Tagesarchiv für 26. März 2018

RTZapper

Gortimer Gibbons – Mein Leben in der Normal-Street

Montag, den 26. März 2018
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Amazon Prime

Als Jugendlicher hat man es nun wirklich nicht leicht. Gortimer Gibbons (Sloane Morgan Siegel) kann ein Lied davon singen. Aber immerhin kann er meistens auf seine Freunde bauen: auf Mel (Ashley Boettcher) und Ranger (Drew Jusitice). Sie leben in einer US-amerikanischen Vorstadt und erleben so manche Abenteuer.

Das nahende Osterfest ist mal wieder eine gute Gelegenheit, sich eine Serie anzusehen. “Gortimer Gibbons – Mein Leben in der Normal-Street” ist beim Streamingdienst Amazon Prime zu sehen. Sie hat 39 Folgen in drei Staffeln und ist ideal zum gemeinsamen Schauen in der Familie.

Die Geschichten drehen sich nicht um mitunter mysteriöse Abenteuer. Gerade in der zweiten Staffel geht es zunehmend um die Jugendlichen selbst. Um den Stress mit dem Erwachsenwerden. Oder um die Frage, wie man es schafft, Freundschaften zu erhalten, die in der Pubertät zu zerbrechen drohen. Als Mels Mutter plötzlich stirbt, zieht sie sich zurück, aber die Jungs wollen das nicht zulassen.
Es sind lustige Geschichten, hier und da faszinierend – und oft gehen sie ans Herz, weil es um Themen geht, die wir alle so oder ähnlich schon mal selbst erlebt haben.

RT im Kino

I, Tonya

Montag, den 26. März 2018
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Das Eislauf-Biest. 1994 war Tonya Harding fast so berühmt wie Bill Clinton. Im Jahr der Olympischen Winterspiele kam es zum Mega-Skandal. Bei einem Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan sind ihre Knie schwer verletzt worden – sie sollte wettkampfunfähig gemacht werden.
Tonya Harding war zwar am Attentat nicht beteiligt – indirekt aber schon.
Nun gibt es eine Film über den Eislaufstar, der natürlich auch zeigt, was damals eigentlich passiert ist: “I, Tonya”.

Tonya Harding (jung: Mckenna Grace, erwachsen: Margot Robbie) war schon als Kind ein großes Talent. Aber man hat sie auch ziemlich gequält. Ihre Mutter (Allison Janney) hat sie schon mal geschlagen, und überhaupt scheint da wenig Liebe gewesen zu sein – sie traute ihrer Tochter scheinbar wenig zu, und später legt sie ihr sogar Steine in den Weg.
Tonya musste sich immer durchbeißen, sie musste kämpfen. Das machte sie hart, auch im Umgang mit anderen Menschen. Auch die Liebe des Publikums schien ihr nie so viel vergönnt zu sein.
Dennoch: Für ihre dreieinhalbfache Drehung auf dem Eis, bekam sie dann doch Jubel – denn das schafften nicht viele Sportlerinnen.
Als sie eine Morddrohung bekommt, wird sie verunsichert. Und sie will, dass auch ihre Konkurrentin Nancy Karrigan (Caitlin Carver) das spürt. Doch ein Freund ihres Mannes übertreibt es – er engagiert Männer, die der Karrigan Böses tun wollen.

“I, Tonya” ist aufgebaut, der Titel sagt es, wie eine Autobiografie. Tonya sitzt in der heutigen zeit am Küchentisch und erzählt rauchend, wie denn das alles aus ihrer Sicht passiert ist. Aber auch ihre Mutter und ihr (Ex-)Mann kommen zu Wort, mischen sich ein, berichten aus ihrer Sicht, stellen richtig.
Das macht diesen Film von Craig Gillespie so sehenswert. Denn er stellt sich nicht auf eine Seite, er lässt verschiedene Seiten zu Wort kommen. Er macht Tonya Harding nicht zu einer Heiligen, rückt scheinbar aber auch einiges gerade.
Margot Robbie spielt diese wütende und spröde Frau voller Hingabe – ihr beim Spiel zuzusehen, macht Spaß.
So ist “I, Tonya” ein interessanter Blick zurück in die Eislauf- und Gossip-Geschichte.

I, Tonya
USA 2017, Regie: Craig Gillespie
DCM Film Distribution, 120 Minuten, ab 12
8/10

RTZapper

Stars im Spiegel – Sag mir, wie ich bin!

Montag, den 26. März 2018
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SA 24.03.2018 | 22.30 Uhr | RTL

Stars halten ja in der Regel ziemlich viel von sich selbst. Was aber sagt das Publikum. Wie finden die Leute eigentlich Oliver Pocher, Michael Wendler, Stefan Mross und Sophia Vegas (Wollersheim)?
Man mag es ja kaum glauben, aber RTL hatte am Sonnabend eine richtig interessante, neue Show im Programm: “Stars im Spiegel – Sag mir, wie ich bin!” Die vier Promis mussten einschätzen, was das Publikum über sie denkt. Dafür gab es Geldbeträge, die sie am Ende gewinnen konnten.

So stimmte das Publikum gleich am Anfang darüber ab, wem sie denn den Sieg am Ende gönnen würden, die Promis mussten tippen, wer beim Publikum vorn liegt. Wird der Promi auf sich selbst tippen? Oder wird der Promis zurückhaltend sein und auf jemand anderen setzen? Oliver Pocher setzte keck auf sich selbst – und hatte damit Recht.
Das war nämlich tatsächlich der Clou der Show: Die Stars mussten die Maske absetzen und preisgeben, was sie über sich selbst denken, wie sie glauben, wie die anderen über sie denken, aber auch, wie sie über den anderen denken.

So war eine Frage ans Publikum: Welcher Promi ist mit seinem Können berühmt geworden? Die Stars mussten sich selbst in der Reihenfolge sortieren, wie das Publikumsranking ausgefallen ist. So standen also der Pocher, der Wendler, der Mross und die Ex-Wollersheim da und diskutierten, wer was wann. Oder eher, darüber wie das Publikum glaubt, wer was kann. Da war der Wendler aber ziemlich geknickt, als er von seinen Kollegen nur auf Platz 3 gestellt worden ist – und tatsächlich nur auf platz 3 landete.

Klar, es ist ein Schuss Psychologie, dazu ein paar mehr oder weniger humorige Fragen – hier und da wurde es aber durchaus ernst. Wenn es darum ging, welcher Promi am untreuesten ist und gezeigt wird, mit welchen Ladys der Pocher schon zusammen war, da merkte man schon, dass das für ihn nicht der schönste Moment war.
Ebenso, wenn Sophia Vegas in einem Einspieler von Kindern gesagt bekommt, dass sie mit ihren operierten Brüsten und dem merkwürdig geformten Körper schlimm aussähe. Sie hat es weggelächelt, aber das fiel ihr sichtbar schwer.

“Stars im Spiegel” hat auch deshalb so gut funktioniert, weil die Gäste extrem gut ausgewählt waren. Michael Wendler hat ein ziemlich schlimmes Image, ist aber, wenn man hinter seine Kulissen schaut, ein erstaunlich zurückhaltender Mensch. Stefan Mross ist als Volksmusiker sowieso umstritten, Oliver Pocher mit seinem Selbstbewusstsein auch, ebenso wie Sophia Vegas, die unbedingt ein US-Star werden will.

Die Reihe, moderiert von Sonja Zietlow, soll in Serie gehen – sie steht und fällt allerdings mit den Gästen, die keine ganz großen Promis sein müssen – wichtig ist, dass sie interessant sind und offen in so eine Show gehen.