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Verkehrsgefährdende Hochzeiten

Stau auf der Müllerstraße in Berlin-Wedding. Hupende Autos. Irgendwas blockiert den Verkehr. Ein Unfall?
Ein paar Meter weiter vorne, steht jemand am Straßenrand und filmt mit seiner Kamera. Plötzlich setzt sich direkt vor die Autoschlange in Bewegung. Es handelt sich um einen Konvoi, eine Hochzeitsgesellschaft. Hupend geht es über die Müllerstraße, mitten im Feierabendverkehr. Fädelt sich jemand Fremdes ein, kommt Unruhe in den Konvoi, hektisch wird überholt, anderen der Weg abgeschnitten.

Als nur ein Teil der Flotte über die Ampelkreuzung kommt, müssen die anderen an der roten Ampel warten. Hupend. Die anderen warten auch, bleiben einfach stehen, obwohl die Straße frei ist. Auch sie hupen – und bilden hinter sich einen Stau.
Zwischendurch geben ein paar kurz Gas, um dann gleich wieder eine Vollbremsung hinzulegen.
Nicht nur einmal kommt es fast zu Crashs, es ist eine gefährliche Situation, aber das interessiert die Hochzeitsgesellschaft nicht. Die feiern ihre eigene Party.
Plötzlich geben die hinter der roten Ampel Gas, auch die anderen fahren los, aber plötzlich drängen sie an den Rand. Ein paar Nichthochzeiter können überholen. Auch ich, und ich bin froh, aus diesem Tumult rausgekommen zu sein.

Gut zwei Wochen später, wieder auf der Müllerstraße in Wedding. Wieder eine Hochzeit, wieder ein Konvoi mit aufgekratzten Leuten in den Autos, wieder blockieren sie die Straße, wieder kommt es zu gefährlichen Situationen.

Ich kenne solche Hochzeitskonvois natürlich auch, aber nie habe ich sie so rabiat und gefährlich erlebt. Aber das ist wahrscheinlich auch wieder so ein Ding, wo Leute mit Rücksicht nichts am Hut haben.

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