Tagesarchiv für 24. März 2018

RTelenovela

Rein, raus, rein

Samstag, den 24. März 2018
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Tagesordnungen muss man einhalten. Punkt für Punkt. Keine Abweichungen, auch wenn es vielleicht nicht so ganz logisch erscheint.
Freitagabend. In Hohen Neuendorf bekommt die Feuerwehr ein neues Fahrzeug. Deshalb stehen auf dem Hof der Grundschule auch schon die ganzen Feuerwehrleute – immer mit Blick zur Einfahrt, wo das Fahrzeug jeden Moment auftauchen müsste.

Dann aber setzt eine Massenwanderung ein. Alle in die Aula! Alle hinsetzen! Vorn beginnt die Jahreshauptversammlung, die Tagesordnung wird mit dem Beamer an die Wand geworfen. Punkt 1: Begrüßung. Also: Guten Tag! Schön, dass alle da sind.
Weiter geht’s mit der Übergabe des neuen Feuerwehrfahrzeuges. Die findet draußen statt. Da, wo wir alle gerade schon mal standen.
Also setzt eine Massenwanderung ein. Alle wieder auf den Hof!
Die Kameraden formieren sich, das Fahrzeug kommt mit tatütata. Sieht gut aus! Ein paar Reden und Glückwünsche, dazu Musik.

Dann setzt eine Massenwanderung ein. Alle zurück in die Aula! Alle hinsetzen! Der nächste Tagesordnungspunkt. Hübsch der Reihe nach. Zum Glück wurde das Büfett in der Aula aufgebaut. Noch mal musste keiner raus – erst beim Nach-Hause-Weg.

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RTZapper

7 Tage … unter radikalen Christen

Samstag, den 24. März 2018
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MI 21.03.2018 | 23.50 Uhr | NDR

“Vergib’s, Herr, wo wir zugelassen haben, dass die ganze Perversion in unser Land kommt, Herr. Und ich danke dir, dass jeder Dreck hinaus gefegt wird aus diesem Lande. Jede Perversion, die herein gekommen ist. (…) Ich bitte dich so, dass du die Gesetze änderst, Herr.”

Dies ist ein Gebet, das eine Frau in einer freikirchlichen Gemeinde bei Stuttgart an Gott richtet.
Ein Gebet, das nachdenklich macht. Weil es so voller Hass ist. Voller Frust, voller Furcht. Und weil ein Bild Gottes vermittelt, das ebenfalls von einem seltsamen Hass ausgeht. Davon, andere auszugrenzen, runterzumachen.

Im NDR lief am späten Mittwochabend ein Beitrag in der Reihe “7 Tage…”. Ein Reporter war zu Gast unter radikalen Christen. Erstaunlich offen gaben sie Einblicke, die man nicht oft bekommt.

Diese Christen beten dafür, dass Gott andere Gesetze schafft, dass Angela Merkel zur Vernunft findet. Die Trennung von Kirche und Staat finden sie nicht sinnvoll, sagen sie. Sex vor der Ehe und Homosexualität lehnen sie ab. Sie sagen nicht, dass sie solche Leute rausschmeißen würden – aber schwuler Sex sei Sünde, sagt eine der Frauen, die in der Gemeinde das Sagen hat. Und für diese Sünde müsse sich der Betroffene vor Gott verantworten. Frage des Reporters: Hat Gott nicht auch die Homosexuellen geschaffen? Antwort: Nein.

Es ist ein Gottesbild, das ich nicht teilen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott so denkt und handelt. Dass dieser Gott so engstirnig ist. ich glaube ja, dass ein Gott uns alle beobachtet und selbst mit dem Kopf schüttelt, was die Menschen für einen Mist bauen. Sie sprechen zu ihm, er spricht zu ihnen – wie auch immer. Aber greift er auch ein? Beeinflusst er? Bestraft er Sünden? Oder ist er einfach nur da, ohne zu bestrafen?

Es ist ein merkwürdiges Gottesverständnis, wenn man andere Menschen als Dreck bezeichnet. Wenn man von Perversionen spricht und damit alles Fremde von vornherein ablehnt. Will Gott so was?
Diese radikalen Christen haben, so finde ich, entweder einen anderen Gott oder sie haben irgendwas falsch verstanden – oder sie hören nicht, wenn ihnen ihr Gott ordentlich den Marsch bläst.

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