen Hass verbreitet und dafür sorgen soll, dass wir denken, dass eine Mehrzahl der Menschen so denkt.
Vor der Bundestagswahl 2017 wurde “Reconquista Germanica” gegründet. Ein rechter Youtuber schart seitdem etwa 6000 Menschen um sich. Sie sprechen sich ab, um Wellen von hasskommentaren unter bestimmten Beiträgen abzusondern. Es geht gegen bestimmte Themen, Seiten und Menschen. Es geht um das konsequente Niedermachen, darum, rassistische Aussagen oder Bilder zu verbreiten. Und immer wieder dieses: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen. So von wegen Meinungsfreiheit.

In dem Film von Rayk Anders wird auch gezeigt, welche Rolle die AfD in diesem Netzwerk wohl spielt. Vertreter der Partei mischen dort offenbar offensiv mit.

Die Rechten diffamieren “Lösch dich” schon jetzt als linke Propaganda von der angeblichen staatlich geführten ARD/ZDF-Lügenpresse. Ist natürlich unsinnig.
So oder so gibt diese Doku einen sehr erhellenden, aber auch wütend machenden Einblick in eine Propaganda-Szene, die immer stärker wird. Und gegen die sich die offene Gesellschaft dringend wehren muss.

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aRTikel

Meine Feuerwehr: Der Rückhalt im Dorf steht in Halle 2

Freitag, den 27. April 2018
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Zu Besuch bei der Feuerwehr Beetz-Sommerfeld – Neues Fahrzeug aus Spenden finanziert

MAZ Oberhavel, 27.4.2018

Sommerfeld.
Es ist ein ruhiger Abend an der Sommerfelder Feuerwache. Ruhig im Sinne von: kein Einsatz. Viele sind an diesem Abend zum Fototermin mit der MAZ gekommen. Sie wollen sich zeigen, präsent sein. 45 aktive Mitglieder hat der Löschzug 2 der Feuerwehr der Stadt Kremmen. 2001 fusionierten die Wehren in Beetz und Sommerfeld. „Beetz war damals kurz vor der Schließung“, sagt Ortswehrführer Johannes Homuth. „Man hat sich dann damals aber verständigt, sich mit Sommerfeld zusammenzuschließen.“ Das funktioniert gut.
Die Feuerwehr Beetz-Sommerfeld ist zu einer Einheit geworden. 27 Mitglieder sind in Sommerfeld, 18 in Beetz. „Ganz klar, wir sind eine Wache“, sagt Johannes Homuth. „Auch wenn es manchmal natürlich noch besser laufen könnte. Aber es war schon schlimmer, das ist wohl eine Generationssache.“ Dazu trage wohl auch das Jugendlager bei, das diesen Zusammenhalt noch stärker befördere.

Die Wehr ist mit drei Fahrzeugen ausgestattet. Dazu gehören ein Löschgruppenfahrzeug von 1992, eines von 2012 und ein Rüstwagen von 2011. Letzterer ist im vergangenen Jahr durch Spenden vor allem aus dem Dorf, aus Kremmen und der Region angeschafft worden. Die riesige Spendenbereitschaft, die mehrere zehntausend Euro einbrachte, sorgte für positive Aufregung. „Der Rückhalt im Dorf steht in Halle 2“, sagt der stellvertretende Ortswehrführer Holger Henschel. „Beschweren dürfen wir uns wirklich nicht“, ergänzt Johannes Homuth. Für den 92er gibt es wohl voraussichtlich 2021 Ersatz. „Er ist jetzt 27 Jahre alt, und es knatscht an allen Ecken und Enden.“ Gerade bei Waldbränden könnte ein Tanklöschfahrzeug her.

In diesem Jahr ist bislang recht wenig passiert. „Wir sind erst bei elf Einsätzen“, sagt Johannes Homuth. „Das ist ja eigentlich auch ganz gut, wenn nichts passiert.“ Es gab aber auch schon ein Jahr, da lag die Zahl am Ende bei 97. 2017 war das Jahr des Starkregens und des Orkans. „Das hat uns sehr gefordert.“ Straßen mussten von Bäumen befreit werden. Nach dem Regen waren die Sommerfelder und Beetzer auch in Leegebruch im Einsatz. „Aber es ist schlimm, wenn man da eigentlich nichts machen kann.“ Wenn die Wassermassen einfach nicht kleiner werden.
Eigentlich ist die Wehr zuständig für den Bereich zwischen Neu-Ludwigsaue, bis kurz vor Kremmen und bis zur Teerofener Kreuzung. Aber auch nach Wall wird die Wehr hin und wieder gerufen. “Schwere Unfälle haben wir relativ selten, da sind die Staffelder an der Autobahn schlimmer dran.“

Holger Henschel ist seit 1999 dabei. Der 36-Jährige aus Sommerfeld ist durch seinen Vater dazugestoßen. „Mein erster Einsatz war ein Gasalarm in der Bahnhofstraße“, erinnert er sich. Stefanie Döring, die heutige Ortsjugendwartin, hat in der Jugendfeuerwehr angefangen, im Mai 2005. „Ich bin mit meinem Bruder hergekommen, und es hat Spaß gemacht“, erzählt sie. Sie ist eine der wenigen Frauen in der Wehr. „Ich weiß nicht, warum das für Frauen nichts ist“, sagt sie. Günter Pahs, der schon gut 45 Jahre dabei ist, sagt: „Da wurde über Jahre nicht dran gearbeitet, das wurde ein bisschen vernachlässigt. In der Jugendwehr hatten wir aber immer auch Mädchen.“

„Die Truppe ist schon ganz in Ordnung“, sagt Johannes Homuth und schmunzelt. „Wir sind uns nicht immer einig, diskutieren auch schon mal, aber wir verstehen uns alle sehr gut.“ Die Kameradschaft sei der wichtigste Faktor in der Feuerwehr. Da setzen sie sich nach dem Dienst auch mal hin und grillen zusammen. Auch mit ihren Räumen sind sie recht zufrieden. „Ein paar Lagermöglichkeiten wären aber gut.“ Und natürlich träumen sie auch ein wenig von einer gemeinsamen Wache. Die in Sommerfeld ist neben der Kirche, die in Beetz neben dem dortigen Gebetshaus.

Die Tagesbereitschaft war bei der Wehr in Beetz-Sommerfeld bislang noch nicht gefährdet. „Da muss man wirklich den Hut ziehen, das ist nicht überall so“, sagt Johannes Homuth. Allerdings könnten in einigen Jahren Probleme auftauchen, wenn viele der heute Älteren aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Nachwuchs und auch Quereinsteiger sind immer gern gesehen.

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RTZapper

radioeins-Nachrichten: Der Echo wird abgeschafft

Freitag, den 27. April 2018
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MI 25.04.2018 | 15.00 Uhr | radioeins

Oh mein Gott, sie haben den Echo getötet! Ihr Schweine!

Ja, der Echo ist tot. Die Meldung platzte am Mittwochnachmittag ins radioeins-Programm. Anstatt sich mit Antisemitismus auseinanderzusetzen, mit Personalien und damit, wie gewisse Dinge, die geschehen sind, so geschehen konnten, wischen die Verantwortlichen einfach den gesamten Echo in die Jauchegrube.

Die Deutschrapper Kollegah und Farid Bang haben am 12. April den Echo für ein Album bekommen, auf dem es antisemitische Texte gibt. VOX übertrug das Ganze, und darüber ist auch alles gesagt.
In den Tagen danach gaben diverse Musiker ihre Preise zurück, die Diskussion ebbte nicht ab.
Am Mittwoch dann die Meldung: Der Echo wird abgeschafft. Damit wird dieses ganze Drama immer befremdlicher.

Einerseits ist der Musikpreis in der Tat extrem beschädigt. Wer will das Ding denn in Zukunft noch haben? Welchen Stellenwert soll der Echo noch haben, wenn Rassisten ihn ohne Weiteres auch bekommen können und zum Dank später noch einen Extrauftritt absolvieren dürfen.
Andererseits: Tritt man damit nicht auch die gesamte Geschichte des Preises in den Müll? Immerhin gibt es ja Künstler, die diesen Preis durchaus verdient haben. Aber der Echo scheint nun gar nichts mehr wert zu sein, der Preis ist zum Sondermüll verkommen – und das auch durch die Entscheidung, ihn einfach einzustampfen.

Ganz klar, die Auseinandersetzung mit möglichen Konsequenzen aus dem Echo 2018 wäre hart gewesen. Man hätte am Konzept arbeiten müssen. An den Regeln. Vor allem personellen Konsequezen hätten folgen müssen. Aber vor allem eine interne und öffentliche Diskussion darüber, was wir eigentlich wollen. Was wir dulden oder nicht dulden. Ob der Echo tatsächlich ausschließlich nach Verkäfen vergeben wird. Wenn ja, hätte man das so hinnehmen müssen und vielleicht auch können. Wie groß dann aber die Bühne für gewisse Leute hätte sein sollen, hätte auf einem anderen Blatt gestanden.
Sich aber einfach wegzuducken, ist ebenso armselig wie die Veranstaltung am 12. April.

Einen Musikpreis wird es weiter geben. Wie der aussieht, nach welchen Kriterien er vergeben wird, ist offen. Den Echo gibt es also weiter, nur mit neuem Namen. Auch eine Möglichkeit, Erinnerungen an 2018 einfach nur wegzuwischen? Hoffentlich nicht.

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RTelenovela

Verkehrsgefährdende Hochzeiten

Freitag, den 27. April 2018
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Stau auf der Müllerstraße in Berlin-Wedding. Hupende Autos. Irgendwas blockiert den Verkehr. Ein Unfall?
Ein paar Meter weiter vorne, steht jemand am Straßenrand und filmt mit seiner Kamera. Plötzlich setzt sich direkt vor die Autoschlange in Bewegung. Es handelt sich um einen Konvoi, eine Hochzeitsgesellschaft. Hupend geht es über die Müllerstraße, mitten im Feierabendverkehr. Fädelt sich jemand Fremdes ein, kommt Unruhe in den Konvoi, hektisch wird überholt, anderen der Weg abgeschnitten.

Als nur ein Teil der Flotte über die Ampelkreuzung kommt, müssen die anderen an der roten Ampel warten. Hupend. Die anderen warten auch, bleiben einfach stehen, obwohl die Straße frei ist. Auch sie hupen – und bilden hinter sich einen Stau.
Zwischendurch geben ein paar kurz Gas, um dann gleich wieder eine Vollbremsung hinzulegen.
Nicht nur einmal kommt es fast zu Crashs, es ist eine gefährliche Situation, aber das interessiert die Hochzeitsgesellschaft nicht. Die feiern ihre eigene Party.
Plötzlich geben die hinter der roten Ampel Gas, auch die anderen fahren los, aber plötzlich drängen sie an den Rand. Ein paar Nichthochzeiter können überholen. Auch ich, und ich bin froh, aus diesem Tumult rausgekommen zu sein.

Gut zwei Wochen später, wieder auf der Müllerstraße in Wedding. Wieder eine Hochzeit, wieder ein Konvoi mit aufgekratzten Leuten in den Autos, wieder blockieren sie die Straße, wieder kommt es zu gefährlichen Situationen.

Ich kenne solche Hochzeitskonvois natürlich auch, aber nie habe ich sie so rabiat und gefährlich erlebt. Aber das ist wahrscheinlich auch wieder so ein Ding, wo Leute mit Rücksicht nichts am Hut haben.

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RTelenovela

Ortsbeirat: Endlich wieder tolle Events!

Donnerstag, den 26. April 2018
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Frohes neues Jahr! Ja, da guckst du jetzt vielleicht ein bisschen irritiert. Aber im Löwenberger Land hat endlich auch das Jahr 2018 begonnen. Zumindest herrschte bis jetzt noch ein besinnlicher Winterschlaf.

Wer in den vergangenen Monaten mal auf der Internetseite der Gemeinde nachschaute, was denn so an Veranstaltungen los ist, der wird gesehen haben: nichts. Null. Seit Anfang Januar kein einziges Event.
Die Veranstaltungen stehen im Löwenberger Land unter der Rubrik “Tourismus”, und bislang scheint es in der Hinsicht noch, nun ja, Anlaufschwierigkeiten gegeben zu haben.

Doch nun, am Donnerstag, findet es statt – das erste touristische Event 2018, das auf der Gemeindeseite angekündigt wird: der Ortsbeirat von Gutengermendorf.
In Gutengermendorf hat man sich vermutlich lange darauf vorbereitet, denn als erste offiziell angekündigte Veranstaltung 2018 hat man ja auch eine gewisse Verantwortung. Und der Ansturm zur Saisoneröffnung dürfte auch groß sein.

Aber mal im Ernst: Vier Monate dauerte es, bis der Veranstaltungskalender auf der Internetseite des Löwenberger Landes gefüllt worden ist. Das ist peinlich. Genauso wie übrigens sinnloserweise viele Veranstaltungen ohne eine Uhrzeit und ohne Veranstaltungsort angekündigt werden. Service sieht anders aus.

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aRTikel

Achtung, Aufnahme!

Mittwoch, den 25. April 2018
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Udo Krzyzynski (65) war Musikschulleiter und betreibt nun in Vehlefanz das Studio Oberkrämer

MAZ Oberhavel, 25.4.2018

Vehlefanz.
Mit Musik kennt er sich aus. Viele Jahre lang leitete Udo Krzyzynski die Musikschule in Berlin-Mitte – mit mehr als 4000 Schülern und 250 Beschäftigen. Inzwischen aber macht er in Vehlefanz sein eigenes Ding. Auf dem Gewerbehof an der Perwenitzer Chaussee betreibt der 65-Jährige das Studio Oberkrämer.
„Ganz ursprünglich habe ich dabei nur an mich gedacht“, erzählt er. Eine CD mit Chansons möchte er aufnehmen. In den selbst geschriebenen Stücken geht es „um die Liebe, das Leben und die üblichen Verwicklungen.“ Eines seiner Vorbilder ist der niederländische Liedermacher Herman van Veen. Udo Krzyzynski kann sich vorstellen, mit einem entsprechenden Programm dann auch aufzutreten. „Wobei ich im Programm auch ein paar Nummern von anderen aufnehmen werde.“ Von Hildegard Knef zum Beispiel, „die hat so tolle Texte.“ Im Herbst will ich einen Versuch mit einem Song starten – mit entsprechendem Videoclip auf Youtube.

Aber das Studio Oberkrämer soll auch für andere Menschen da sein. So bietet der 65-Jährige die Herstellung von Konzert-Mitschnitten an, die er dann in seinem Vehlefanzer Studio abmischt. „Dann reise ich mit meinem Equipment an.“ Dazu gehören Mischpult, Mikros, Rechner. „Ich fange das Konzert bestmöglich ein.“ Maximal 16 Mikrofone kommen zum Einsatz, bei einem Chorkonzert sind es normalerweise sechs. „Ein guter Live-Mitschnitt sollte möglichst störungsfrei sein“, sagt Udo Krzyzynski. „Vieles ist aber auch Geschmackssache.“ Einige mögen den Raumklang, andere wollen, dass es wie im Studio klingt. Bei den Aufnahmen sorgt er deshalb meist für beide Varianten. „Ich würde gern in der Region ein Ansprechpartner sein für Leute, die irgend etwas dokumentieren möchten“, sagt er. Oder wenn ortsansässige Vereine ihre Konzerte aufgenommen haben möchten, dann können sie sich an ihn wenden.
Aber auch Aufnahmen für Solosänger hat er schon produziert, denkbar seien auch Hörbuch-Produktionen. Im Herbst will er zudem einen Einführungskurs im Songschreiben anbieten.

Ursprünglich kommt Udo Krzyzynski aus dem Ruhrgebiet, er lebte dann lange in der Nähe von Köln und leitete dort eine Musikschule. In Berlin suchte er 1995 neue Herausforderungen an einer größeren Musikschule. Im selben Jahr zog er nach Schwante. „Die Metropole ist in der Nähe, aber es ist sehr ländlich, das war uns vertraut“, erzählt er. „Die Preise in Berlin waren damals sowieso nicht bezahlbar.” Er mag den Ort. „Seit einiger Zeit lohnt sich der Weg zum Schloss, und es gibt so viele schöne Ecken hier“, erzählt er. Die Infrastruktur in Schwante habe sich gut entwickelt.
Er ist nun im Ruhestand, und es gebe einen großen Unterschied im Vergleich zu seinem Job als Musikschulleiter: „Das Schöne ist, Sie arbeiten was, optimieren, am Ende hat man ein Ergebnis in der Hand. In einer Führungsaufgabe ist man nie fertig.“ Er hofft, dass er in Zukunft öfter musikalische Werke vollenden kann.

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RT liest

Jess Jochimsen: Abschlussball

Mittwoch, den 25. April 2018

Merten hat einen ganz besonderen Job: Er ist Beerdigungstrompeter auf dem Münchner Nordfriedhof. Bei der Trauerfeier ist er derjenige, der das letzte Lied zum Abschied spielt.
Es war allerdings ein langer Weg zu diesem Job. In der Schule war er schon ein Sonderling. Später arbeitete er als Bibliothekar, verlor aber diesen Job nach einigen Jahren, weil er seine Wunderlichkeit nicht ablegen konnte.
Als Merten auf der Beerdigung für einen ehemaligen Klassenkameraden spielt, findet er eine Bankkarte. Es ist die von Wilhelm Schocht, dem Beerdigten. Aber damit nicht genug. Plötzlich bekommt Merten Geld auf sein Konto – von Wilhelm, der scheinbar mit ihm kommuniziert.

Jess Jochimsen schreibt über einen jungen Mann, der lange nicht so richtig mit sich selbst klarkommt. Der hardert, der deprimiert zu sein scheint. Und der nach dem Leben sucht, das ihn zufrieden macht.
Das liest sich einigermaßen interessant, es fehlt der Geschichte ein wenig an Höhepunkten oder besonderen Momenten – bis kurz vor Schluss. Es gibt dann jedoch eine Szene auf dem Friedhof mit einer ganz besonderen Beerdigung. Jess Jochimsen gelingt, was sehr schwierig ist: Musik in einen Text zu kleiden. Eine Szene, die sehr von Musik lebt, kann er ganz wunderbar beschreiben – bis zur Gänsehaut. Das reißt “Abschlussball” dann doch noch ein wenig heraus.

Jess Jochimsen: Abschlussball
dtv, 305 Seiten
6/10

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