Tagesarchiv für 5. März 2018

RTZapper

Mord mit Ansage – Die Krimi-Impro-Show

Montag, den 5. März 2018
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FR 02.03.2018 | 22.20 Uhr | Sat.1

Ein paar Comedians auf der Bühne. Sie spielen eine Szene, und alle haben sie einen Knopf im Ohr. Ein Spielleiter gibt einem von ihnen zwischendurch Aufgaben, die sie durch Improvisation erledigen sollen.
Fertig ist die “Schillerstraße”.
Könnte man jedenfalls meinen. Stattdessen gab es am Freitagabend bei Sat.1 einen “Mord mit Ansage”, und damit der Zuschauer nicht verwirrt wird, gibt es noch den Untertitel “Die Krimi-Impro-Show” hinterher.

Sat.1 hat sein eigenes einstiges Erfolgsrezept kopiert. Das Publikum sitzt vor einer Bühne, mehrere Comedians spielen etwas, der Spielleiter sitzt auf einem Podest im Publikum. Es ist so ziemlich dasselbe Set wie die “Schillerstraße”.
Das ist einerseits einfallslos, und eigentlich hätte man das auch wieder “Schillerstraße” nennen können. Andererseits bringt eine neue Idee auch neuen Drive in eine Show.

Neuer Spielleiter ist Bill Mockridge, und diesmal müssen die Comedians jedes Mal einen Mord inszenieren, und es geht immer darum, rauszufinden, wer den Mord begangen ist.
Allerdings zeigte die Show am Freitag, dass es auch wichtig ist, gute Darsteller zu haben. Kaya Yanar hat ein sehr begrenztes Schauspielspektrum und ist nur bedingt lustig. Sascha Korf wirkt in allem sehr bemüht. Das merkt man vor allem dann, wenn die alten Hasen Wigald Boning und Bernhard Hoecker dazukommen, die ihre Improvisationen quasi aus dem Arm schütteln.

Lustig wäre mal ein Mockridge-Special – schließlich hat die Familie ja einiges an Comedians und Schauspielern zu bieten. Mockridges Frau Margie Kinski, Luke und Jeremy Mockridge können auf der Bühne sicherlich einiges reißen.

Ob es wirklich gut ist, dass man sich nun immer auf Morde fokussiert, muss man sehen – aber hauptsächlich ist es schön, dass diese Show wieder auf dem Bildschirm zu sehen ist.

RT im Kino

Das schweigende Klassenzimmer

Montag, den 5. März 2018
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Schweigen. Für zwei Minuten. Eigentlich keine große Sache.
Aber hier ist es eine ganze Klasse, die schweigt. Die nicht auf die Fragen des Lehrers antwortet.
Es ist das Jahr 1956 in der DDR, in Stalinstadt, dem heutigen Eisenhüttenstadt. In Ungarn gibt es einen Volksaufstand, und die Information darüber sind unterschiedlich. In den DDR-Medien sind die Russen die Guten, in den Westmedien sind sie die Bösen.
Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) sind mal wieder in West-Berlin, sie sehen im Kino die Wochenschau mit den Bildern aus Ungarn. Heimlich hören sie den RIAS, und sie sind empört.
Sie schweigen zwei Minuten lang, um den die Getöteten im Ungarn-Aufstand zu erinnern.
In der DDR gilt das als Konterrevolution. Der Schuldirektor (Florian Lukas) will den Vorfall zwar unter der Decke halten. Aber mit allen Mitteln versucht die Staatsmacht (Jördis Triebel, Burghart Klaußner), den Anstifter zu ermitteln. Packt keiner aus, wird gedroht: Die ganze Klasse soll suspendiert werden, ihnen wird das Abi verwehrt – in der kompletten DDR.

Man könnte meinen, es seien schon alle Geschichten aus der Zeit des Kalten Krieges erzählt. Aber weit gefehlt. Regisseur Lars Kraume erzählt in seinem packenden Film “Das schweigende Klassenzimmer” von einem unerhörten Vorfall.
Es sind viele interessante Ebenen, die diesen Film sehenswert machen. Zum einen natürlich die Story an sich – wie in der DDR Meinungen unterdrückt worden sind. Da wurde mit Erpressung, Erniedrigung und Angstmacherei gearbeitet. Ein interessanter Nebenfakt ist aber auch, zu sehen, wie die eigenen SED-Leute gedeckt werden. Betrifft ein Skandal einen der Ihren, dann wurde vertuscht und abgelenkt – und sogar eine Nazi-Vergangenheit unter den Tisch gekehrt.
Ganz nebenbei erfährt man im Film aber auch etwas über Propaganda in Ost und West. Der “freie Westen” berichtete im RIAS über die Aufstände, und wie man im Film mitbekommt, sind es dort auch Falschmeldungen, die in Umlauf gebracht werden. Der Osten betreibt die umgekehrte Propaganda und berichtet aus einer anderen rot gefärbten Perspektive. Jede Seite glaubt ihren Medien – ein Punkt, der in heutigen Zeiten auch wieder spannend ist, wo den verschiedenen Medien aus und in allen Richtungen auch wieder Meinungsmache vorgeworfen wird.
Eine Riege von Jungschauspielern ist es, die diesen Film aber auch packend machen. Das Aufstrebende, dann aber die Angst und auch der Hass – all das wird toll dargestellt. In Nebenrollen glänzen Ronald Zehrfeld und Michael Gwisdek.
“Das schweigende Klassenzimmer” ist eine packende Geschichtsstunde mit überraschenden Bezügen zur heutigen Zeit.

Das schweigende Klassenzimmer
D 2017, Regie: Lars Kraume
Studiocanal, 111 Minuten, ab 12
9/10

KeineWochenShow

#61 – Karl Ranseier ist tot!

Montag, den 5. März 2018
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Kaltkaltkalt! Nun also doch, und bei der klirrenden Kälte muss man sich dann schon mal ein bisschen dicker einpacken. Und das, obwohl ja schon der März begonnen hat.

Diesmal sprechen wir über einige Dinge, von denen wir bei der Aufzeichnung noch nicht wussten, wie sie ausgehen. Was die SPD-Leute zur Großen Koalition sagen. Was die Schweizer zu den Fernsehgebühren sagen.

Außerdem geht es um den Horrorfilm “Heilstätten”, der angeblich in Beelitz spielt, aber in Wirklichkeit am Grabowsee bei Friedrichsthal gedreht worden ist. Was aber die Jugendlichen nicht wussten, die im wahren Leben in Beelitz einbrechen wollten – und geschnappt worden sind.

Außerdem fragen wir uns, was nun aus den Diesel-Autos wird und wo eigentlich die Gelben Säcke landen. Das alles in Folge #61 von KeineWochenShow auf YouTube.
PS: Und was ist nun mit diesem Herrn Ranseier? Schaut selbst!