RT im Kino

Call me by your Name

Die erste Liebe. Wunderschön kann sie sein. Aufwühlend. Vielleicht auch erschreckend. Und niemals enden soll sie.
1983 in Norditalien. Der 17-jährige Elio (Timothée Chalamet) lebt mit seiner Familie über den Sommer in einer alten Villa. Es herrscht viel Liebe und Verständnis in dieser Familie. Vater (Michael Stuhlbarg) ist ein Forscher, und Elio liebt die Musik. Er transkribiert Noten, liest sehr viel, geht schwimmen und feiern. Mit Marzia (Esther Garrel) scheint sich etwas zu entwickeln.
Elios Vater lädt sich immer wieder studentische Praktikanten ein. Der 24-jährige Oliver (Arnie Hammer) übt recht schnell eine Faszination auf Elio aus. Aber so richtig kann er nicht deuten, was er für den Studenten empfindet. Und wie er überhaupt empfindet. Liebt er seine Freundin Marcia? Oder ist da mit Oliver doch mehr?

In “Call me by your Name” erzählt Luca Guadagnino nicht nur die Geschichte eines Sommers. Es geht um das Erwachsenwerden, um das Entdecken der Liebe, um die Frage: Wer bin ich eigentlich?
Das ist genauso poetisch wie rührend. Denn Elio macht einiges mit. Mal ist er erstaunlich forsch, mal zweifelt er – zwei Schritte vor, einen zurück. So mutig wie manchmal auch ängstlich.
Timothée Chalamet ist vollkommen zurecht für seine Hauptrolle für einen Oscar nominiert worden. denn er spielt diese verschiedenen Gefühlslagen ganz hinreißend. Allein für die Schlussszene, die voll von seiner Mimik ist, hat er Preise verdient.
Es gibt geradezu magische Moment in diesem Film. Als der völlig niedergeschlagene Elio ein Gespräch mit dem Vater sucht, nimmt das eine überraschende Wendung, und man hängt quasi an den Lippen der beiden.
“Call me by your Name” ist – das kann man am Ende sagen – zwar ein weiterer Coming-of-Age- oder Coming-out-Film. Und doch irgendwie anders. So wie das Leben eben spielen kann.

Call me by your Name
USA / Italien 2017, Regie: Luca Guadagnino
Sony, 133 Minuten, ab 12
8/10

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