Tagesarchiv für 7. April 2018

aRTikel

Überflieger: Beruf und Hobbys unter einen Hut bekommen

Samstag, den 7. April 2018
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Florian Büttner (32) aus Oranienburg ist Rezepte-Entwickler und Online-Chef beim Berliner Start-up-Unternehmen Kochhaus

MAZ Oberhavel, 7.4.2018

Oranienburg.
Das klingt lecker: Fusilloni mit Ricotta, frischem Babyspinat und getrockneten Tomaten. Aber was brauche ich dafür? Und wie kommt es auf den Teller? Der 32-jährige Oranienburger Florian Büttner weiß das. Er ist verantwortlich für den Produktbereich und die Rezepte-Entwicklung im Kochhaus. Wer in eine der drei Berliner Filialen geht oder online bestellt, bekommt alle Zutaten für die Gerichte genau so, wie sie benötigt werden. Dazu noch einen Flyer, wie zu Hause daraus eine fertige Mahlzeit wird. 18 Gerichte stehen zur Auswahl.
„Die Rezeptentwicklung ist ein fortlaufender Prozess“, sagt Florian Büttner. Jede Woche werden drei Gerichte ausgetauscht. „Wir versuchen immer, alle Bereiche abzudecken.“ Ein Pastagericht werde durch ein anderes Pastagericht ersetzt, ebenso im veganen Bereich oder bei den Curry-Gerichten.
Das Büroteam besteht aus 30 Leuten, sie sammeln Ideen, kalkulieren die Preise und machen dreimal ein Probekochen – auch für die Flyerfotos und die Rezeptanleitung.

Florian Büttner machte 2005 sein Abitur am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium. Mehrere Jahre leitete er die Schülerzeitung „Iwahn“. In der Band Radiopilot spielte er Klavier. Mit seinen Musikerkollegen bekam er einen Plattenvertrag, eine Single schaffte es bis in die Charts. Von 2009 bis 2013 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Zwischendurch drehte er gemeinsam mit einem Freund Videoclips für verschiedene Bands. Schon viele Jahre also drehte sich bei ihm alles um Kreativität.

2012 begann er ein Praktikum beim Kochhaus. „Das hat alle meine Hobbys abgedeckt“, sagt der 32-Jährige, der inzwischen in Berlin-Wannsee lebt. „Ich konnte meine Lust am Kochen ausleben, ich kann programmieren, fotografieren und gestalten. Ich hatte von dem Praktikum gelesen und fand, es war genau das Richtige für mich.“ In dieser Zeit baute er den Lieferservice mit auf, nach seinem Praktikum wurde er dann Verantwortlicher für die Rezepte-Entwicklung. Auch das Onlinemarketing fällt in seinen Bereich. „Es geht darum, wir kriegen wir die Rezepte zu den Kunden.“ Früher hat er die Seite mitgestaltet, inzwischen ist er der Chef der Leute, die das machen.

Elf Filialen gibt es deutschlandweit. Die Leute können vor Ort einkaufen oder im Internet. Die Kernzielgruppe sind Berufstätige zwischen 25 und 60 Jahren. „Sie bekommen alle Zutaten bei uns, dadurch können sie sich die Zeit zum Einkaufen sparen.“ Aber auch Rentner kommen ins Kochhaus, denn dort gibt es zum Beispiel auch einzelne Knoblauchzehen – und keine Vorratspackungen.
„Wir sehen einen starken Trend zur Online-Lebensmittel-Bestellung“, sagt Florian Büttner. „Die Zaghaftigkeit der Leute nimmt drastisch ab.“ Das Berliner Start-up-Unternehmen reagiert zum Beispiel mit Kochboxen darauf, in denen auch schon alle Zutaten für bestimmte Gerichte enthalten sind.

In den vergangenen Jahren hat Florian Büttner viel dazu gelernt. „Gerade auch ganz viele Tricks beim Kochen.“ Zu Hause kocht er aber auch gern aufwendiger – Schmorbraten zum Beispiel, oder er backt eigenes Brot. Nebenher betreibt er einen Foodblog mit kunstvollen Bildern von Speisen. Unter dem Stichwort „Paulsbreakfastclub“ sind sie auf Instagram zu finden – unter dem selben Namen aber auch auf eigener Webseite. Für den Garten, fürs Bauen, Malen oder die Musik ist auch noch hin und wieder Zeit.

Beim Kochhaus geht es unterdessen weiter mit der Expansion. Eventuell nach Österreich und in die Schweiz. Da wird Florian Büttner auch sicherlich wieder mit dabei sein

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (45): Automatisch schalten

Samstag, den 7. April 2018
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(44) -> 28.3.2018

Der Wechsel von einem Auto mit Gangschaltung zu einem Auto mit automatischer Schaltung, ist durchaus problematisch.
Ich selbst bin ein Schalter, neulich war ich aber mehrere Tage lang mit einem Automatik-Wagen unterwegs. Normalerweise sage ich immer, dass Selbstschalten eigentlich total okay ist. Wenn man dann aber mit Automatik fährt, dann ist das eigentlich doch noch viel besser.

Der Übergang geht in Sachen Eingewöhnung eigentlich fix. Allerdings muss man hin und wieder an das Automatik-Dasein erinnert werden. Als Automatiker-Fahrer braucht man den linken Fuß nicht mehr. Gas und Bremse macht man mit Rechts.
Gleich am ersten Tag auf der Raststätte Demminer Land an der A20 bei Völschow: Ich setze mein linkes Bein volle Lotte auf die Bremse – denn normalerweise muss ich mit Links immer kuppeln. Was bei Automatik nicht nötig ist. So rumpelt es ein bisschen. Und am letzten Tag noch mal: In Binz stehe ich in einer Nebenstraße – und wieder will mein linkes Bein etwas tun, was es nicht tun soll. Und wieder rumpelt es.

Andersrum aber auch: An einer Oranienburger Kreuzung muss ich mit dem Schaltwagen bremsen. Das mache ich auch, vergesse aber, mit dem linken Fuß zu kuppeln. Musste ich in den Vortagen ja nicht. Kurz bevor mir der Motor absäuft, erinnere mich aber, dass ich da ja noch eingreifen muss.
Die Technik hat beim Wechsel eben ihre Tücken.

RTZapper

Der Lissabon-Krimi: Der Tote in der Brandung

Samstag, den 7. April 2018
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DO 05.04.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Mit seinen Krimis wandelt die ARD nicht nur auf deutschen “Tatort”-Pfaden, sondern schickt ihre Kommissare inzwischen auch in diverse ausländische Städte. Wobei es ja eigentlich völlig wurscht ist, wo der Film spielen soll.
Ein gutes Beispiel dafür lieferte “Der Lissabon-Krimi”, der am Donnerstagabend erstmals im Ersten zu sehen war.

Ich frage mich ja, warum uns das Flair der portugiesischen Hauptstadt versprochen wird, wenn der letztlich doch nur aus ein paar Schnittbildern besteht. Alles andere war Studio und Kulisse – die vermutlich irgendwo in Deutschland gestanden haben.
Ich frage mich außerdem, warum eigentlich das deutsche Fernsehen in Portugal mit deutschen Darstellern so tun will, als handele es sich um lauter Portugiesen. Wenn Jürgen Tarrach einen Rechtsanwalt aus Lissabon spielt, dann ist das eher weniger glaubwürdig. Oder wenn sich deutsche Schauspielerinnen einen leicht südländisch aussehenden Rock anzieht und so tut, als sei sie Portugiesin, dann ist das ziemlich affig.

Der Krimi selbst war übrigens sterbenslangweilig – und somit war dieser Film ein doppelter Reinfall. Wenig Lissabon und eine öde Geschichte mit Möchtegern-Portugiesen-Darstellern.