Tagesarchiv für 25. April 2018

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Achtung, Aufnahme!

Mittwoch, den 25. April 2018
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Udo Krzyzynski (65) war Musikschulleiter und betreibt nun in Vehlefanz das Studio Oberkrämer

MAZ Oberhavel, 25.4.2018

Vehlefanz.
Mit Musik kennt er sich aus. Viele Jahre lang leitete Udo Krzyzynski die Musikschule in Berlin-Mitte – mit mehr als 4000 Schülern und 250 Beschäftigen. Inzwischen aber macht er in Vehlefanz sein eigenes Ding. Auf dem Gewerbehof an der Perwenitzer Chaussee betreibt der 65-Jährige das Studio Oberkrämer.
„Ganz ursprünglich habe ich dabei nur an mich gedacht“, erzählt er. Eine CD mit Chansons möchte er aufnehmen. In den selbst geschriebenen Stücken geht es „um die Liebe, das Leben und die üblichen Verwicklungen.“ Eines seiner Vorbilder ist der niederländische Liedermacher Herman van Veen. Udo Krzyzynski kann sich vorstellen, mit einem entsprechenden Programm dann auch aufzutreten. „Wobei ich im Programm auch ein paar Nummern von anderen aufnehmen werde.“ Von Hildegard Knef zum Beispiel, „die hat so tolle Texte.“ Im Herbst will ich einen Versuch mit einem Song starten – mit entsprechendem Videoclip auf Youtube.

Aber das Studio Oberkrämer soll auch für andere Menschen da sein. So bietet der 65-Jährige die Herstellung von Konzert-Mitschnitten an, die er dann in seinem Vehlefanzer Studio abmischt. „Dann reise ich mit meinem Equipment an.“ Dazu gehören Mischpult, Mikros, Rechner. „Ich fange das Konzert bestmöglich ein.“ Maximal 16 Mikrofone kommen zum Einsatz, bei einem Chorkonzert sind es normalerweise sechs. „Ein guter Live-Mitschnitt sollte möglichst störungsfrei sein“, sagt Udo Krzyzynski. „Vieles ist aber auch Geschmackssache.“ Einige mögen den Raumklang, andere wollen, dass es wie im Studio klingt. Bei den Aufnahmen sorgt er deshalb meist für beide Varianten. „Ich würde gern in der Region ein Ansprechpartner sein für Leute, die irgend etwas dokumentieren möchten“, sagt er. Oder wenn ortsansässige Vereine ihre Konzerte aufgenommen haben möchten, dann können sie sich an ihn wenden.
Aber auch Aufnahmen für Solosänger hat er schon produziert, denkbar seien auch Hörbuch-Produktionen. Im Herbst will er zudem einen Einführungskurs im Songschreiben anbieten.

Ursprünglich kommt Udo Krzyzynski aus dem Ruhrgebiet, er lebte dann lange in der Nähe von Köln und leitete dort eine Musikschule. In Berlin suchte er 1995 neue Herausforderungen an einer größeren Musikschule. Im selben Jahr zog er nach Schwante. „Die Metropole ist in der Nähe, aber es ist sehr ländlich, das war uns vertraut“, erzählt er. „Die Preise in Berlin waren damals sowieso nicht bezahlbar.” Er mag den Ort. „Seit einiger Zeit lohnt sich der Weg zum Schloss, und es gibt so viele schöne Ecken hier“, erzählt er. Die Infrastruktur in Schwante habe sich gut entwickelt.
Er ist nun im Ruhestand, und es gebe einen großen Unterschied im Vergleich zu seinem Job als Musikschulleiter: „Das Schöne ist, Sie arbeiten was, optimieren, am Ende hat man ein Ergebnis in der Hand. In einer Führungsaufgabe ist man nie fertig.“ Er hofft, dass er in Zukunft öfter musikalische Werke vollenden kann.

RT liest

Jess Jochimsen: Abschlussball

Mittwoch, den 25. April 2018

Merten hat einen ganz besonderen Job: Er ist Beerdigungstrompeter auf dem Münchner Nordfriedhof. Bei der Trauerfeier ist er derjenige, der das letzte Lied zum Abschied spielt.
Es war allerdings ein langer Weg zu diesem Job. In der Schule war er schon ein Sonderling. Später arbeitete er als Bibliothekar, verlor aber diesen Job nach einigen Jahren, weil er seine Wunderlichkeit nicht ablegen konnte.
Als Merten auf der Beerdigung für einen ehemaligen Klassenkameraden spielt, findet er eine Bankkarte. Es ist die von Wilhelm Schocht, dem Beerdigten. Aber damit nicht genug. Plötzlich bekommt Merten Geld auf sein Konto – von Wilhelm, der scheinbar mit ihm kommuniziert.

Jess Jochimsen schreibt über einen jungen Mann, der lange nicht so richtig mit sich selbst klarkommt. Der hardert, der deprimiert zu sein scheint. Und der nach dem Leben sucht, das ihn zufrieden macht.
Das liest sich einigermaßen interessant, es fehlt der Geschichte ein wenig an Höhepunkten oder besonderen Momenten – bis kurz vor Schluss. Es gibt dann jedoch eine Szene auf dem Friedhof mit einer ganz besonderen Beerdigung. Jess Jochimsen gelingt, was sehr schwierig ist: Musik in einen Text zu kleiden. Eine Szene, die sehr von Musik lebt, kann er ganz wunderbar beschreiben – bis zur Gänsehaut. Das reißt “Abschlussball” dann doch noch ein wenig heraus.

Jess Jochimsen: Abschlussball
dtv, 305 Seiten
6/10

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (47): Funkloch

Mittwoch, den 25. April 2018
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(46) -> 19.4.2018

Da saß ich doch neulich im Freizeit- und Gästehaus in Neuendorf im Löwenberger Land und wollte eine Chatnachricht per WhatsApp verschicken. Ich wollte nämlich einem Freund Bescheid geben, wann ungefähr ich in Neuendorf aufbrechen werde.
Was ich vorher nicht wusste: Neuendorf und Mobilfunk sind zwei Dinge, die nicht zwingend zusammengehören.

Du musst wissen: Deutschland ist da nicht so modern. Der Nachholbedarf ist groß, und 25 Jahre Mobilfunk sind einfach viel zu kurz, um da mal irgendwas hinzubekommen. Oder ich zahle dafür immer noch viel zu wenig Geld im Monat. Da hat man sich an Funklöcher gefälligst zu gewöhnen. Wenn man auf’s Smartphone schaut und nicht mal mehr Notrufe möglich sind.
Ich musste erst Teschendorf erreichen, um die Nachrichten versenden zu können – da war es aber eigentlich schon egal.

Du möchtest auch mal ins Funkloch? Da kann ich dir auch Sommerswalde empfehlen. Oder in Kremmen die Gegend am Kanal. Oder Sommerfeld, rund um die Klinik. Und so weiter.