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T.A. Wegberg: Meine Mutter, sein Exmann und ich

Er soll nicht mehr Mama zu Mama sagen. Denn eigentlich gibt es seine Mama nicht mehr. Seine Mama ist jetzt ein Mann, und er soll Frederik zu ihm sagen.
Es ist nicht leicht für Joschka. Der 15-jährige muss damit klar kommen, dass seine Mutter so nicht mehr existiert. Und er ist sauer. Er kann nicht verstehen, wieso sie ihm da antut. Und natürlich vermisst er die alten Zeiten. Mit seiner Mama.
Es ist Joschkas Geheimnis, und tatsächlich weiß keiner von seinen Freunden davon. Zwar ist bekannt, dass er ein Scheidungskind ist – warum sich seine Eltern geschieden haben, weiß keiner. Joschka verheimlicht Frederik. Lässt sich nicht mit ihm sehen, hält Abstand in der Öffentlichkeit.
Aber auch Joschkas Leben geht weiter. Er lernt Sebastian kennen, der eine seltene Krankheit hat, und er verliebt sich in Emma. Außerdem muss er sich um ein Projekt in seiner Klasse kümmern. Es geht ausgerechnet um LGBT – also genau das Thema, das ihn zu Hause umtreibt.

Erneut hat T.A.Wegberg ein sehr lesenswertes Jugendbuch geschrieben. Es richtet sich vor allem an Jugendliche, aber auch Erwachsene können hier einiges lernen.
Anhand von Joschka erzählt er nicht nur von einer Transgender-Situation, sondern auch davon, wie eine Familie damit klarkommt oder eben nicht klarkommt. Welche Probleme es gibt und vielleicht auch, welche Lösungen. An einigen Stellen wirkt die Geschichte zwar ein wenig überpädagogisch, aber dennoch ist es interessant und unterhaltsam, zu verfolgen, was aus den Leuten im Roman wird. Denn oft muss Joschka über seinen Schatten springen, und oft stellt er fest, wie es ist, auf Menschen einzugehen, die anders sind als man selbst.
Von der ganzen Geschichte abgesehen hat der Autor aber übrigens auch ordentlichen Berliner Lokal-Kolorit reingebracht. Sein Joschka ist Fan von Buslinien, er will mal zu den Verkehrsbetrieben. Sehr detailreich hat der Autor viele Busstrecken und Berliner Begebenheiten im Buch untergebracht.

T.A. Wegberg: Meine Mutter, sein Exmann und ich
Rowohlt Rotfuchs, 254 Seiten
8/10

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