Tagesarchiv für 3. April 2018

RT liest

Daniel Silva: Der Raub

Dienstag, den 3. April 2018

(13) -> 1.9.2016

In einer Villa am Comer See wird ein Kunstsammler ermordet. Julian Isherwood, der eine Kunstgalerie betreibt und der zum Kunstsammler gereist war, entdeckt den Toten. Er gilt nun als Hauptverdächtiger, aber man kann davon ausgehen, dass er es nicht war.
Gabriel Allon kommt zum Einsatz. Der Geheimagent aus Israel ist gerade wieder mal in Venedig als Restaurator tätig, als er den Hilferuf der italienischen Polizei bekommt. Allon soll den Täter finden – und sich gleichzeitig mit dem ermordeten Kunstsammler befassen, der seine Werke auf kriminelle Weise bekam. Allon, der auch Kunstfälscher ist, versucht, bestimmte Werke in den Umlauf zu bekommen und so wichtige Hinweise zu erhalten.

“Der Raub” ist der 14. Fall für Gabriel Allon, den Daniel Silva aufgeschrieben hat. Erneut gelingt es dem Autor ganz grundsätzlich, ein spannendes Szenario aufzubauen. Was ihm leider – wie auch schon im 13. Band – nicht gelingt, ist, diese Spannung zu halten. In der zweiten Hälfte des 500-Seiten-Wälzers wird die Geschichte leider sehr ausgebreitet. Auch fehlen ein bisschen die überraschenden Wendungen, die das Buch zu einem guten Thriller hätten machen können.
Daniel Silva sollte in Zukunft wieder dichter am Geschehen bleiben, ansonsten wird aus seiner Reihe billige Massenware. Was Silva nicht nötig hat, denn seine Storys sind an sich gut recherchierte Fälle.

Daniel Silva: Der Raub
Harper Collins, 510 Seiten
5/10

RTelenovela

Rügen 2018 (8): Da, wo mal der Sand von Rügen war

Dienstag, den 3. April 2018
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(7) -> 2.4.2018

Es muss 2002 gewesen sein. Die Sängerin Gaby Rückert trat in Baabe auf Rügen auf, und wir waren dabei. Das Konzert fand auf einer leicht hügeligen Wiese mit einem kleinen Wäldchen statt – am Ende der Hauptstraße, kurz vor dem Strand.
Der Freund, mit dem ich da war, kannte mehrere Songs von ihr, und dadurch bin ich mit dem wunderschönen Lied “Berührung” in Berührung gekommen. Und mit ihrem Lied “Der Sand von Rügen” – das hat sie damals auch dort gesungen, natürlich mit dem Hinweis, dass sie das ja auf Rügen besonders gern singen würde.

2018. Das Gelände in Baabe gibt es nicht mehr. Wieder verschwindet eine Baulücke. Die Bäume sind gerodet, die Wiese verschwunden und die Hügel sind eingeebnet.
An der Ecke Hauptstraße/Am Kurpark entstehen neue Häuser – Appartements für Touristen. In der Ferne – in Richtung des ehemaligen Zeltplatzes – sieht man solche Häuser schon, und es werden mehr. Die ganze Ecke ist dann zugepflastert mit den großen hellen Hausklötzen. Wie es Baabe überhaupt versäumt hat, entlang der ersten Reihe eine vernünftige Bäderarchitektur zu schaffen. Am Kurpark stehen jetzt schon beliebig aussehende Klötze.

Und apropos verschwundene Baulücken. Direkt an der Seebrücke von Sellin ist nun gegenüber des Kurhauses ein neues Hotel eröffnet worden. Auch so ein weißer Klotz, aber immerhin zumindest ansatzweise zur Architektur passend.
Auch an der Schillerstraße in Binz ist in den vergangenen Monaten ein neues Wohn- und Geschäftshaus eröffnet worden. In der Hauptstraße dagegen steht der ehemalige Bäcker schon länger leer, und ich bin gespannt, ob da was Neues reinkommt oder ob das Ding komplett weggerissen wird.

RTZapper

Das Traumschiff: Malediven

Dienstag, den 3. April 2018
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SO 01.04.2018 | 20.15 Uhr | ZDF

Ich weiß ja nicht, was die TV-Crew macht, wenn sie auf dem “Traumschiff” mitschippert. Vermutlich Urlaub. Um ihren eigenen Film scheinen sie sich nicht zu kümmern. Anders ist es nicht zu erklären, dass “Das Traumschiff: Malediven” – am Ostersonntagabend im ZDF – in Sachen Buch und Regie eine einzige Katastrophe war.
Regisseur Christoph Klünker muss irgendwie permanent von der Sonne geblendet worden sein. Vielleicht hat er deshalb die vielen schlimmen Anschlussfehler nicht mitbekommen, die nicht damit zu entschuldigen sind, dass das doch alle nur Unterhaltung sei. Liebes ZDF, auch Unterhaltungsfilme sollten einen gewissen Anspruch haben – warum man dieses mies zusammengeschusterte Machwerk durchgewunken hat, kann nur an vielen Cocktails liegen.

Und da reden wir noch nicht mal davon, dass Harald Schmidt seine wirklich gestelzten Sätze noch gestelzter aufsagt. Dafür, dass er mal als Theaterschauspieler anfing, wirkt er wie ein blutiger Anfänger, der nicht mal im Ansatz ein Gefühl dafür hat, wie man spielt. Vielleicht liegt es aber auch am haarsträubend schlechten Drehbuch, das er auf keinen Fall durch schauspielerische Leistung aufwerten möchte. Auch Kapitän Sascha Hehn, der ja nun wirklich schon gezeigt hat, dass er spielen kann, wirkt, als befinde er sich in einem Dauerdelirium.

Nachdem total emotionalen Abschied von Kreuzfahrtdirektorin Heike Keller, ging nun Barbara Wussow als ihre Nachfolgerin Hanna Liebold an Bord. Weil sie natürlich gleich mal das Schiff verpasst hat, reiste sie mit einem kleinen Flieger an. Sie wusste zwar nicht, wo das Schiff sein könnte, sie haben es aber dennoch sofort gefunden und sind gleich daneben gewassert. Wie Frau liebold vom Flugzeug auf’s Schiff kam, weiß man nicht. Wo ihre Koffer geblieben sind, auch nicht. Und ganz zufällig stand auch die halbe Crew an Bord im Halbkreis, als Frau Liebold unerwartet eintraf. Begrüßt sie die neue Chefin natürlich nur den Kapitän, den Schiffsarzt und den Unterhaltungsmacker Schmidt – der Rest wurde, obwohl sie doch nun extra angetreten sind, einfach ignoriert.
Wer solche Szenen schreibt und wer so was absegnet, hat seinen Job verfehlt.

Und da haben wir von den vielen Anschlussfehlern ja nicht gar nicht gesprochen. Da liegt jemand im Bett, und von Schnitt zu Schnitt liegt er anders. Mal die Arme hinter Kopf verschränkt oder plötzlich auf der Seite liegend.
Da tritt jemand am Ufer eines Sees mit dem Fuß auf einen giftigen Fisch, und als er um Hilfe schreit, befindet er sich plötzlich weit weg vom Ufer. Und wenig später ist der Mann natürlich wieder völlig gesund.
Und so weiter.

Selten war “Das Traumschiff” so schlampig produziert, waren die Drehbücher so lausig. Vom einstigen Glanz ist wenig übrig geblieben. Und das hat nichts damit zu tun, dass sich die Zeiten ändern und die Leute so was nicht mehr sehen wollen. Nein, es liegt daran, dass die Macher selbst ihre Serie zugrunde richten. Weil sie sowohl inhaltlich als auch technisch so wahnsinnig wurschtig wirkt.