Tagesarchiv für 19. Februar 2018

RTZapper

Bravo Hits 100 – Der Countdown

Montag, den 19. Februar 2018
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SA 17.02.2018 | 23.30 Uhr | RTL

Die “Bravo” ist so gut wie tot, und eigentlich sind CDs auch schon total out. Um so erstaunlicher ist es, dass die Compilation “Bravo Hits” nun zum 100. Mal erschienen ist. Die scheint sich – obwohl die Jugendlichen ja inzwischen alles streamen – immer noch gut genug zu verkaufen, als dass sie weiterhin zusammengestellt und rausgebracht wird.

Bei RTL fanden sie das so toll, dass sie den “Bravo Hits” eine eigene Sendung geschenkt haben. Und weil sie sich dachten, dass das die Leute sicher interessieren wird, lief die Sendung im Nachtprogramm – um 23.30 Uhr.
Dass sie nicht als Dauerwerbesendung durchgegangen ist, ist erstaunlich. Denn “Bravo Hits 100 – Der Countdown” war nichts anderes als Reklame für die CD. Schließlich sind die ersten 20 der 100 Hits auch Bestandteil der 100. Compilation.
Sogar einen Spot für die CDs gab es – nach dem eigentlichen Werbeblock. vermutlich deshalb, weil die CDs von RTL präsentiert werden. So wurde es zumindest im Spot gesagt. Auf der CD selbst ist ProSieben als Fernsehpartner angegeben.

Die Plätze 1-20 sind reichlich unspektakulär geworden. Gewonnen hat “… Baby one more Time” von Britney Spears hat gewonnen. Wenn das der tollste Song auf 100 “Bravo Hits”-Ausgaben ist – dann ist diese Reihe wohl eher nichts wert.

RTelenovela

Überraschungsevent (18): Das Missverständnis

Montag, den 19. Februar 2018
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(17) -> 15.1.2018

Der Startschuss fiel im April 2016: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im März ist sie dran.

Das Schöne an diesen Überraschungsevent ist ja, dass man auch, selbst wenn man es selbst organisiert, selbst überrascht werden kann. So war es auch diesmal.
Als wir vor dem Deutschen Theater in Berlin-Mitte standen, fiel mir auf: Ich war dort noch nie. Ich war dort weder jemals drin, noch stand ich jemals auf dem Platz, auf dem das Theater steht. Das war mich sehr erstaunt, weil ich ja eigentlich die meisten Ecken von Berlin kenne – aber die Gegend westlich der Friedrichstraße und nördlich des Schiffbauerdamms ist irgendwie für mich eine tote Gegend. Ich kenne mich dort nicht aus.

Wir sahen in den Kammerspielen des Deutschen Theaters das Stück “Das Missverständnis” von Albert Camus.
Es war ein sehr bemerkenswerter Abend.

So wird der Inhalt beschrieben: “In einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und bringen sie um. Ihr Ziel: mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Sohn und Bruder Jan ist seit vielen Jahren in der Welt unterwegs. Als er eines Tages nach Hause zurückkehrt, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern will erkannt werden. Zu spät erst wird das Duo entdecken, wen sie dieses Mal ums Leben gebracht haben.”

Am Ende wissen wir nicht genau, ob es uns gefallen hat – aber irgendwie hat es uns gefallen, und irgendwie waren wir am Ende sogar ein bisschen begeistert.
Das Bühnenbild: sehr aufwendig. Das Wirtshaus ist ein unaufgeräumter Ort, überall liegt Stroh, es sind unfassbar viele Requisiten auf der Bühne verstreut.
Die Sprache: anstrengend. Niemand spricht normal, alle sprechen sehr gestelzt. Es scheint, als ob das wortwörtlich eine andere Sprache übersetzt worden. Wenn ich nicht vorher nachgelesen hätte, hätte ich gar nicht gewusst, worum es ging. Aber irgendwann hört man sich rein.
Der Sound: Das Theater hat eine tolle Tontechnik. Wenn sie wollen, können sie echte Suround-Technik einsetzen. Man hört die ganze zeit Meeresrauschen und Möwen und immer wieder Klaviertöne.
Die Musik: Immer zwischendurch gibt es laut Musikstücke, als Unterbrechung des Stückes. Irgendwie gut.
Die Schauspieler: ganz groß.

Das Fazit: Normalerweise hasse ich es, wenn Stücke so aufgebaut sind, dass man sie nicht versteht. Und hier ist es so, dass vieles “in Bildern” dargestellt wird. Man muss das Gesehene irgendwie übersetzen. Stirbt jemand, tut er das nicht, in dem er stirbt. Er geht in eine Ecke und wickelt sich selbst ein. Davon gibt es viele Beispiele, und erst später, wenn man über das Stück redet, fällt einem vieles auf.
Am Ende ist das Stück sehr fesselnd, sehr spannend, und die außergewöhnliche Atmosphäre sorgt sowieso für eine große Faszination.
“Das Missverständnis” ist Hochkultur, man versteht nicht alles. Aber in diesem Fall ist das irgendwie nicht schlimm, im Nachhinein denkt man nach und erzählt man darüber. Und eigentlich ist es das Beste, was einem ja passieren kann. Dass man angeregt wird, nachzudenken, sich auszutauschen.