Tagesarchiv für 17. März 2018

ORA aktuell

Verdi: Oranienburger Kitas werden bestreikt

Samstag, den 17. März 2018
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Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag zu landesweiten Warnstreiks aufgerufen. Es geht um die Tarifverhandlungen für 2,3 Millionen Beschäftigte.
In Oranienburg sind die Fröbel-Kita und der Hort der Comenius-Grundschule betroffen. Die beiden Einrichtungen bleiben am Montag geschlossen.

RTZapper

Trailer: radioeins am Wochenende

Samstag, den 17. März 2018
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FR 16.03.2018 | 13.56 Uhr | radioeins

Neuerdings sendet radioeins vom rbb nach Werbeblöcken noch Eigenwerbung. Die fällt manchmal allerdings seltsam grotesk aus. Am Freitagmittag lief ein Spot, der darauf hinweisen sollte, dass… also… dass… Ich weiß es auch nicht so genau.

Im dem Spot wurde uns mitgeteilt, dass radioeins auch am Wochenende sendet. Dass man am Wochenende doch auch Radio hören solle. “radioeins am Wochenende” gebe es am Wochenende. Und zwar am Sonnabend und Sonntag auf radioeins.

Nun ist es in der Tat so, dass radioeins am Wochenende durchaus hörenswert ist. Aber kann man dem Hörer nicht auch inhaltlich zumindest eine Kleinigkeit mitteilen? Muss es wirklich so inhaltsleer sein – oder will man einfach nur lustig sein?
Dabei hätte es einiges zu sagen gegeben: Wer ist Gast im Kinomagazin? Wer kommt zur “Hörbar Rust”? Worüber wird in der “Blauen Stunde” geredet? Hätte mich mal interessiert.

Dass man am Wochenende doch radioeins hören solle, und dass das Wochenende am Wochenende stattfindet – das ist entweder missglückte Satire oder schlicht vertane Zeit.

RT liest

Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig – Die Autobiographie

Samstag, den 17. März 2018
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Man kann von Gregor Gysi und den Linken halten, was man will: Es ist immer wieder spannend, ihm zuzuhören, wenn er die Politik in Deutschland analysiert. Was er sagt, ist allermeistens sehr klug, fast schon weise. Nicht immer kann man ihm zustimmen, aber er hat die Gabe, Dinge interessant darstellen zu können und einen Diskussionsanstoß zu liefern.
Gerade ist Gregor Gysi 70 geworden. Vielleicht war diese Marke auch der Anlass, eine Bilanz zu ziehen, eine Autobiographie zu schreiben.
“Ein Leben ist zu wenig” hat er sein Buch genannt – und in seinem Fall passt das wie die Faust auf’s Auge.
Auf sehr spannende Weise berichtet er, wie er zu dem wurde, was er ist.

Gregor Gysi erzählt von seiner Kindheit und seinen Eltern – er ist in eine Zeit geboren, in der Nazi-Deutschland Vergangenheit war, die Bundesrepublik und die DDR aber noch nicht gegründet waren.
Die DDR wurde dann aber seine Heimat. Da ginge er zur Schule, in die Uni. Er konnte sich erstaunlicherweise vor dem Dienst bei der NVA drücken, er wurde Anwalt.
Sehr spannend sind die Kapitel, in denen er über die Wendezeit berichtet – er Gysi quasi in die Rolle als Politiker geschlittert ist, wie es dazu kam, dass er am 4. November 1989, bei der großen Demo auf dem Berliner Alexanderplatz, ins Rampenlicht getreten war. Aber auch, was nach dem Mauerfall in der SED geschah, später in der PDS und bei den Linken.
Er stellt dar – und hat damit vermutlich recht -, dass nach der Wende bei der Wiedervereinigung viele Fehler gemacht worden seien. Gysi zeigt auf, dass es keine Vereinigung, sondern ein Beitritt war, und er sagt, wieso das hätte anders passieren müssen. Wieso ehemalige DDR-Bürger, aber auch Bürger aus dem Westen so ihre Schwierigkeiten mit der Annäherung hatten.

Sicherlich wird es Kritiker geben, die Gysi eine linke Schönfärberei vorwerfen werden. Aber als Leser hat man schon den Eindruck, dass er sehr ehrlich mit sich, der Partei und der Politik im Allgemeinen umgeht.
Gysis Leben ist eine mit wenigen Ausnahmen sehr kurzweilige Lektüre.

Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig – Die Autobiographie
Aufbau, 583 Seiten
8/10

RTelenovela

Risa Fried Chicken

Samstag, den 17. März 2018
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Meine Lieblings-Fast-Food-Fette ist Kentucky Fried Chicken. Schon allein deshalb, weil Hühnchen in der Regel bekömmlicher ist als das fettige Fleisch bei der Konkurrenz.
Auf dem Hardenbergplatz ist McDonald’s schon vor einiger Zeit quer rüber ins Gebäude des Bahnhofs Zoo gezogen. In die alten Räume ist ein Food-Food-Laden gezogen, der auf den ersten Blick an KFC erinnert – aber nur auf den ersten Blick.

Es gibt dort auch Chicken. Als krosse Hähnchenteile, als Wings, als Burger, dazu Pommes, auch Weißkohlsalat – alles ähnlich oder fast gleich wie bei KFC. Aber der Laden heißt Risa. Und noch etwas ist anders: Das Fleisch ist halal. Das bedeutet, dass das Fleisch geschächtet worden ist – bei der Schlachtung rückstandslos ausgeblutet. Halal heißt so viel wie “erlaubt”, nach islamischem Recht.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass in dem Laden augenscheinlich fast nur Türken und Araber sitzen – und es fällt auch auf, dass in der Nacht auf dem Hardenbergplatz ebenso überwiegend südländische Leute sind. Arabische Musik schallt über den Platz. Es fühlt sich seltsam fremd an. Ich will jetzt nicht von Angst reden – aber man beobachtet schon, was da auf dem Platz vor sich geht. Angst wäre trotzdem fehl am Platz, und Angst muss man auch nicht haben.

Ich gehe in den Risa-Laden – zum allerersten Mal. Was da an den Übersichtstafeln steht, überfordert am Anfang, auch konnte ich zunächst mal nicht einschätzen, ob das jetzt eigentlich alles teuer oder auf einem Normalniveau ist.
Ich kaufe ein Menü, bestehend aus sechs Chicken kross (bei KFC den Crispys entsprechend) und einer Dose Sprite. Das Chicken war in Ordnung, ein bisschen zu scharf und zu fettig – kommt aber nicht an KFC ran. Auf den Tischen stehen Flaschen mit Ketchup oder Majo – was auch ungewöhnlich ist, dass angebrochene Flaschen überall rumstehen. Wer weiß, wie lange die da schon stehen und was irgendwer da reingetan haben könnte.

Risa erinnert schon sehr an KFC – nur eben die Halal-Komponente macht den Laden zu etwas Besonderem. Das Gesicht des Hardenbergplatzes hat der laden aber in verschiedenen Hinsichten sehr geändert.