Tagesarchiv für 26. Februar 2018

RT im Kino

Heilstätten

Montag, den 26. Februar 2018
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Nach seinem YouTube-Star-Film-Disaster “Kartoffelsalat” bringt Regisseur Michael David Pate nun den nächsten Social-Media-Streifen ins Kino. “Heilstätten” ist erneut hart an der Grenze zum Trash, aber optisch immerhin kein Totelausfall.

Das verlassene Gelände der Heilstätten von Beelitz. Dort soll es spuken, und deshalb zieht es eine Gruppe von YouTubern (u.a. Sonja Gerhardt, Lisa-Marie Koroll, Nilam Farooq, Emilio Sakraya, Timmi Trinks) dorthin, um eine Gruselnacht zu verbringen und daraus einen Film für das Internet zu machen.
Sie haben alles dabei, was sie brauchen. Kameras, Wärmebildkameras, Schwarzlicht, Scheinwerfer. Allerdings müssen sie bei Theo (Tim Oliver Schultz), der sie dort reinbringt, die Handys abgeben, damit schon während der Nacht nicht herauskommt, dass sie sich dort illegalerweise aufhalten.
Worüber sie am Anfang noch Witze machen, wird aber bald bitterer Ernst: Als es draußen dunkel ist, beginnt in den Heilstätten der Spuk – grausamer, als alle gedacht haben.

Warum man betonen muss, dass die Geschichte in den Beelitzer Heilstätten spielt, ist unklar. Denn der Film entstand in der ehemaligen, nun leerstehenden Lungenheilstätte am Grabowsee in Friedrichsthal bei Oranienburg. Hätte man genauso erzählen können.
Warum es zu Beginn eine Szene gibt, in der YouTuber Freshtorge mit einer Freundin im Oranienburger Kino sitzt und darüber palavert, dass er Horrorfilme schlimm findet, ist ebenso unklar. Denn die Szene steht völlig sinnfrei im Raum, sie wird am Ende auch nicht aufgelöst.
Ansonsten ist “Heilstätten” zu zwei Dritteln leider eher anstrengend als gruselig. Und das deshalb, weil es sich eher um die YouTuber als um den Horror dreht. Die jungen Leute, deren leben sich darum dreht, völlig überdreht in die Kamera zu quaken, sind leider nicht wirklich spannend.
Aber das Blatt wendet sich, denn am Ende macht die ganze Geschichte doch noch eine einigermaßen interessante, wenn auch vollkommen abgedrehte Wendung. Ohne zu viel zu verraten: Das Ende ist irre bis wirr.
Lustigerweise hat der YouTube-Film “Heilstätten” aber eine nette Botschaft an YouTuber und ihre Zuseher – Theo bringt sie rüber und äußert sie: Man solle doch bitte was Vernünftiges ins Netz stellen und so verhindern, dass die Jugend verdummt. Da ist was dran.

Heilstätten
D 2017, Regie: Michael David Pate
Fox, 89 Minuten, ab 16
5/10

RTZapper

Die Comedy Show

Montag, den 26. Februar 2018
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SA 24.02.2018 | 23.00 Uhr | ProSieben

Fünf junge Comedians stehen auf einer Bühne und erzählen Geschichten. Eine davon ist falsch.
So, als Showerfinder: Wie könnte man so was nennen. Bei ProSieben heißt das: “Die Comedy Show”. Der unveröffentlichte Untertitel lautet: “Uns ist beim besten Willen nichts eingefallen”.
Und im Grunde ist es ja extrem lobenswert, dass es bei ProSieben eine Sendung gibt, in der Comedians auftreten, die vermutlich ihren ersten großen Fernsehauftritt haben. Gebt der Jugend eine Chance! Immer am späten Sonnabendabend läuft eine Ausgabe.

Nur leider ist die Show nicht all zu gut. Moderator Kevin Gerwin macht fast nichts anderes, als einen Comedian nach dem anderen anzusagen. So richtig entfalten kann er sich nicht.

Es sind Geschichten aus dem Leben, die in fünf Stand-Ups erzählt werden. Soll lustig sein, und um es wirklich lustig zu machen, wird das, was da erzählt wird, teilweise szenisch darstellt und dazwischen geschnitten.
Jacqueline Feldmann hatte am Sonnabend ein bisschen die Arschkarte gezogen. Sie erzählte die Geschichte eines missglückten Tinder-Dates. Es ist allerdings nicht ihr, sondern ihrem Nerd-Freund, der total nerdig aussieht. Sein Date, dicklich, hässliche Brille, hat auf dem Klo ein kleines Darm-Unglück. Oder so. Warum auch immer will die Frau durchs Klofenster flüchten und bleibt stecken. Muahaha. Wie lustig. Es ist immer schön, sich hinzustellen und den Leuten zu zeigen, wie toll man doch selbst und wie bekloppt alle anderen sind. Eine arrogante Menschenhasser-Geschichte, und man kann für Jacqueline Feldmann nur hoffen, dass sie in ihren Stand-Ups auch mal Storys erzählt, in denen sie sich auch mal selbst auf den Arm nimmt und nicht nur solche, woe sie sich über die Doofheit anderer lustig macht.

Was daran spannend sein könnte, rauszufinden, welche der fünf Storys ausgedacht ist, wissen vermutlich auch nur die Erfinder dieser Sendung. Die Geschichte sind alle gleich abgedreht, um eigentlich ist es völlig wurscht, welche ausgedacht sind. Zumal, wie sich am Ende rausstellt, alle ausgedacht sind, weil sie keiner der Comedians selbst erlebt hat.
Also, ProSieben: Schöne Sache, dass ihr dem Nachwuchs eine Bühne gebt – aber diese Show ist leider ziemlich hohl.

KeineWochenShow

#60 – Wir haben heute leider keinen Spargel für dich

Montag, den 26. Februar 2018
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Manchmal ist man einfach übersensibel. Wir haben ja schon öfter mal ganze Sendungen neu aufnehmen müssen, weil der Kameraakku versagt hatte und wir das leider nicht erkennen – aufgrund eines fehlenden Lämpchens. Deshalb genügte ein leises Knacken, und schon laufe ich zur Kamera, um zu checken, ob sie noch läuft.
Aber ein bisschen Bewegung tut ja ganz gut.

In Ausgabe 60 geht es um die “Bild”, die unbedingt ihre “SPD zerfleischt sich”-Story haben wollten und denen völlig wurscht war, ob die Geschichte stimmte. Sie stimmte nicht, die “Bild” wurde von der Satirezeitschrift “Titanic” reingelegt. Findet man bei der “Bild” total doof, und Satire sei das ja auch nicht. Wahrscheinlich genau so wenig wie die “Bild”-Aktion, wie ein Hund als SPD-Mitglied angemeldet worden ist. Das war natürlich was ganz anderes.

Außerdem sprechen wir über den deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Für das Lied von Michael Schulte müssen wir uns immerhin nicht schämen, es ist sogar ganz gut.
Ihr erfahrt aber auch, warum es in dieser Ausgabe kein Spargelbier gibt und was da auf einer Oranienburger Messe passiert ist.
All das in #60 von “KeineWochenShow” auf YouTube.